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Jonathan Rea: "Kawasaki und Ducati fast ebenbürtig"

20. März 2017 - 12:46 Uhr

Ist Jonathan Rea der erste Fahrer, der dreimal hintereinander Superbike-Weltmeister wird? - Der Kawasaki-Star analysiert seine Gegner und sieht die Situation locker

Tom Sykes, Jonathan Rea, Marco Melandri
Ducati ist der größte Gegner des Kawasaki-Duos
© Kawasaki

(Motorsport-Total.com) - Jonathan Rea untermauerte mit seinen vier Siegen bei den ersten vier Rennen eindrucksvoll, dass er auch in diesem Jahr der Mann in der Superbike-WM ist, den es zu schlagen gilt. Dass es ein Durchmarsch zu seinem dritten Titel in Folge wird, glaubt der Kawasaki-Star nicht. Noch keinem Fahrer gelang das in der Geschichte der Serie. "Ich wäre natürlich sehr stolz, wenn es mir gelingen würde. Aber ich mache mir keine Illusionen, es gibt viele starke Fahrer und Hersteller, die auf das gleiche Ziel hinarbeiten", hält Rea bei 'WorldSBK.com' fest.

Vor allem Ducati war bei den ersten Rennen dran und auch das Yamaha-Duo Alex Lowes und Michael van der Mark konnten über den Winter den Rückstand reduzieren, sind aber noch nicht ganz in Schlagdistanz zur Spitze. "Kawasaki und Ducati sind relativ ebenbürtig", schätzt Rea die Hackordnung ein. "Es wird Strecken geben, die der Kawasaki besser liegen und welche, die der Ducati besser liegen. Ich denke nicht, dass Ducati einen höheren Topspeed als Kawasaki hat. In Phillip Island war es nicht einfach, aber im Windschatten konnte ich Chaz überholen. Aber das galt auch umgekehrt."

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Marco Melandri zu überholen gestaltete sich schwieriger. Das war auch in Thailand auf der langen Geraden ersichtlich. "Im Windschatten von Marco Melandri war es fast unmöglich", bestätigt Rea diesen Eindruck. Er schiebt diesen Umstand auf die geringe Größe des Italieners von 166 Zentimetern zurück. "Er ist so klein, dass das aerodynamisch ein Vorteil ist. Es geht auch nicht nur um den Speed des Motorrades, sondern wie man aus der letzten Kurve kommt."

Jonathan Rea
Jonathan Rea könnte der erste Fahrer werden, der drei WM-Titel in Folge gewinnt
© Kawasaki

Rea will sich aber nicht zu sehr mit den Gegnern beschäftigen, sondern seine erfolgreiche Taktik der vergangenen beiden Jahre fortsetzen. "Wir müssen uns jetzt auf uns selbst konzentrieren. Wir müssen daran denken, dass ich selbst mein größter Gegner bin. Ich muss mich darauf konzentrieren, dass ich aus mir das Beste heraushole und wir die Kawasaki optimal nutzen." Der Realitätscheck kommt beim nächsten Rennwochenende in Aragon am ersten April-Wochenende, wo Chaz Davies traditionell sehr stark ist.

Sollte Rea erneut Weltmeister werden, dann würde er so wie Troy Bayliss drei Titel in der Tasche haben. Mit vier WM-Titeln ist Carl Fogarty der erfolgreichste Fahrer. Der Brite gewann 1994, 1995 sowie 1998 und 1999. "Jeder spricht darüber, ob man drei WM-Titel hintereinander gewinnen kann, weil das noch niemand geschafft hat", so Rea, der sich keinen Druck macht: "Mental behandle ich dieses Jahr wie eine neue Saison. Wenn man den Druck verspürt, diesem Rekord nachzujagen, dann wird es recht schwierig."

Abseits der Rennstrecke ist Rea ein bodenständiger Mensch, der seine Freizeit in erster Linie mit seiner Familie verbringt. Da es in der Superbike-WM im Vergleich zur MotoGP etwas entspannter zugeht, kann Rea das Leben in vollen Zügen genießen. "Ich denke nicht, dass es mein Leben verändern wird, aber natürlich hoffe ich, dass ich daheim eine weitere Trophäe habe und etwas mehr Geld auf der Bank", meint er lachend. "Das ist natürlich immer schön." Mit 42 Rennsiegen hält er Platz vier in der ewigen Bestenliste. Mit seinem nächsten Triumph würde Rea mit Noriyuki Haga gleichziehen.

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