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Lüthi: "Die 250er waren aggressiver"

15. März 2010 - 11:40 Uhr

Im Zuge seiner Saisonvorbereitungen mit der Viertakt-Moto2-Maschine blickt Thomas Lüthi nochmals auf seine 250er-Jahre zurück

Thomas Lüthi
Thomas Lüthi gewöhnt sich an die neue Moto2-Maschine von Moriwaki
© Interwetten

(Motorsport-Total.com) - Bei Tom Lühtis erster Ausfahrt mit der Moto2-Moriwaki in Barcelona vor rund einem Monat hatte ihm damals schon dessen Crew-Chief Alfred Willeke eine rasche Angewöhnung an das neue Material attestiert. Mittlerweile ist auch der 125er-Weltmeister des Jahres 2005 voll und ganz auf die Moto2-Maschine eingestellt, die im Vergleich zu seinem siegreichen Arbeitsgerät aus der Achtelliterklasse fast doppelt so schwer ist.

"Am meisten macht sich die Motorbremse bemerkbar, die bei einem Viertakt-Motor zum Tragen kommt", beschreibt Lüthi die Umstellung von Zwei- auf Viertakt-Motorräder. "Es gibt aber viele Einstellungsmöglichkeiten bei der Rutschkupplung, die wir an diesem Motor verwenden. Diese kann man ganz auf die persönlichen Bedürfnisse eines Fahrers abstimmen. Und dann kommt eben noch das höhere Gewicht dazu. Dadurch fühlt sich eine Viertakter beim Fahren etwas schwammiger an, wenn ich das so bezeichnen darf."

"Im Vergleich dazu war die 250er aggressiv, direkter im Ansprechverhalten und kompromissloser", so Lüthi weiter. "Trotzdem sind das Handling und die Fahrweise der Viertakt-Moriwaki vom Motorrad her ebenfalls sehr direkt. Ich muss ehrlich sagen, dass es mir bereits sehr viel Spaß macht, damit zu fahren." An die Jahre mit der 250er Aprilia in der Viertelliter-WM erinnert sich der Zürcher dennoch gerne zurück.

"Die 250er waren richtige Rennmaschinen", meint der 113-fache Grand-Prix-Starter rückblickend, wovon er 46 in der 250er-Klasse bestritten hat. "Das waren Motorräder, die man richtig fliegen lassen konnte. Wenn ich jetzt zurückdenke, bin ich froh diese Zeiten miterlebt haben zu können. In diesen drei Jahren habe ich einiges Positives erlebt. Aber andererseits richte ich mich gerne auch nach der Zeit und orientiere mich zukunftsweisend, denn die neue Moto2-Klasse macht genauso viel Spaß."

Für Lüthi ist die neugeschaffene Kategorie ein besonderer Anreiz. "Für mich ist diese Saison etwas ganz Spezielles", so der Interwetten-Moriwaki-Pilot. "Ich habe es in meiner gesamten Karriere noch nie erlebt, ohne irgendwelche Referenzdaten arbeiten zu müssen. Die Situation ist momentan völlig konträr zu jener Zeit als ich zu Aprilia kam. Damals gab es zuhauf Daten, Referenzen und Zeiten. Das Team kannte das Motorrad usw., jetzt ist aber alles neu!"

Interwetten-Team schon gut aufeinander eingespielt

Mit der Übernahme der Teamstrukturen von Terrell Thien hat sich für den Schweizer auch in seinem Umfeld einiges geändert. "In erster Linie müssen wir versuchen uns noch besser aufeinander einzuspielen", sagt Lüthi. "Aber zum jetzigen Zeitpunkt kann man sagen, dass dies schon sehr gut funktioniert und ich bin auch sehr glücklich darüber, wie die Strukturen geschaffen sind. Wir sind sicher eine super Truppe, die Atmosphäre ist sehr entspannt, was ich natürlich positiv empfinde."

Für viele Jahre war Tom beim italienischen Lederkombi-Hersteller Dainese unter Vertrag und hat dort auch maßgeblich an der Entwicklung des Airbag-System mitgewirkt. In der Saison 2010 wird Lüthi mit Rennoveralls, Handschuhen und Motorradstiefel von Alpinestars ausgerüstet. "Dieser Deal kam durch Honda Schweiz zustande", klärt der 23-Jährige auf. "Honda Schweiz ist der Importeur von Alpinestars bei uns und wir bekommen von ihnen auch Unterstützung mit unserem Moto2-Projekt."

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