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Bradl: "Der schönste Moment in meinem Leben"

13. Juli 2008 - 14:43 Uhr

Stefan Bradl freut sich im Interview über seinen zweiten Platz beim Heim-Grand-Prix und bedankt sich bei Vater Helmut für den entscheidenden Tipp

Stefan Bradl
Stefan Bradl schob sich in der Fahrer-WM wieder auf Platz vier nach vorne
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Frage: "Stefan, ausgerechnet auf dem Sachsenring hast du als Zweiter das beste Ergebnis deiner Karriere eingefahren. Was schoss dir in den Kopf, als du die Ziellinie überquert hast?"
Stefan Bradl: "Ich habe erst rüber zu meinem Team geschaut - und alle sind vor Freude fast von der Boxenmauer gefallen! Ich musste das erstmal sacken lassen. Es war ein stressiges Wochenende und es lastete sehr viel Druck auf mir. Aber von so vielen Fans gefeiert zu werden, war einfach ein unglaublich geiles Gefühl. Das war wohl der schönste Moment in meinem Leben, und ich habe ihn einfach nur genossen."

Frage: "War die Ehrenrunde mit der Deutschland-Fahne um die Schulter irgendwie geplant oder vorbereitet?"
Bradl: "Nein. Ich bin nun mal noch kein Valentino Rossi, der andauernd Siege feiert und sich dann vorher schon Spielchen und eine Show einfallen lässt. Aber ich denke, ich habe den vielen Fans eine gute Show geboten."

Frage: "Kurz nach dem Zieleinlauf hast du dich zu deinem Vater, dem früheren Vizeweltmeister Helmut Bradl, durchgearbeitet und bist ihm in die Arme gefallen. Das schien dir ein ganz großes Anliegen zu sein..."
Bradl: "Er durfte nicht so nah ran wie die Teammitglieder, aber ich musste da einfach hin. Und als wir uns in die Arme fielen, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Schließlich hat er mir wieder mal den entscheidenden Tipp gegeben. Ich wollte eigentlich die weichen Reifen, aber er hat gesagt: 'Nimm die harten!' Manchmal glaube ich ihm nicht, aber man sieht immer wieder, dass er Recht hat. So sind wir beide, wir vertragen uns auch immer ganz schnell wieder."

Frage: "Nach zwei zuletzt schwächeren Rennen wolltest du den Druck auf deine Person eigentlich niedrig halten, bist dann doch nach vorne geprescht, hast das Podium als Ziel ausgegeben und Wort gehalten. Wie wichtig war es, diese Situation zu meistern?"
Bradl: "Ich bin sehr froh, dass ich dem Druck standgehalten habe. Es ist schon sehr viel auf mich eingeprasselt, abends bin ich einfach nur ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Vor dem Start war ich dann ungewöhnlich nervös, aber im Rennen habe ich um mich herum nichts mehr mitbekommen und einfach nur mein Ding durchgezogen. Beim Heimspiel aufs Podium zu fahren, war mein Ziel und ein Supererlebnis. Nun mache ich erstmal Urlaub zu Hause, und dann will ich von Rennen zu Rennen schauen und so viel möglich rausholen."

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