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Lorenzo: "Ich habe mich so stark gefühlt!"

04. Oktober 2009 - 18:53 Uhr

Während Jorge Lorenzo ausgelassen seinen Estoril-Sieg feierte, haderte Yamaha-Kollege Valentino Rossi mit Gripproblemen: WM wieder spannend

Jorge Lorenzo
Jorge Lorenzo war in Estoril eine Klasse für sich: Überlegener Sieg in Portugal
© Yamaha

(Motorsport-Total.com) - Jorge Lorenzo war in Estoril eine Klasse für sich. Der Polesitter musste sich nur am Start kurz Honda-Pilot Dani Pedrosa geschlagen geben, doch nach ein paar Kurven hatte er die Führung wieder übernommen und zog dem Feld davon. Am Ende siegte er mit über sechs Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Casey Stoner (Ducati).

Für Teamkollege Valentino Rossi lief es bei seinem 100. Start für Yamaha nicht so gut. Er fiel von Startplatz zwei zurück, musste das ganze Rennen über mit Gripproblemen kämpfen und kam schließlich mit über 23 Sekunden Rückstand auf Lorenzo als Vierter ins Ziel. Zwar konnte der "Doktor" die Führung in der Gesamtwertung behaupten. Doch Verfolger Lorenzo ist bei drei noch ausstehenden Rennen, in denen noch 75 Punkte vergeben werden, bis auf 18 Zähler an Rossi herangrückt - die WM ist also wieder spannend.

Entschieden ist jedoch die Teamwertung: Hier hat sich FIAT-Yamaha in Estoril vorzeitig den Titel geholt. Und auch etwas anderes ist seit heute klar: Weltmeister wird ein Yamaha-Pilot. Die Frage ist nur, ob Rossi oder doch Lorenzo.

"Ich hätte ganz ehrlich nicht gedacht, dass ich von da ab keine Gegenwehr mehr bekomme."
Jorge Lorenzo

"Heute haben wir das erste unserer Saisonziele erreicht - wird sind Teamweltmeister geworden", erklärt Teamchef Masahiko Nakajima. "Ich möchte mich dafür bei unseren Fahrern, unseren Mitarbeitern und den Ingenieuren von YMC bedanken, die uns ermöglicht haben, dieses großartige Ergebnis zu erzielen. Ich danke auch unseren Sponsoren und Partnern, deren Beitrag für Yamaha und das Werksteam sehr wichtig ist."

Lorenzo, der mit seinem Rennanzug und Helm an die Mondlandung vor 40 Jahren erinnerte und nach der Zieldurchfahrt erst einmal eine Fahne ins Kiesbett steckte und einen Moonwalk hinlegte, feierte seinen überlegenen Sieg ausgelassen: "Was für ein Tag! Ich bin so glücklich, dass ich auf der Strecke, auf der ich im vergangenen Jahr meinen ersten MotoGP-Sieg geholt habe, wieder gewinnen konnte."

Er habe in der Pause zusammen mit seinem Vater intensiv an seiner Fitness gearbeitet, berichtet Lorenzo weiter: "Vielleicht hat mich das noch ein bisschen schneller gemacht. Ich habe mich an diesem Wochenende so stark gefühlt! Es ist klasse, wenn man so gewinnt, nachdem man schon in jeder Session topp war."

"Jorge ist so gut gefahren wie noch nie zuvor."
Daniele Romagnoli

"Ich hatte einen guten Start und habe nur ein paar Kurven gebraucht, um wieder an Dani vorbeizukommen und die Führung zu übernehmen, aber ich hätte ganz ehrlich nicht gedacht, dass ich von da ab keine Gegenwehr mehr bekomme und dass ich mit so großem Vorsprung ins Ziel komme", fasst Lorenzo sein Rennen zusammen. "Diese Strecke liegt mir, aber ich bin jetzt eigentlich überall mehr oder weniger schnell. Der Titelkampf ist jetzt wieder enger. Zwar ist es immer noch nicht einfach, aber ich habe nichts zu verlieren!"

"Wir waren heute recht zuversichtlich, aber wir hätten nicht erwartet, dass wir so dominieren können", pflichtet Lorenzos Renningenieur Daniele Romagnoli bei. "Wir waren das ganze Wochenende über konstant schnell, aber das Team hat sich nach dem Qualifying noch einmal gesteigert und Jorge ist so gut gefahren wie noch nie zuvor. Jetzt ist die Meisterschaft noch spannender und in den letzten Rennen stehen wir alle im Mittelpunkt des Interesse. Aber wir freuen uns auf die Herausforderung!"

Rossi denkt nun von Rennen zu Rennen

Rossi war weniger zum Feiern zumute: "Es war für mich ein sehr schwieriges Rennen. Ich war nie in der Lage, schnell zu fahren, weil ich hinten nicht genügend Grip hatte und unser Reifen hat nicht richtig funktioniert. Aber ich glaube, das war eher ein Problem mit dem Setting. Nach ein paar Runden war ich in großen Schwierigkeiten und mir war sofort klar, dass das nicht 'unser' Rennen wird. Ich hatte schon im Training Probleme, aber heute dachte ich, dass ich zumindest mit Stoner und Pedrosa mithalten kann. Aber sie konnten sich im Rennen noch steigern und ich hatte keine Chance."

Valentino Rossi
Valentino Rossi haderte das ganze Wochenende über mit Problemen
© Yamaha

"Am Freitag hatte ich drei Zehntelsekunden Rückstand und leider ist das das ganze Wochenende über und ich heute im Rennen so geblieben", seufzt Rossi. "Ich hatte hier in Estoril schon im vergangenen Jahr Probleme. Vielleicht wird das Hinterrad bei unserer Abstimmung sehr heiß und die Gripprobleme liegen daran. Es ist schade, dass ich es nicht auf das Podium geschafft habe, aber wir haben noch drei Rennen auf drei großartigen Rennstrecken. Wir müssen von Rennen zu Rennen denken und herausfinden, was heute das Problem war, damit wir es rechtzeitig bis Phillip Island beheben können."

"Wir sind heute eigentlich nicht wirklich ein Rennen gefahren", ergänzt Rossis Renningenieur Davide Brivio. "Valentino hatte Probleme, er bekam die Reifen nie richtig zum Arbeiten und war deshalb nicht konkurrenzfähig. Wir werden uns das im Detail ansehen. Doch Valentino hat das Rennen trotz der Schwierigkeiten bravourös beendet. Denn er wusste, dass es darum ging, zu punkten. Und wir haben hier 13 wichtige Punkte geholt."

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