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Gegner über Stoner: "Schnellster Fahrer aller Zeiten"

11. November 2012 - 17:51 Uhr

Die eindrucksvolle Karriere von Casey Stoner ist in Valencia zu Ende gegangen - Bei den Fahrerkollegen genoss der Australier viel Respekt für sein Fahrkönnen

Casey Stoner
Der Fahrstil von Casey Stoner beeindruckte Fans wie Gegner gleichermaßen
© Honda

(Motorsport-Total.com) - In Valencia ging heute eine beispiellose Karriere zu Ende. Im Alter von 27 Jahren hängt Casey Stoner seinen Helm an den Nagel. Insgesamt zwei WM-Titel in der Königsklasse und 45 Siege stehen in den Geschichtsbüchern. Stoner hat weltweit gesehen nicht so viele Fans wie beispielsweise ein Valentino Rossi, aber der Australier hat speziell in seinen MotoGP-Jahren polarisiert. In den kleinen Kassen zählte Stoner zu den Topfahrern, aber der ganz große Überflieger war er nicht. 2003 gewann er erstmals in der 125er Klasse ausgerechnet in Valencia, wo heute seine Karriere zu Ende ging. Im darauffolgenden Jahr sorgte Stoner in Malaysia für den ersten KTM-Sieg (250ccm) in der Motorrad-WM.

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Obwohl der passionierte Angler im Jahr 2005 Vizeweltmeister hinter Dani Pedrosa bei den 250ern wurde, ging sein Stern erst so richtig in der Königsklasse auf. In der Saison 2006 (LCR-Honda) stand Stoner bei seinem erst zweiten Grand Prix (Katar) auf der Pole-Position und in seinem dritten (Türkei) schon auf dem Podium. 2007 dann der Durchbruch: Stoner wurde mit Ducati souverän Weltmeister. Bis heute konnte Ducati diesen Erfolg nicht wiederholen. Selbst Superstar Rossi gab vor Kurzem zu, dass nur Stoner mit der Ducati schnell war und er bis heute nicht weiß warum.

In der Öffentlichkeit wurde "King Casey", wie er von seinen australischen Fans ehrfürchtig genannt wird, oft als "Jammerlappen" bezeichnet. Aufgrund seiner zahlreichen Stürze in der Ducati-Ära wurde er schnell zum "Rolling Stoner." Speziell seine starke Saison 2011 hat viele Kritiker verstummen lassen. Unter den Fahrerkollegen herrscht großer Respekt für sein Talent. Oft wird er als "schnellstes Wesen auf diesem Planeten" bezeichnet. Stoners schierer Grundspeed hat seine Gegner schon oft in Staunen versetzt.

"Ich bin vor vielen Jahren mein erstes Rennen im Mallory-Park gegen ihn gefahren", erinnert sich Cal Crutchlow zurück. "Er hat mich nach ungefähr acht Runden überrundet. Deshalb kann ich aus Erfahrung sagen, wie schnell er schon zu Beginn seiner Karriere war. Vielleicht habe ich mich extrem gesteigert, weil er mich in der MotoGP noch nicht überrundet hat. Sein Einfluss und sein Stil ein Grand-Prix-Bike zu fahren ist unglaublich", schwärmt der Brite.

Fahrerkollegen sind beeindruckt

"Niemand kann so am Limit wie er fahren und das Motorrad so sliden lassen. Bei diesen Dingen war er wahrscheinlich der Beste. Wenn es nicht an technischen Dingen oder den Motorrädern gelegen hätte, dann hätte er sicher mehr Weltmeisterschaften gewonnen", ist Crutchlow überzeugt. "Wenn er bleiben würde, dann würde er wahrscheinlich die nächsten drei Titel gewinnen. Ich glaube, er ist einer der Kerle, die das können."

Casey Stoner
2007 fuhr Casey Stoner mit der Ducati den Gegnern um die Ohren
© Ducati

"Er veränderte den Sport", streicht auch Andrea Dovizioso heraus, der 2011 Stoners Teamkollege war. "Auch wenn man sich Testtage ansieht, dann fährt er nur die Hälfte der Runden wie früher, denn er ist ab der ersten, zweiten Runde sehr schnell. Man muss also nicht sieben, acht Runden fahren, um etwas auszuprobieren. Casey ist von der ersten Runde an der schnellste Fahrer. Er ist einer der schnellsten Fahrer der Welt."

Diese Meinung teilt auch Ben Spies. Stoners Einfluss "war sehr groß. Ich glaube, dass er der schnellste Mann ist, der je ein Motorrad gefahren ist. Damit meine ich sein Talent. Jorge ist superschnell und ein kompletterer Fahrer", vergleicht der Texaner. "Niemand ist aber so schnell wie Casey. Er hat mit jedem Motorrad gewonnen. Es ist schade, dass er seine Karriere so früh beendet. Mir gefällt auch, dass er ein anderer Charakter ist und alles offen ausspricht."

