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Bradl und Cortese: Schlägt ihre große Stunde?

27. Oktober 2008 - 14:02 Uhr

Stefan Bradl wird 2009 mit Red-Bull-Geld voraussichtlich die 250er-WM bestreiten - Sandro Cortese freut sich auf das Weltmeisterteam

Stefan Bradl
Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Stefan Bradl zu den 250ern aufsteigen
© Kiefer

(Motorsport-Total.com/sid) - Die überraschende Kündigung seines persönlichen Hauptsponsors war für Stefan Bradl ein Schock - kurioserweise könnte sie für ihn aber zur großen Chance werden. Der angestrebte Aufstieg in die Klasse bis 250 ccm ist für Deutschlands Motorradtalent plötzlich wahrscheinlich, nachdem der 18-Jährige diese Hoffnung in der vergangenen Woche schon öffentlich beendet hatte. Doch die vorherigen Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft des WM-Vierten bei den 125ern führten zum spontanen Ausstieg des Sponsors.

Bradls Aufstieg ist nun nahezu beschlossen. Der Rechtevermarkter Dorna hat trotz eigentlich abgelaufener Meldefrist bereits seine Zustimmung erteilt. Der Bayer wird sehr wahrscheinlich ein Werksmotorrad erhalten, wenn auch nicht zwingend vom aktuellen Hersteller Aprilia. "Wir sind in Gesprächen. Es sieht gut aus", sagt auch Bradl. Entscheidend sind letztlich die Verhandlungen mit einem potenziellen Sponsor.

Red Bull bremst Grizzly aus

Dass es sich dabei um einen Hersteller von Energydrinks (Red Bull) handelt, bei dem durch den Ausstieg von KTM aus der 250er-Klasse plötzlich Ressourcen frei wurden, ist nur eine kuriose Randnote. Denn bei Bradls bisherigem Geldgeber (Grizzly) handelt es sich ebenfalls um ein österreichisches Unternehmen, das durch den 18-Jährigen seinen Energydrink auf dem deutschen Markt positionieren wollte.

"Eineinhalb Jahre haben wir sehr gut zusammengearbeitet", erzählt Bradl, nachdem das Unternehmen ihm nach seinem Rücktritt Anfang 2007 als Privatsponsor die Rückkehr in die WM ermöglichte, und ergänzt enttäuscht: "Dass und wie das Ganze nun beendet wurde, zeigt aber wieder einmal, dass es im Rennsport sehr hart zugeht - auf und neben der Strecke."

Ein Firmensprecher hatte "Meinungsverschiedenheiten" als Grund für die überraschende Trennung angegeben. Als er die Mail erhalten habe, sei das für ihn und alle im Kiefer-Team ein großer Schock gewesen, berichtet Bradl. Doch schnell wurde klar, dass dies eine große Chance war.

Denn trotz der verlockenden Perspektive, in der 125er-Klasse um den Titel zu kämpfen, will der Youngster unbedingt schnell aufsteigen. Hintergrund: Die Übergangsklasse der 250er wird 2011 in eine 600er-Klasse umgewandelt. Steigt Bradl erst im nächsten Jahr auf, hätte er nur ein Jahr Eingewöhnung und müsste sich dann mindestens wieder auf die 600er umstellen. Der Weg in die MotoGP würde sich wohl entsprechend vergrößern.

Cortese 2009 wieder in der 125er-Klasse

Sandro Cortese
Sandro Cortese hat 2009 seine bisher größte Chance auf eine Topsaison
© Photopress

Auch Vater Helmut, 1991 Vizeweltmeister, meint, dass "ein Wechsel für die Entwicklung sinnvoll wäre. Sonst verliert Stefan ein Jahr." Außerdem sei er "in der Beschleunigung sehr stark. Er würde optimal in diese Klasse passen." Der bisherige Sponsor hatte dagegen offiziell erklärt, es sei "nicht sinnvoll, einen Rohdiamanten wie Stefan Bradl allzu schnell auf den Weg Richtung Königsklasse zu senden."

In der 125er-Klasse könnte es im nächsten Jahr aber doch einen deutschen Titelkandidaten geben. Der ebenfalls 18 Jahre Sandro Cortese aus Berkheim, in diesem Jahr WM-Achter, wird unter Betreuung seines bisherigen Teamchefs Daniel Epp ins Team des Finnen Aki Ajo wechseln. Dieses hatte den Franzosen Mike di Meglio, 2007 noch WM-17., in diesem Jahr zum Weltmeister geformt.

"Ich freue mich sehr", sagt Cortese. "Auf mich wartet fast die ganze Crew des jetzigen Weltmeisters. Im Winter werde ich sehr hart arbeiten, um 2009 konstant ganz vorne dabei zu sein." Epp erklärt stolz, man habe schon seit langem ein Outsourcing geplant und Cortese nun "im besten Team der 125er-Klasse untergebracht".

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