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Hayden: Indy ist kein Tante-Emma-Laden

30. Mai 2008 - 11:03 Uhr

Ex-Weltmeister Nicky Hayden spricht über sein zweites Heimrennen in Indianapolis und die Hoffnung, in Mugello endlich eine Wende einleiten zu können

Nicky Hayden
Nicky Hayden fiebert der berühmten Rennstrecke in Indianapolis entgegen
© IMS

(Motorsport-Total.com) - Bislang sind auf dem Indianapolis Motorspeedway nur Autos gefahren, darunter die Creme de la Creme des Automobilsports wie Formel 1, IndyCars und NASCAR. 2008 gibt sich eine weitere Königsdisziplin in ihrer Rennkategorie die Ehre auf dem geschichtsträchtigen Brickyard - im September gastiert die MotoGP in Indy und die Piste wird damit erstmals von einer großen Motorrad-Rennserie unter die Räder genommen.

"Kentucky Kid" Nicky Hayden, der quasi in direkter Nachbarschaft zum Nudeltopf aufwuchs, freut sich ganz besonders auf diese Strecke - es ist sein zweiter Heimat-Grand-Prix, es ist ein Rennen auf einer der berühmtesten Rennstrecken der Welt und es ist eine Veranstaltung, zu der mit Sicherheit zahlreiche Fans zu erwarten sind - mehr als in Laguna Seca.

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"Der Indianapolis Motor-Speedway hat eine Geschichte, wie keine zweite Rennstrecke", erklärte Hayden. "Es gibt keinen berühmteren Ort auf der Welt, um dort mit Motorrädern oder Autos zu fahren. Das ist eine Riesensache, nicht nur für mich, sondern auch für unseren Sport. Ich weiß, dass sich die MotoGP die Fahrer und die Leute im Paddock wahnsinnig freuen, hier zu sein und diese Möglichkeit zu haben."

Der Reiz von Indy liegt in seiner Geschichte

"Für die MotoGP ist die Ostküste das auch ein Riesenmarkt", so der Honda-Pilot. "Deswegen haben sich viele Leute, z.B. Dorna, Red Bull und die Streckenbetreiber von Indy ziemlich ins Zeug gelegt, um diese Strecke zu promoten. Hoffentlich bekommen wir viele Fans zusammen, erwischen ein gutes Wetter und können eine gute Show abliefern."

Mit einem Ansturm der Massen, wie er beim Indy 500 oder beim Brickyard 400 üblich ist, rechnet Hayden im ersten Jahr jedoch nicht: "Das könnte im ersten Jahr etwas Schwierig werden. Immerhin fahren wir an einem Ort, wo sich 150.000 Menschen einfinden können. Ich würde sagen, dass das erste Jahr sehr schwierig wird, aber Indy ist auch kein Tante-Emma-Laden, sie wissen, wie man Veranstaltungen von Weltklasse vermarktet."

"Es wollen sicher auch Europäer kommen, um das Rennen zu sehen. Es ist nicht einfach nur ein Rennen auf irgendeiner Strecke in Iowa, das hier ist ein sehr berühmter Ort", so der Weltmeister von 2006, der in Indy mehr Fans erwartet, als in Laguna Seca.

Doch Indianapolis ist weit weg und die Realität ist ganz nahe da - Hayden versinkt nach seinem WM-Jahr 2006 nach 2007 momentan abermals in der Erfolglosigkeit. Teamkollege Dani Pedrosa kämpft um die WM und der Amerikaner hat Schwierigkeiten damit, überhaupt unter die ersten Fünf zu kommen - ein Dilemma für einen Weltmeister, der erklärt, dass es primär an seinem Fahrstil liege. Hayden ist es gewöhnt, viel mit dem heck zu arbeiten - Gift für die heutigen GP-Maschinen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

"Es war soweit ein schwieriges Jahr, aber noch ist es ziemlich früh", erklärte der Honda-Pilot gegenüber 'autosport.com'. "Sicher wären wir gerne ab sofort sehr stark, aber in Jerez und Estoril waren wir zwar sehr schnell, ohne aber wirklich gefährlich zu sein. Dann haben wir in Le Mans getestet, haben dort aber nicht wirklich etwas gefunden. Für dieses Wochenende haben wir einige Möglichkeiten, was das Setup betrifft."

Die hohe Konkurrenzdichte tut ihr Übriges: "Es ist nie einfach, weil dieses Feld einfach dicht beisammen ist. Wir werden aber weiterhin neue Sachen ausprobieren und niemals aufgeben. Ich hoffe, dass wir hier gut zurecht kommen und ein wenig Schwung in die Sache bringen können."

"Ich weiß, dass ich es schaffen kann und ich weiß, dass das Team es auch kann, weil wir es früher schon geschafft haben. Wir müssen die richtigen Bausteine zusammensetzen." Dies könnte der neue Motor sein, den Honda nach dem Rennen in Mugello ab Barcelona einsetzen möchte: "Hoffentlich ist er gut und hoffentlich kann ich ihn in Barcelona einsetzen. Ich habe dieses Chassis mit dieser Maschine bevorzugt, diese Kombination hat bei mir in Sachen Gewichtsverteilung und Richtungswechsel besser funktioniert", so Hayden.

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