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Dunlop: Neukonstruktion feiert ihr Debüt in der Moto2

05. Juli 2012 - 16:38 Uhr

Worauf es aus Sicht der Reifen auf dem Sachsenring ankommt und welche Reifenmischungen Dunlop den Moto2-Piloten zur Verfügung stellt

Der Sachsenring gilt in puncto Reifenabrieb als sehr aggressive Strecke
© Ponsracing

(Motorsport-Total.com) - Am kommenden Wochenende steht auf dem Sachsenring mit dem Motorrad-Grand-Prix von Deutschland der achte Lauf der Moto2-Weltmeisterschaft auf dem Programm - Dunlop hat dabei die Neukonstruktion ART14, die ihr Debüt geben wird, im Gepäck. Der gegen den Uhrzeigersinn gefahrene Sachsenring bietet jede Menge Linkskurven, rechts herum geht es dagegen eher selten.

Folglich ist die linke Seite der Motorrad-Rennreifen hier deutlich höheren Belastungen ausgesetzt als die rechte. "Der Sachsenring ist eine technisch sehr interessante Strecke. Die wichtigste Überlegung ist, wie man die wenig genutzte rechte Seite des Reifens auf Temperatur halten kann, damit sie in der Lage ist, die gewünschte Leistung zu bringen, wenn sie benötigt wird", sagt Clinton Howe,
Dunlop-Einsatz-Leiter für die Moto2.

Ungleiche Angelegenheit

"Schließlich kommt sie über weite Strecken der Runde nicht zum Einsatz und kühlt dementsprechend ab", geht er ins Detail. "Folglich müssen unsere Reifen-Designer und Compound-Techniker den Hitzespeicher-Eigenschaften des Reifens besondere Aufmerksamkeit widmen."

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Aus diesem Grund kommt auf der deutschen Grand-Prix-Strecke zum ersten Mal in diesem Jahr der Dual-Compound-Reifen W919 zum Einsatz - und dazu gibt auch noch die Neukonstruktion ATR14 ihr Debüt. Das Designziel für diesen Reifen: mit nur einer Profilmischung einige der Eigenschaften nachzubilden, die sonst nur Dual-Compound-Reifen bieten.

"Den ATR 14 haben wir aufgrund des Fahrer-Feedbacks im Jahr 2011 entwickelt", sagt Dunlop-Manager Howe. "Wir hoffen, mit diesem Reifen zumindest einen Großteil der Stabilität liefern zu können, die sonst nur ein Dual-Compound-Reifen bietet, während wir dem Fahrer gleichzeitig ermöglichen, sich mit dem gleichen Vertrauen wie üblich auf die Reifenflanken zu verlassen."

Dual-Compounds sind gefragt

Eine Runde auf dem 3,671 Kilometer langen Sachsenring bei Chemnitz gleicht einer Berg-und-Tal-Bahn - mit zehn Links- und drei Rechtskurven. Die aufgrund des Streckenlayouts auf dem Sachsenring recht einseitige Belastung hat zur Folge, dass der Dual-Compound-Reifen W919 von Dunlop zum Einsatz kommt.

Die beiden Moto2-Standard-Mischungen - "3854 soft" und "3838 hard" - in einem Reifen. Damit steht den Fahrern das Beste aus zwei Welten zur Verfügung. Die Mischung "3838 hard" ist in der Lage, die sich ständig wiederholende Belastung der linken Seite zu verkraften, während die Mischung "3854 soft" dafür sorgt, dass die rechte Seite des Reifens bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen sie im Verlauf einer Runde gebraucht wird, sofort guten Grip liefert.

Neben dem W919 kommt die Mischung "3838 hard" zum Einsatz und bildet damit ein Gruppe-E-Spezial-Kontingent für diese Veranstaltung. Die "3838" wird auf einer Reifen-Neukonstruktion, dem ATR14, verwendet. Der ATR14 ist ein asymmetrischer Reifen, der entwickelt wurde, um die Hitzeentwicklung auf der arbeitenden linken Seite des Reifens zu bewältigen und gleichzeitig auf der deutlich weniger belasteten rechten Seite die Temperatur zu erhöhen.

Dieser Reifen fällt ebenfalls unter die Gruppe-E-Spezial-Einstufung und wird aktuell auch noch für einen Einsatz beim australischen Grand Prix auf Phillip Island im Oktober in Betracht gezogen. Die Mischung 3838 ist die härtere der beiden Standard-Compounds. Sie ermöglicht es den Fahrern, auf Strecken wie dem Sachsenring, nach dem Kurven-Scheitelpunkt schnell wieder Gas zu geben. Sie ist unempfindlicher in puncto Abrieb und bietet folglich eine höhere Laufleistung.

Sachsenring in puncto Reifenabrieb ziemlich aggressiv

"Der Sachsenring ist eine weitere Berg-und-Tal-Bahn und deshalb verlangt der Fahrer vom Reifen ein Maximum an Stabilität. Und das ganz besonders beim Bremsen auf Abwärts-Passagen", sagt Clinton Howe.

"Die Strecke ist auch in puncto Reifenabrieb ziemlich aggressiv, was zu überdurchschnittlich hoher Abnutzung führen kann - besonders wenn es kühl ist oder unlängst geregnet hat. Aufgrund seiner Lage sind am Sachsenring die verschiedensten Wetterbedingungen denkbar. Darum wären weder kühle Temperaturen und Regen noch Sonnenschein und große Hitze eine Überraschung."

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