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Espargaro: "Mein Selbstvertrauen ist gewachsen"

18. Dezember 2012 - 11:02 Uhr

Aleix Espargaro war in der abgelaufenen Saison der beste CRT-Fahrer - Im Interview blickt der Spanier auf sein erfolgreiches Jahr zurück

Aleix Espargaro
Der Spanier Aleix Espargaro war 2012 der beste CRT-Fahrer
© Aspar

(Motorsport-Total.com) - Im Schatten der MotoGP-Stars trugen die Claiming-Rule-Piloten in der zweiten Hälfte des Feldes ihre Kämpfe aus. Schon früh in der Saison kristallisierte sich das Aspar-Duo Randy de Puniet und Aleix Espargaro als schnellste CRT-Vertreter heraus. Das erfahrene Team wusste die Stärken der ART optimal umzusetzen. Im Qualifying hatte oft de Puniet die Oberhand, doch in vielen Rennen lieferten sich der Franzose und Espargaro ein enges Duell. Espargaro ging schließlich als Sieger hervor, denn er war bei neun Rennen der beste CRT-Fahrer. Die Konstanz zahlte sich auch aus, denn während der Spanier nur zwei "Nuller" schrieb, waren es bei de Puniet deren fünf. In der WM-Endabrechnung hatte Espargaro schließlich zwölf Zähler mehr auf dem Konto als sein Teamkollege. Im Interview blickt der 23-Jährige auf seine erfolgreiche Saison zurück und gibt Einblicke in sein Privatleben.

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Frage: "Was ist deine Reaktion darauf, dass du und dein Bruder den 'Shoya Tomizawa Fair-Play-Award' für euren Sportsgeist und eure gegenseitige Unterstützung erhalten habt?"
Aleix Espargaro: "Es macht mich sehr stolz. Pol und ich sind immer zusammen und wir haben nie Angst davor unsere Hingabe zu zeigen. Nicht um Auszeichnungen zu gewinnen, sondern weil wir uns so fühlen. Trotzdem bin ich stolz, dass es anerkannt wird. Es ist eine schöne und natürliche Sache. Seit wir klein sind, stehen wir uns nahe."

Frage: "Lenkt es dich nicht ab, wenn du deinen Bruder Rennen fahren siehst und anschließend selbst auf die Strecke musst?"
Espargaro: "Es lenkt mich nicht ab, aber es ist sicherlich nicht die beste Art, um die Nerven zu beruhigen. Wenn das Rennen meines Bruders nicht gut gelaufen ist, dann versuche ich konzentriert zu bleiben, auch wenn ich vielleicht wütend bin. Wenn er ein gutes Rennen hatte, was meistens der Fall ist, dann bin ich für das MotoGP-Rennen noch mehr motiviert."

Frage: "Ich sehe, dass du keine Fingernägel mehr hast!"
Espargaro: "Das stimmt (lacht; Anm. d. Red.). Das ist die einzige Art meine Nerven unter Kontrolle zu halten, wenn ich ein Rennen verfolge. Ich knabbere beinahe meine Finger ab."

Frage: "Warum fährst du mit Startnummer 41?"
Espargaro: "Das war die Nummer von Youichi Ui. Als ich mit dem Rennsport begann, war er mein Held. Zufälligerweise hatten wir zu dieser Zeit den gleichen Manager. Youichi war sehr nett zu mir. Er gab mir Lederkombis, Helme ... Von diesem Zeitpunkt an war ich sein größter Fan und ich begann mit der Startnummer 41 zu fahren. Bis heute verwende ich sie."

Frage: "Woher kommt dein Faible für die Farbe pink?"
Espargaro: "Wir sind es gewohnt, dass viele Fahrer mit den Leuchtfarben gelb und orange fahren. Ich will aber immer etwas anders sein. Da niemand pink verwendet, entschied ich mich dafür. Ich liebe diese Farbe und sie verleiht mit etwas Exklusivität. Ich schätze, die meisten Fahrer würden sich nicht trauen damit zu fahren, aber mir gefällt sie."

Frage: "Warum wirst du 'Pippo' genannt?"
Espargaro: "Als ich geboren wurde, gab mir mein Vater ein Nilpferd-Stofftier. Ich habe damit geschlafen und ich nannte es so. Meine Freunde fanden das heraus und begannen mich 'Pippo' zu rufen. Das ist geblieben. Ich habe das Stofftier immer noch."

