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Fahrstil verändert: Lorenzo nur drei Sekunden hinter dem Sieg

Nur Platz fünf, aber geringster Rückstand in diesem Jahr: Jorge Lorenzo verändert in Silverstone Fahrstil und Renntaktik und erzielt weitere Fortschritte

(Motorsport-Total.com) - Jorge Lorenzo konnte beim Grand Prix in Silverstone nicht in der Spitzengruppe mitmischen, obwohl er die Top 5 beziehungsweise die Top 4 immer im Blickfeld hatte. Mit 3,5 Sekunden Rückstand auf seinen Ducati-Teamkollegen Andrea Dovizioso kam der Spanier als Fünfter ins Ziel. Vor allem sein geringer Rückstand ist bemerkenswert. Das unterstreicht, dass es bei ihm vorwärts geht. "Ja. Ich bin ein besseres Rennen als in Österreich gefahren", nickt Lorenzo zufrieden. "Meine Position ist zwar um eine schlechter, aber ich bin um drei Sekunden näher dran."

Jorge Lorenzo, Johann Zarco

Johann Zarco (5) war in Silverstone kein Gegner für Jorge Lorenzo (99)

Seit den Wintertests kam Lorenzo der Spitze sukzessive näher, auch wenn seine Adaption auf die Ducati länger dauerte, als viele erwartet haben. Der Aufwärtstrend ist dennoch unübersehbar. In Silverstone verfolgte Lorenzo eine andere Taktik als zuletzt in Brünn und Spielberg, wo er nach dem Start die Führung übernahm. "Ich hatte keinen guten Start, weil ich meine Position hielt und nicht nach vorne kam. Ich hätte andere Fahrer auf der Bremse überholen können, aber ich entschied mich gegen dieses Risiko."

Deswegen wählte Lorenzo bewusst von Beginn an eine andere Taktik: "Diesmal habe ich meinen Fahrstil verändert, vor allem mit dem Gasgriff, damit das Hinterrad nicht so stark durchdreht. Nur das hat sich verändert. Wenn ich zu Beginn etwas schneller gefahren wäre, hätte der Reifen dann stärker nachgelassen." Dieses Phänomen war in Brünn und Spielberg zu sehen. Nach anfänglicher Führung brachen Lorenzos Rundenzeiten ein. Ohne Grip am Hinterreifen ging es für ihn rückwärts.

Anderer Umgang mit Gasgriff funktioniert

In Silverstone teilte er sich das Rennen besser ein. "Es ging darum, wie ich das Gas aufreiße. Bisher habe ich es ähnlich wie mit der Yamaha gemacht, aber mit diesem Bike muss man seinen Stil im Laufe des Rennens anpassen", schildert Lorenzo. "Jetzt finde ich besser den Weg, wie man den Reifen am Leben hält. Das wird mir für die nächsten Strecken sicher helfen." Der Umgang mit den Reifen ist auch Teil des Erfolgsgeheimnisses von Dovizioso, der einmal mehr extrem clever agierte und alles unter Kontrolle hatte.

Jorge Lorenzo, Cristian Gabbarini

Jorge Lorenzo mit seinem Crew-Chief Cristian Gabbarini

"Wir müssen für die Zukunft die Motorcharakteristik etwas verändern", fordert Lorenzo trotzdem eine technische Hilfe für den Reifenverschleiß. "Unsere Ingenieure arbeiten daran. Wenn der Grip am Hinterreifen nachlässt, wird das Motorrad sehr aggressiv und man muss sanft mit dem Gas umgehen. Vor diesem Rennen war ich wahrscheinlich selbst zu aggressiv, wenn der Grip nachgelassen hat. Jetzt ändere ich diesen Stil und es funktioniert. In Zukunft würde ich gerne wieder meinen Stil fahren, aber momentan ist das nicht möglich."

Trotzdem kommt Lorenzo der Spitze immer näher. Seine letzte sieglose Saison war 2005, sein erstes Jahr in der 250er-Klasse. Schafft er es noch, seine perfekte MotoGP-Bilanz aufrechtzuerhalten? "Die Zeit tickt", lacht Lorenzo. "Es kann natürlich passieren. In Misano könnte es eine gute Chance geben, aber es wird natürlich nicht einfach, weil es dort viele Kurven gibt. Marquez und Honda sind jetzt sehr stark. Auch beim Misano-Test war er sehr schnell. Ich glaube aber, dass ich mit den Topfahrern um das Podium kämpfen kann - vielleicht sogar um den Sieg."

Auch wenn es nicht klappt, hat Lorenzo sein langfristiges Ziel, den WM-Titel mit Ducati, nicht aus den Augen verloren. Der jüngste Aufwärtstrend stimmt ihn zuversichtlich: "Aber zuerst brauche ich weitere Podestplätze und einen Sieg. Mit besseren Ergebnissen können wir besser ins nächste Jahr starten. Dann kenne ich das Motorrad und vielleicht wird das Bike auch besser. Theoretisch sehe ich die Zukunft immer besser und besser."

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