Aktuelle Bildergalerien
ANZEIGE
ANZEIGE
Aktuelle Top-Motorrad-Videos
Die aktuelle Umfrage

Hat sich Stefan Bradl ein weiteres Jahr bei LCR-Honda verdient?

Ja, er zeigt gute Leistungen
Er muss sich bei den kommenden Rennen steigern
Nein, er sollte Platz für einen talentierteren Fahrer machen
Formel 1 und Motorsport als App für iOS, Android, Bada und WAP
Folgen Sie uns!
Motorsport-Total.com bei Facebook Motorsport-Total.com bei Google+ Motorsport-Total.com bei Twitter RSS-Feeds von Motorsport-Total.com
Sie sind hier: Home > Motorrad > Newsübersicht > Superbike

Melandri schreibt zwei "Nuller"

09. September 2012 - 19:46 Uhr

Marco Melandri und BMW verlieren ausgerechnet beim Heimspiel in Deutschland die WM-Führung - Leon Haslam hat sich bei seinem Sturz nicht schwerer verletzt

Marco Melandri
Marco Melandri büßte durch die beiden Stürze die WM-Führung ein
© BMW AG

(Motorsport-Total.com) - Das Team BMW Motorrad Motorsport erlebte bei seinem Heimspiel auf dem Nürburgring die harte Seite des Rennsports. Die beiden Werksfahrer Marco Melandri und Leon Haslam waren einmal mehr auf dem Weg zu starken Ergebnissen, doch heute hatte sich das Rennglück gegen sie verschworen. Melandri stürzte in beiden Rennen. Haslam, der immer noch unter starken Schmerzen in seiner verletzten linken Schulter leidet, kämpfte sich im ersten Lauf tapfer zu Rang sieben, stürzte jedoch im zweiten Rennen ebenfalls. Das Team ist zwar enttäuscht, blickt jedoch bereits nach vorn und ist entschlossen, sich in zwei Wochen in Portimao mit weiteren Erfolgen zurückzumelden. Dort wird die vorletzte Runde der Superbike-Weltmeisterschaft 2012 ausgetragen.

ANZEIGE

Melandri verlor zu Beginn des ersten Rennens zwei Positionen, doch hatte sich bald auf seinen ursprünglichen dritten Platz zurückgekämpft. In den folgenden Runden lag er dicht hinter dem Führenden Max Biaggi und Tom Sykes. Sein Kampf um die Spitze endete jedoch in Runde sechs, als er eingangs der achten Kurve die Kontrolle über sein Vorderrad verlor und stürzte. Haslam, der von Platz zwölf aus ins Rennen ging, biss die Zähne bis zur Zielflagge zusammen.

Er lag zwischenzeitlich auf dem fünften Rang, doch in der Schlussphase fehlte ihm die Kraft, um weiter anzugreifen. Er beendete das Rennen als Siebter. In der ersten Hälfte des zweiten Rennens schien es, als sei das Team in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Melandri hatte sich bereits nach einigen Kurven auf den zweiten Platz verbessert und übernahm in Runde acht die Führung.

Doch in der neunten Runde rutschte ihm plötzlich das Vorderrad weg, und er stürzte. Haslam machte zu Rennbeginn gleich vier Plätze gut. Nachdem er wegen eines kleinen Fehlers auf Rang neun zurückgefallen war, kämpfte er sich wieder nach vorn. Doch nur eine Runde nach Melandri stürzte auch er. Haslam wurde in die Clinica Mobile gebracht. Dort ergaben die ersten Untersuchungen, dass er sich glücklicherweise keine schweren Verletzungen zugezogen hat.

Melandri verliert WM-Führung

"Heute musste ich zum ersten Mal zwei Nullnummern verzeichnen", ärgert sich Melandri. "Es waren zwei unterschiedliche Rennen, die jedoch gleich endeten. Es tut mir sehr leid für das Team, das so hart arbeitet. Im ersten Rennen hatte mein Hinterreifen nicht genug Haftung, und ich verlor viel Zeit auf die Jungs vor mir. Deshalb habe ich versucht, sie in den Bremszonen einzuholen. Ich habe jedes Mal sehr spät und stark gebremst, aber in Kurve acht kam ich auf eine Bodenwelle und habe die Kontrolle über das Vorderrad verloren."

