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Michelin-Boss: Reifenmonopol wird nicht viel ändern

10. Oktober 2008 - 16:14 Uhr

Jean-Philippe Weber begründet, warum sich Michelin gar nicht als MotoGP-Ausrüster bewirbt und bezweifelt, dass das Reifenmonopol alles besser macht

Michelin-Reifen
Bald Vergangenheit: Michelin ist nächstes Jahr nicht mehr in der MotoGP
© Yamaha

(Motorsport-Total.com) - Als die MotoGP entschied, ab der kommenden Saison ein Reifenmonopol einzuführen, hat Michelin seinem Rivalen Bridgestone das Feld kampflos überlassen. Die Franzosen haben darauf verzichtet, sich für den Zuschlag zu bewerben und ließen die Frist am 3. Oktober kommentarlos verstreichen. Michelin-Chef Jean-Philippe Weber hat nun begründet, warum man sich gar nicht die Mühe gemacht hat, sich für den Zuschlag als Exklusivausrüster zu empfehlen.

"Unsere Philosophie war immer, Produkte im Wettbewerb zu entwickeln", wurde Weber von 'Motorcyclenews' zitiert. "Wir haben viele Titel gewonnen und auch wenn unsere Ergebnisse in der MotoGP in den vergangenen beiden Jahren nicht so gut waren wie erwartet, wollten wir immer einen harten Gegner haben. Das war unsere Philosophie. Als das Reifenmonopol eingeführt wurde, hat Michelin entschieden, sich nicht zu bewerben. Denn das ist nicht die Basis, auf der wir unsere Produkte entwickeln wollen."

Man bedaure nicht, dass man sich nicht zumindest beworben hat, erklärte Weber weiter: "Das Reifenmonopol wurde ja nicht allein von den Reifenherstellern eingeführt. Die Teams und Fahrer haben dabei eine große Rolle gespielt. Es überrascht mich auch nicht. Schließlich hat jede Topserie auf zwei und vier Rädern sich für einen alleinigen Reifenlieferanten entschieden." Zu diesen Topserien gehören die Formel 1, die WTCC und die WRC - überall hat sich die Michelin-Gruppe mit der Einführung des Reifenmonopols mal mehr, mal weniger freiwillig verabschiedet.

Die Dorna hatte das Reifenmonopol damit begründet, dass die MotoGP sicherer und kostengünstiger werden soll. Zudem erhofft man sich, dass es wieder spannendere Rennen gibt - ein Einheitsreifen soll für mehr Chancengleichheit und damit heißere Duelle auf der Strecke sorgen.

Michelin-Boss Weber bezweifelt, dass es dazu kommen wird. "Ich denke nicht, dass sich viel ändern wird. Die Rennen werden nicht enger werden und es wird neue Probleme geben", sagte er. "Man braucht ein breites Angebot an Reifen. Wenn man nur harte Reifen hat, bekommt der Pilot Probleme, der nur auf weichen Reifen fahren kann." Und: "Die MotoGP ist ein Sport, in dem der Wettbewerb zwischen zwei Reifenherstellern eine große Rolle spielt."

Auch das Argument, dass die Einheitsreifen die Serie sicherer machten könnten, lässt Weber nicht gelten. Selbst wenn die Maschinen zwei Sekunden langsamer seien, würden die Unfälle immer noch bei hoher Geschwindigkeit passieren. Zudem würden die Teams und Hersteller mit der Entwicklung schnell wieder aufholen, auch wenn es im nächsten Jahr gelingen sollte, die MotoGP-Bikes etwas auszubremsen, so Weber.

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