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Bradl: Ein Traum wird wahr
 
von Britta Weddige 11. März 2008 - 22:27 Uhr
 
Stefan Bradls turbulente Zeiten: Im vergangenen Jahr hatte er seine Karriere schon beendet, jetzt stieg er im gleich im ersten Saisonrennen aufs Podium
 
Stefan Bradl
Nach turbulenten Zeiten direkt aufs Podium: Stefan Bradl in Katar
 © Aprilia
(Motorsport-Total.com) - Nach seinem sensationellen dritten Platz in Katar fiel Stefan Bradl erst einmal seinem Vater Helmut in die Arme. Für den 18-jährigen Aprilia-Piloten war ein Traum wahr geworden, und das nach turbulenten Zeiten. Denn vor ziemlich genau einem Jahr hatte Bradl seine Karriere eigentlich schon beendet und wollte eine normale Berufsausbildung machen. Zu unglücklich war seine Zeit bei Repsol-Honda. Doch dann kam Kiefer-Racing, der junge Bayer fand eine neue motorsportliche Heimat und startete wieder durch. Dass er jedoch gleich im ersten Rennen in der 125-er-WM Dritter werden und damit als erster Deutscher seit Steve Jenkner 2004 aufs Podium fahren könnte, hätte er wohl nicht erwartet.

Es sei einfach unglaublich, er sei so glücklich, jubelte Bradl nach seinem Erfolg. "Ich freue mich riesig und widme diesen Podiumsplatz meinen Eltern, ohne die ich das nicht erreicht hätte", sagte er. "Nach dem zweiten Platz im Warm-Up wusste ich, dass ich mithalten kann. Mein Start war okay und ich konnte in den ersten Runden gleich wichtige Plätze gutmachen. Dass Bradley Smith und Gabor Talmacsi vor mir ausgefallen, sind war natürlich etwas Glück. Aber genau in so einer Situation muss man angreifen können und das habe ich gemacht."

 

 
Die "Strategie der Zielgeraden"

Als er drei Runden vor Schluss auf die führende Gruppe heranfahren konnte, habe er sich die "Strategie mit der Zielgeraden" zurechtgelegt, so Bradl: "Ich wusste, wenn ich in der letzten Kurve des Rennens mit meinem Motorrad etwas später ans Gas ging, konnte ich die beiden Fahrer vor mir noch vor der Ziellinie überholen, das hat hervorragend funktioniert."

 
"Ich habe das Gas in der letzten Kurve unheimlich früh aufgemacht und ich habe mich so klein wie möglich gemacht."
Stefan Bradl
Wie das genau ablief? "Ich hatte immer Blickkontakt zur vorderen Gruppe, es war aber schwierig, in Turn zwei und drei den Anschluss zu halten, weil mein Hinterreifen nachgelassen hat. In Turn vier war ich dafür absolut gut dabei. Ich habe gewusst: Wenn ich im Windschatten bin, dann kann ich ausscheren. Das habe ich in der letzten Runde genutzt. Es ist wirklich gut ausgegangen. Ich habe das Gas in der letzten Kurve unheimlich früh aufgemacht und ich habe mich so klein wie möglich gemacht."

 
Große Freude beim Teamchef

"Ein Top-Wochenende mit einem super Abschluss", freute sich auch Teamchef Stefan Kiefer. "Wie man schon bei den Vorsaisontests gesehen hat, war Stefan in der Lage, unter die ersten Zehn zu fahren. Abgesehen von einem kleinen Durchhänger am ersten Trainingstag bestätigte er dies das komplette Wochenende. Dass es letztlich der dritte Platz wird, ist unglaublich, das Motorrad war perfekt und die Mechaniker haben einen super Job gemacht."

 
"Wenn alles passt, kann ich ganz vorne mitfahren."
Stefan Bradl
Bradl weiß spätestens seit Katar eines: "Ich bin mit dem Team sehr zufrieden, fühle mich sehr wohl. Wir haben einen Superjob gemacht. Wenn alles passt, kann ich ganz vorne mitfahren."

 
Qualifying soll besser werden

Verbessern will sich der junge Zahlinger vor allem noch in der Qualifikation: "Da muss ich noch dazulernen. Ich muss im Qualifying 110 Prozent aus dieser einen Runde herausquetschen", erklärte er. "Ich kann gut konstante und schnelle Rundenzeiten fahren, aber am Qualifying muss ich noch arbeiten. Ich war nicht zufrieden, aber ich habe gesagt, am Sonntag muss es besser werden, und das ist mir gelungen."

Bradls Teamkollege Robin Lässer erreichte den 23. Platz. Der Rumäne Robert Muresan musste sein Motorrad schon in der ersten Runde mit einem überfetteten Motor abstellen.

 
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