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Rossi verzweifelt: "Es ändert sich nie, das ist unglaublich!"

11. April 2012 - 19:19 Uhr

Auch mit der neuen GP12 kommt Valentino Rossi nicht zurecht - Der MotoGP-Star erkennt keine Fortschritte und spricht über nachlassende Motivation

Valentino Rossi
Valentino Rossi tritt bei Ducati auf der Stelle und ist zunehmend verzweifelt
© RACE-PRESS.com

(Motorsport-Total.com) - Selten erregte ein zehnter Platz in der MotoGP so viel Aufmerksamkeit, aber der desaströse Saisonstart von Valentino Rossi beschäftigt seit Sonntagabend die Motorrad-Szene. Die Hoffnungen des neumaligen Weltmeisters auf eine bessere Saison als im Vorjahr, scheinen schon nach einem Rennen in weite Ferne gerückt zu sein. Schlimmer noch: In Katar war der 33-Jährige im Rennen sogar langsamster aller Ducati-Fahrer.

Die neue GP12 scheint Rossi noch mehr Schwierigkeiten zu bereiten als das auch nicht überragende Vorgängermodell. "Unsere Probleme sind völlig klar. Was am Hinterrad bei der Beschleunigung nicht funktioniert, kommt anschließend nach vorne und verursacht das Untersteuern", klagt Rossi gegenüber 'Motosprint'. "Am Kurveneingang erlaubt dir das Vorderrad nicht, weiter in die Kurve einzulenken. Den Grund dafür kennen wir nicht, aber das Untersteuern ist das größte Problem."

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Besonders frustrierend ist für den Italiener, dass dieses Problem schon seit seiner Ankunft bei Ducati besteht. "Das Unglaubliche ist, dass bei allen Ducatis, die ich seit 2010 gefahren habe, diese Charakteristik ähnlich ist. Egal, ob es die Version ohne Chassis ist, mit einer Carbon- oder Aluminium-Front oder mit einem kompletten Chassis", verzweifelt der 33-Jährige. "Es ändert sich nie, das ist unglaublich!"

Rossi fordert Hilfe von Team

Valentino Rossi
Neues Motorrad - altes Problem: Die Ducati untersteuert
© RACE-PRESS.com

Doch nicht nur das Untersteuern bremst den neunmaligen Weltmeister ein. "Der Motor ist ein weiteres großes Problem. Wir brauchen einen fahrbareren Motor, unser jetziger ist sehr aggressiv, mehr als der von Honda und viel mehr als der von Yamaha." Während sich Rossi bisher mit Kritik am Team zurückgehalten hat, fordert er nun mehr Unterstützung von Ducati. "Es liegt auf der Hand, wer für unser Motorrad verantwortlich ist: Preziosi ist der Boss und der kluge Kopf, der hinter allem steht. Es liegt jetzt an ihm, uns zu helfen", fordert Rossi.

Die Presse in der Heimat spekuliert schon über eine vorzeitige Trennung zwischen Rossi und seinem Team. "Ducati funktioniert nicht und Rossi sinkt immer tiefer. Diese tödliche Kombination treibt Valentinos Motivation immer mehr in die Tiefe. Nicht ausgeschlossen wird, dass Rossi seinen Vertrag mit Ducati bald auflösen wird", schrieb La Repubblica am Dienstag. "Ist die Ehe mit Ducati am Ende?", fragt das Blatt.

Auch Rossis Vater Graziano ist besorgt. "Valentino ist sehr bedrückt, seine Stimmung ist trüb. Ich glaube aber nicht, dass er gerade jetzt das Schiff verlassen wird. Er hofft noch, dass sein unreifes Motorrad ab Mitte der Saison bessere Resultate ermöglichen wird. Sollte sich die Lage im Juni jedoch nicht bessern, wird Valentino reagieren", erklärte Graziano Rossi. Der Vertrag läuft am Ende der Saison aus.

Rossis Motivation sinkt

Valentino Rossi
Die schwierige Situation nagt am Selbstvertrauen des Italieners
© Ducati

Rossi selbst gibt zu, dass er sich seine Zeit bei Ducati anders vorgestellt hatte. "Als ich Ende 2010 hierher kam, stellte ich mir vor, zwei Jahre für Ducati zu fahren und mit ihnen zu gewinnen. Aber es ist schwer. Außerdem wäre ich gerne noch zwei weitere Jahre geblieben", so der Italiener, der erstmals offen über Motivationsprobleme spricht. "Wenn es gut läuft, kämpfen wir vielleicht um den fünften oder sechsten Platz. Darüber bin ich nicht gerade begeistert."

"Wenn du um fünfte oder sechste Plätze kämpfen musste, verlierst du allmählich deine Begeisterung", sagte Rossi. "So verlierst du die Lust am Rennfahren. Darüber hinaus ist es auch für dein Ego hart, wenn du weißt, dass du auf der Strecke regelmäßig von anderen geschlagen wirst. Wenn dir das Fahren keinen Spaß mehr macht, wird alles nur noch schwieriger", beschreibt der Italiener den Teufelskreis, aus dem er jedoch ausbrechend will. "Wir müssen jetzt alle zusammen versuchen, bis zum Ende des Jahres das Motorrad deutlich zu verbessern. Wenn wir so viele Probleme lösen könnten, wäre das eine gute Sache."

Doch warum tut sich Rossi bei Ducati so schwer, während 2007 Casey Stoner auf einem Motorrad aus Bologna seine erste Weltmeisterschaft gewann? Darauf hat "Vale" eine Antwort: "Er hat einen sehr speziellen Fahrstil und war 2007 noch sehr jung, da fiel es ihm leichter, sich an die Ducati zu gewöhnen. Dieses Motorrad musst du auf ganz bestimmte Weise fahren, sonst bist du aufgeschmissen."

Sein Alter will Rossi als Erklärung für seine Schwierigkeiten jedoch nicht gelten lassen, auch wenn er zugeben muss, dass ihm eine Umstellung seines Fahrstils mit mittlerweile 33 Jahren nicht mehr leicht fällt. "Natürlich wird es mit zunehmendem Alter nicht einfacher, aber nach einem schwierigen Jahr hast du noch nicht vergessen, wie du an der Spitze dranbleibst. Meiner Meinung nach weiß ich immer noch, wie das geht."

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