Espargaro wird bald heiraten

Frage: "Du hast am Saisonende erklärt, dass du bald heiraten wirst. Ist es nicht etwas früh dafür?"
Espargaro: "Es geht nicht darum den richtigen Zeitpunkt zu finden, sondern die richtige Person. Ich bin mit meiner Freundin schon sehr lange beisammen. Wir kommen gut miteinander aus und sind bereit für diesen Schritt. Wir haben viele Dinge gemeinsam durchgestanden und wir glauben, dass es der richtige Zeitpunkt für uns ist. Als professioneller Motorradrennfahrer pflege ich auch einen anderen Lebensstil als die meisten anderen Jungs in meinem Alter."

Aleix Espargaro
Die Startnummer 41 hat Aleix Espargaro von Youichi Ui übernommen
© Aspar

Frage: "Die 'Espargarins' sind einer der größten und ältesten Fanclubs für Motorradrennfahrer in Spanien. Wie stolz macht dich das?"
Espargaro: "Ich habe es schon tausendmal betont und werde nicht müde mich zu wiederholen: Es macht uns sehr stolz, einen Fanclub wie die 'Espargarins' zu haben. Das Schöne daran ist, dass sie begonnen haben uns zu unterstützen, schon lange bevor wir in die WM gekommen sind. Sie waren in Catalunya, Albacete, Jerez, Jarama - bevor wir Grand-Prix-Fahrer wurden. Jetzt kommen sie zu vielen Rennen, egal wie weit sie reisen müssen. Wir schätzen das sehr. Pol und ich sind sehr stolz. Dieses Jahr war ihr zehntes Jubiläum."

Frage: "Nach neun Jahren in der WM hast du einen großen Erfolg gefeiert. Was bedeutet dir der CRT-Titel?"
Espargaro: "Ich bin sehr glücklich, weil wir die Ziele, die wir uns am Ende des Vorjahres gesetzt hatten, erreicht haben. Ich bin besonders zufrieden, dass ich meinen Teamkollegen mit dem gleichen Motorrad geschlagen habe. Randy de Puniet ist ein Topfahrer. Das hat er mehrmals in diesem Jahr gezeigt. Wir hatten eine brillante Saison. Ich bin deshalb viel glücklicher darüber, die Saison so genossen zu haben, als über den Titel an sich."

Frage: "'Aspar' meinte zu Saisonbeginn, dass du Potenzial hast. Du hast seine Einschätzung bestätigt."
Espargaro: "Im vergangenen Winter wusste ich nicht, ob ich in der Moto2 oder in der MotoGP fahren würde. Ich wusste aber, dass ich im Aspar-Team fahren werde. Damit war ich schon sehr zufrieden. Vom ersten Moment an hatte ich tolle Unterstützung, denn es ist ein erfahrenes Mechanikerteam und es gibt konstante Unterstützung von Aprilia. Ich wusste, dass Jorge (Martinez, Teamchef; Anm. d. Red.) viel auf mich hält. Das erhöhte etwas den Druck auf mich, aber ich konnte damit umgehen."

Über die Saison an Reife gewonnen

Frage: "Es scheint, dass du in diesem Jahr gewachsen bist. In welchen Bereichen ist Aleix Espargaro 2012 reifer geworden?"
Espargaro: "Jorge hat mir bei diesem Aspekt geholfen. Durch ihn wurde ich ruhiger und gewann mehr Selbstvertrauen. Für einen Fahrer ist das sehr wichtig. Er hat mir gezeigt, wie ich Dinge einfacher angehe. Das waren prinzipiell die größten Veränderungen in dieser Saison. Das hat es mir erlaubt, als Fahrer zu wachsen."

Frage: "Das 'Triple A' - Aspar-Team, Aleix Espargaro und ART - war gut."
Espargaro: "Das war in diesem Jahr der Buchstabe der Wahl! Als ich zu Saisonstart noch nicht wusste welches Motorrad ich fahren werde, machte ich mir keine Sorgen, denn ich wusste, dass ich beim Aspar-Team konkurrenzfähiges Material haben würde. Es ist ein Topteam, das immer auf dem besten Material besteht. Wir haben mit der ART die richtige Wahl getroffen, denn es ist mit Abstand das beste Motorrad. Der Dank geht aber ans Team, denn in anderen Händen war das Motorrad nicht so konkurrenzfähig."

