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Bradl mit neuem Selbstbewusstsein

09. April 2008 - 12:01 Uhr

Kiefer-Aprilia-Pilot Stefan Bradl hat durch seine Erfolge bei den ersten zwei Saisonrennen Selbstbewusstsein getankt: "Die anderen kochen auch nur mit Wasser"

Stefan Bradl
Stefan Bradl hat sich für das Rennen in Estoril einen Podiumsplatz vorgenommen
© Kiefer

(Motorsport-Total.com) - Podiumsplatz in Katar, Rang vier in Jerez, Platz zwei in der Gesamtwertung - ein Saisonauftakt nach Maß für den jungen deutschen 125er-Piloten Stefan Bradl. Der Kiefer-Aprilia-Pilot, der im vergangenen Jahr nach vielen Enttäuschungen bereits das Handtuch geworfen hatte, tritt stärker auf als jemals zuvor. Der 17-Jährige ist vom neuen Erfolg nur wenig überrascht und hat sich für das kommende Rennen in Estoril einen erneuten Podiumsbesuch vorgenommen.

Der Wohlfühlfaktor im Kiefer-Team sei entscheidend, berichtete Bradl im Interview mit 'Eurosport': "Ich wusste, dass ich an die Spitze kommen kann, sobald das Umfeld stimmt. Bei Kiefer Racing hatte ich dieses Gefühl von Anfang an. Dass es zu Beginn der Saison so gut läuft, konnte man nicht unbedingt erwarten. Momentan passt einfach alles." Der Filius vom Ex-Vizemeister der 250er-Klasse, Helmut Bradl, überraschte in den ersten Saisonrennen vor allem durch hohe Aggressivität.

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"Sobald man vorne mitfahren kann entwickelt sich einfach ein größeres Selbstbewusstsein, das wiederum bessere Leistungen ermöglicht. Man erhält auch mehr Respekt von den Konkurrenz", erklärte der 17-Jährige die Eigendynamik des neuen Erfolges. "Für den Titel muss man ständig Topleistung bringen, außerdem darf man sich natürlich nicht verletzen. Eine wirkliche Aussage lässt sich erst zur Hälfte der Saison machen", spielte Bradl die hohen Erwartungen aus dem Umfeld erst einmal herunter.

Sein ursprüngliches Saisonziel hatte der junge Deutsche zwar mit dem Podium in Katar bereits nach einem Rennen abgehakt, doch bleibt das weiterlaufende Jahr natürlich nicht ohne weitere Ziele: "Ich will konstanter werden, sowohl in den Freien Trainings als auch in den Rennen. Um sich wirklich in der Spitze festzusetzen, darf einem kein Ausreißer passieren. Speziell im Qualifying tue ich mich noch schwer, eine wirklich schnelle Runde herauszupressen. Mit liegt eher die längere Distanz."

Auch für die Motorradfans in Deutschland bedeute sein persönlicher Aufschwung sehr viel, schätzte Bradl, der sich Kritik am hiesigen Fördersystem für Nachwuchspiloten nicht verkneifen konnte: "Meine dreijährige Erfahrung im Red-Bull-Rookies-Cup zeigt, dass die Förderung in Deutschland hinterherhinkt. Die Talente werden nur halbherzig unterstützt. Ich war der einzige aus unserem Jahrgang, der den Sprung geschafft hat und zwar ohne Unterstützung. In Spanien wird das Thema einfach konsequenter durchgezogen."