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Beispiel Sam Lowes: Sollten Rookies mehr Zeit bekommen?

29. August 2017 - 08:23 Uhr

Sam Lowes wird nach nur zehn Rennen der Aprilia-Vertrag gekündigt, Cal Crutchlow und Aleix Espargaro können das nicht verstehen - Scott Redding nicht besser?

Sam Lowes
Sam Lowes musste in dieser Saison insgesamt bereits 18 Stürze verkraften
© GP-Fever.de

(Motorsport-Total.com) - Zehn Rennen hatte Sam Lowes Zeit, um sich auf der Aprilia zu beweisen. Am elften Rennwochenende zog das Werksteam die Reißleine: Der Vertrag mit dem Briten wird zu Saisonende vorzeitig beendet, er wird 2018 durch Scott Redding ersetzt. Der 26-Jährige muss den Rückschritt in die Moto2 gehen und will dort neuen Mut fassen. Mehrere Kollegen kritisieren nun, dass dem Rookie keine echte Chance gegeben wurde.

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"Ich denke, es ist eine Schande. Es gibt kein anderes Wort dafür. Was haben sie von ihm in seinem ersten MotoGP-Jahr erwartet?", fragt sich LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow nach der Aprilia-Bekanntgabe. Lowes' Landsmann kritisiert die Entscheidung als voreilig. Man habe ihn "wie Dreck" behandelt - im Wissen, dass das Paket nicht gerade eine Yamaha sei. Weder der Crewchief sei geeignet, noch die Aprilia ein zuverlässiges Bike.

Auch Lowes selbst wird mit der Frage konfrontiert, ob den Rookies heutzutage zu wenig Zeit gegeben wird. "Jeder Fahrer ist anders, jedes Bike ist anders. Alex Rins ist ein toller Fahrer, hat viele Moto2-Rennen auf eine lockere Art und Weise gewonnen und jetzt beginnt er schön langsam aufzutauen in der MotoGP", blickt er auf den Spanier, der in Silverstone einen soliden neunten Platz einfahren konnte. Auch die Tech-3-Piloten Johann Zarco und Jonas Folger seien gut unterwegs. Die beiden Yamaha-Rookies konnten bereits mit jeweils einem Podium glänzen. In der "Rookie-des-Jahres"-Wertung liegt der Franzose (109) deutlich vor Folger (77), Rins (19) und Lowes (2).

"Es ist schwierig, im ersten MotoGP-Jahr konkurrenzfähig zu sein"

"Wir alle sind in vollkommen unterschiedlichen Situationen. Die Yamaha fährt sich vielleicht eher wie ein Moto2-Bike, du kannst mehr Kurvengeschwindigkeit mitnehmen. Die Suzuki und Aprilia sind da etwas schwieriger, ihr Arbeitsfenster ist geringer", analysiert Lowes. "Du brauchst darauf einfach mehr Zeit", gibt er zu. Seine bisherige Saisonbilanz liest sich enttäuschend: Der Ausfall durch einen Crash in Silverstone war sein insgesamt fünfter in zwölf Rennen. Die Sturzstatistik führt er mit bereits 18 Crashs in allen Session 2017 an. Ansonsten konnte er auch aufgrund von technischen Problemen kaum aufzeigen, der 14. Platz in Le Mans war sein bisher bestes Ergebnis.

Sam Lowes
War die Zeit für Sam Lowes zu kurz, um sich in der MotoGP beweisen zu können?
© Aprilia

Lowes betont, dass auch die Unterstützung des Teams und damit die mentale Komponente eine Rolle spiele. "Die war im Vorjahr einfach toll, alles ging sehr einfach von der Hand. Hier (bei Aprilia; Anm. d. Red.) ist alles ein Problem." Crutchlow ergänzt: "Sie haben ihn einfach nur immer weiter demoralisiert. So wie das alles gehandhabt wurde, war es einfach nicht okay." Die Entscheidung über die Vertragsauflösung sei "in sehr kurzer Zeit" gefallen, muss auch Lowes zugeben.

"Er verdient eine Chance, weil er schnell ist. Er versteht im Moment noch nicht alles, aber es gab vielleicht zwei oder drei Jungs, die in die MotoGP gekommen sind, und sofort alles unter Kontrolle hatten", beschützt Crutchlow seinen Freund. Auch dessen aktueller Teamkollege Aleix Espargaro hat milde Worte für Lowes übrig. Auch der Spanier kann verstehen: "Es ist sehr schwierig, im ersten MotoGP-Jahr konkurrenzfähig zu sein. Wenn du keine Tech-3-Yamaha hast, ist es noch schwieriger."

Espargaro erinnert sich an Vinales' erstes Jahr

Vor seinem Aprilia-Engagement arbeitete Espargaro mit Maverick Vinales bei Suzuki zusammen. Er erinnert sich an die Anfänge des heutigen Yamaha-Piloten im Jahr 2015: "Maverick hatte im ersten Jahr große Probleme und konnte im Vorjahr ein Rennen gewinnen - auf einem Bike, das eigentlich nicht siegfähig war. Er hatte große Probleme und war oftmals verzweifelt. Daher kann man die Probleme eines Rookies schon nachvollziehen", weiß der 28-Jährige. Dennoch wurde Vinales "Rookie des Jahres" und holte acht Top-10-Ergebnisse.

Maverick Vinales
Vinales wurde 2015 "Rookie des Jahres": Er holte acht Top-10-Ergebnisse
© www.suzuki-racing.com

Zwar kann Espargaro auch die Seite des Teams verstehen, dennoch mahnt er: "Ich verstehe aber auch die Situation von Aprilia. Immerhin sind wir ein Werksteam, sie wollen beide Bikes an der Spitze sehen. Dennoch denke ich, dass Sam einfach mehr Zeit braucht. Wäre ich Teammanager, würde ich ihm mehr Zeit geben." Nun wird Lowes durch einen anderen Briten im kommenden Jahr ersetzt. Neuer Teamkollege des Spaniers wird Redding.

Der Pramac-Ducati-Fahrer versteht selbst nicht genau, warum kein Vertrauen mehr in Fahrer gesetzt wird. "Ich weiß auch nicht warum, aber seit einiger Zeit holen die Teams extrem junge, unerfahrene Kerle aus der Moto3 und Moto2. Nach einem Jahr in der Moto2 sollen sie auch schon MotoGP fahren", ärgerte er sich bereits am Barcelona-Wochenende. "Denen sollte man verdammt nochmal Zeit geben, um sich wirklich zu entwickeln." Lowes war zuvor drei Jahre in der Moto2 unterwegs, bevor er den Aufstieg wagte.

Crutchlow poltert: "Redding absolut nicht besser als Lowes"

Redding kritisiert, dass dadurch Fahrern im Mittelfeld keine Beachtung geschenkt werde. "Sie geben damit auch den Leuten, die in der MotoGP fahren keine Chance, sich zu präsentieren. Es kommen einfach immer jüngere nach, und Leute wie ich werden übersehen." Ganz übersehen wurde der 24-Jährige schließlich nicht, er erhielt einen Vertrag mit dem Werksteam für die kommende Saison. Das passt wiederrum einem anderen Briten gar nicht.

"Sie holen jetzt einen Fahrer, der absolut nicht besser ist als Sam. Der aber mehr Chancen hatte", ärgert sich Crutchlow. Redding fährt bereits seit 2014 in der MotoGP. "Ich denke nicht, dass Radding eine weniger riskante Option ist als Sam. Ich denke, man muss ihm einfach mehr Zeit geben." Lowes kann sich im kommenden Jahr in der Moto2 beweisen.

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