"Jorge hat mir bei diesem Aspekt geholfen. Durch ihn wurde ich ruhiger und gewann mehr Selbstvertrauen."
Espargaro über Martinez

Frage: "Was war der Wendepunkt der Saison? Wann hast du realisiert, dass du der beste CRT-Fahrer sein kannst?"
Espargaro: "Ehrlich gesagt schon in Jerez. Ich habe es nicht verdient auf diese Art zu gewinnen. Mein Teamkollege schied aus, aber ich erhielt einen Motivationsschub, weil ich ganz vorne war. Von diesem Rennen an änderte ich meine Herangehensweise und begann zu glauben, dass wir noch härter arbeiten müssen, denn alles war möglich. Ich wurde lockerer und fuhr nicht nur schneller sondern auch konstanter."

Frage: "Bei den Überseerennen warst du einen Schritt voraus."
Espargaro: "Vor den letzten Rennen war der Abstand zwischen Randy und mir gering. Mir war bewusst, dass mich ein Fehler oder mangelnde Konzentration viele Punkte oder eine Position in der WM kosten könnten. Mir war klar, dass ich drei der letzten vier Rennen gewinnen muss, damit ich ruhig nach Valencia kommen kann, um der beste CRT-Fahrer zu werden. Bei den Überseerennen mussten wir einen guten Lauf haben. Das Team konzentrierte sich darauf. Wir überdachten unsere Motorenstrategie bis ins letzte Detail. Wir wussten genau wo und wann wir welchen Motor einsetzen müssen. Es ist auch alles nach Plan verlaufen."

Barcelona war das Highlight

Frage: "Welches Rennen hast du am meisten genossen?"
Espargaro: "Montmelo. In der MotoGP zu fahren ist immer etwas ganz Besonderes, aber noch mehr auf der Heimstrecke. Außerdem war es ein tolles Wochenende für uns. Wir sind im Training ein hohes Tempo gefahren und im Rennen war ich der beste CRT-Pilot. Danach war es das Rennen in Valencia. Dort konnten wir richtig auskosten, was wir uns verdient hatten. Viele meiner Freunde teilten mit mir diesen speziellen Moment. Es war eine große Freude. Als es in der Startaufstellung regnete, war ich sehr nervös, aber als ich dann ins Ziel kam, fiel ein enormer Druck von mir ab."

Aleix Espargaro; Randy de Puniet
Aleix Espargaro (41) und Randy de Puniet (14) lieferten sich erbitterte Duelle
© Aspar

Frage: "Hast du erwartet, dass du bei neun Rennen der beste CRT-Fahrer sein wirst?"
Espargaro: "Ehrlich gesagt, bevor ich nicht wusste, wer mein Teamkollege sein würde, war ich mir nicht sicher. Mir war aber klar, dass derjenige dominieren wird, der am schnellsten mit den neuen Motorrädern klarkommt. Als klar wurde, dass Randy mein Teamkollege sein wird, wurde mir bewusst, dass es noch schwieriger sein wird. Er ist ein Topfahrer und würde mir das Leben nicht einfach machen. Als das Jahr voranschritt, wuchs mein Selbstvertrauen. Von da weg wollte ich so viele Rennen wie möglich gewinnen."

Frage: "Wie war die ART 2012 und welche Eindrücke hast du in Valencia vom 2013er-Modell sammeln können, obwohl du nicht viel damit fahren konntest?"
Espargaro: "Das Beste an der ART ist das Chassis. Es ist ein agiles Motorrad, das gut einlenkt. Man kann auch sehr spät in die Kurven hinein bremsen. Das ist der starke Punkt im Vergleich zu einigen MotoGP-Bikes. Das 2013er-Modell bin ich in Valencia nur im Regen gefahren und konnte deswegen nur wenige Schlüsse ziehen."

Frage: "Wie wirst du diese tolle Saison über den Winter feiern?"
Espargaro: "Ich werde daheim bei der Familie sein und meine Batterien aufladen. 2014 wird ein wichtiges Jahr mit vielen Veränderungen. Deshalb müssen wir 2013 unser Bestes geben, eine weitere starke Saison fahren und uns für die Zukunft vorbereiten."

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