"Ich glaube, dass er der schnellste Mann ist, der je ein Motorrad gefahren ist."
Ben Spies

"Er sagt die Wahrheit. Manche Leute wollen es nicht hören, aber was er sagt, ist meistens nicht weit von der Wahrheit entfernt. Dafür respektiere ich ihn. Er tritt aus seinen persönlichen Gründen zurück. Was er mit dem Motorrad anstellen kann, ist unglaublich." Es ist vor allem der Speed den Stoner auszeichnet. Auf seiner Heimstrecke in Phillip Island gab er noch einmal eine Kostprobe seiner spektakulären Fahrweise ab. "Er hat den Speed erhöht, denn er hat einen natürlichen Speed. Selbst in seinem Debütjahr hatte er mit der Honda den Speed, aber ihm unterliefen auch Fehler", merkt Nicky Hayden an.

Das Tempo an der Spitze ist höher geworden

Stoner hat auch dazu beigetragen, dass sich der Sport verändert hat: "In der Gruppe mit Dani und Jorge ist in den letzten Jahren der Speed höher geworden. Er hat das Level erhöht. Was er am meisten geändert hat, ist, dass er bei wechselnden Bedingungen und schon im ersten Training extrem schnell ist. Mittlerweile haben die anderen beiden diese Lücke geschlossen. Er findet das Limit auf einer neuen Strecke oder im Nassen extrem schnell", meint Hayden, der in Stoners Debütjahr Weltmeister wurde.

Mit Stoner hat sich ein außergewöhnlicher Fahrer von der MotoGP verabschiedet. Für seine Gegner war er auch Vorbild. "Alle studieren ihn und versuchen es auch so wie er zu machen", sagt Dovizioso klar. "Ich studiere alle Fahrer, aber besonders Casey. Ein enger Freund hat zu mir einmal gesagt, ich soll Casey nicht studieren, weil er zu besonders ist. Ich glaube, er hat recht. Casey ist der Schnellste und er hat ein außergewöhnliches Gefühl."

Casey Stoner
Insgesamt 45 Grand-Prix-Siege hat Casey Stoner in elf Jahren erobert
© Repsol

"Wenn man solche Fahrer zu sehr studiert, verliert man seinen eigenen Stil. Ich habe ihn studiert und versucht Kleinigkeiten zu ändern, aber er und sein Stil sind sehr speziell." Hayden war zwei Jahre lang bei Ducati der Teamkollege und war klar langsamer als Stoner. Hat Hayden in dieser Zeit etwas gelernt? "Ich würde nicht sagen, dass sich etwas verändert hat, aber ich habe natürlich beobachtet, was er gemacht hat. Am Kurvenausgang war er sehr stark, sicher besser als ich. Als ich zu Ducati kam, musste man am Kurvenausgang schnell sein und da war er klar besser als ich."

Im Gegensatz zu Dovizioso und Hayden war Spies nie Stoners Teamkollege. Auch er beobachtete den zweifachen Weltmeister im Detail. Spies hält aber fest: "Man sieht sich alle Fahrer an, auch Moto2-Fahrer. Es geht nicht nur darum, wie sie es auf dem Motorrad machen, sondern auch abseits der Strecke. Casey wurde oft für seine Meinung kritisiert. Es gibt aber sicher bestimmte Dinge, die man sich ansieht. Es aber nachzumachen ist nicht einfach."

"Man sieht natürlich, wie er eine Kurve nimmt und was er anders macht. Jeder hat aber seinen eigenen Stil. Jorge bewegt das Motorrad kaum und fährt sehr effizient. Mit der Ducati war Casey sehr spektakulär. Es gibt keine perfekte Art ein Motorrad zu fahren." Stoners Stil war nicht nur spektakulär, sondern auch effektiv, wie seine Erfolge beweisen. Diese Ära ist heute in Valencia zu Ende gegangen.

Wir haben unser Archiv durchsucht und für Sie einige Karrierestationen herausgesucht. Achten Sie bitte in den jeweiligen Artikeln auf das Datum, um den Kontext zeitlich richtig einzuordnen.

Stoners Karriere in Zahlen:

125er-Klasse:
Rennen: 30
Pole-Positions: 2
Siege: 2
Podestplätze: 10

250er-Klasse:
Rennen: 31
Pole-Positions: 2
Siege: 5
Podestplätze: 10

MotoGP:
Rennen: 115
Pole-Positions: 39
Siege: 38
Podestplätze: 69

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