"Was die Ursache für meinen Sturz im zweiten Rennen war, weiß ich noch nicht. Ich war auf der Geraden, und das Vorderrad rutschte weg. Das war seltsam. Nun werde ich meine Batterien aufladen und in Portugal wieder angreifen." Haslam ist zwar durchgeschüttelt, aber glücklicherweise nicht schwerer verletzt. "Im ersten Rennen lief es wirklich schlecht. Ich hatte das Gefühl, dass ich schnell genug war, um mit Eugene Laverty und Chaz Davies mitzuhalten."

"Zunächst hatte ich etwas mit der Front des Motorrads zu kämpfen, und es war recht schwierig, die anderen zu überholen. Doch ab der Mitte des Rennens bekam ich bei den Richtungswechseln große Probleme, und in den letzten sechs oder sieben Runden hatte ich keinerlei Kraft mehr", berichtet Haslam. "Meine Rundenzeiten sind in den Bereich von hohen 59ern und zwei Minuten gestiegen, während ich gestern bei einer Rennsimulation immer 56er-Zeiten gefahren bin."

Haslam körperlich noch zu schwach

"Es war wirklich enttäuschend, denn ein Podiumsplatz war in greifbarer Nähe, doch mit der Verletzung und ohne Kraft in der Schulter konnte ich nichts ausrichten. Im zweiten Rennen habe ich mich recht wohl gefühlt. Ich kämpfte mit Eugene und Leon Camier, die am Ende die Plätze zwei und drei belegten. Ein paar Runden vor meinem Sturz machte ich einen Fehler und fiel hinter die Ducatis zurück. Doch ich konnte sie wieder überholen und auf Camier aufschließen."

"Doch dann verlor ich einfach die Kontrolle über das Vorderrad. Zuvor war ich nie gerutscht, es ist nur in dieser Runde passiert, und es ging ziemlich schnell. Es war seltsam. Im ersten Rennen sind einige Fahrer auf diese Weise gestürzt, im zweiten Rennen ist es Marco und mir so ergangen. Normalerweise stürzt man, wenn man bremst, aber dieses Mal war es anders. Ich habe mir keine neuen schwereren Verletzungen zugezogen, nur viele blaue Flecke."

Leon Haslam
Leon Haslam hat zwar blaue Flecken, aber keine schweren Verletzungen
© BMW AG

"Ich bin wieder auf die angeschlagene Schulter gestürzt, und ich habe mich am Ellbogen und am Finger leicht verletzt, aber es ist nichts Größeres. Ich bin froh, dass ich jetzt zwei Wochen Pause habe. Dann werden wir daran arbeiten, dorthin zurückzukehren, wo wir hingehören. Heute haben wir trotz meiner Verletzungen von Startplatz zwölf aus um Platz zwei oder drei gekämpft. Von daher kann ich eigentlich nicht unzufrieden sein. Aber ich bin einfach wegen des Sturzes enttäuscht."

Ausgerechnet beim wichtigen Heimspiel in Deutschland gab es dieses enttäuschende Resultat für BMW. "Es war ein Tag zum Vergessen", bringt es Motorsport Direktor Bernhard Gobmeier auf den Punkt. "Das Wochenende als solches lief eigentlich gut. Wir haben große Fortschritte gemacht, und die Motorräder waren gut für die Rennen vorbereitet. Die Fahrer haben sich auf den RRs wohl gefühlt, und wir haben auch gezeigt, dass wir sowohl in den Rennen als auch in der Qualifikation vom Tempo her gut dabei waren."

"Aber es war eben ein Tag, an dem wir einfach vom Rennpech verfolgt waren. Dafür können weder die Fahrer noch das Team etwas. Vielen Dank an die gesamte Mannschaft, die auch an diesem Wochenende so hart gearbeitet hat. Marco hätte zwei weitere Toppositionen holen können, doch es sollte heute nicht sein. Hut ab auch vor Leon, der trotz seiner Verletzung so hart gekämpft hat. Nun freuen wir uns auf Portimao. Es stehen noch vier Rennen aus, bei denen insgesamt 100 Punkte vergeben werden. Wir konzentrieren uns jetzt auf die nächsten Rennen und werden auch dort wieder unser Bestes geben."

In der Fahrerwertung ist Melandri mit 308,5 Punkten Zweiter, 9,5 Punkte hinter Spitzenreiter Max Biaggi. Haslam ist mit 189 Punkten Siebter. In der Herstellerwertung liegt BMW mit 377 Punkten auf dem zweiten Rang, 7,5 Zähler hinter Aprilia.

Artikeloptionen
Artikel bewerten

 

 
Nach oben