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20 Jahre Teammanager: Fausto Gresini über Erfolge & Verluste

Aprilia-Teammanager Fausto Gresini blickt anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums auf seine Manager-Karriere zurück - Erinnerungen an Kato und Simoncelli

(Motorsport-Total.com) - Fausto Gresini blickt auf ein ereignisreiches Leben als Teammanager zurück, 20 Jahre dauert seine zweite Karriere bereits an. Der Italiener war von 1983 bis 1994 selbst aktiver Rennfahrer und konnte zweimal den Titel in der 125er-Klasse einfahren (1985, 1987), der er in seiner gesamten aktiven Zeit treu blieb. 1997 begann mit dem Einstieg seines eigenen Rennstalls in die 500er-Klasse eine neue Erfolgsgeschichte - mit einigen Tiefen durch die Verluste zweier Toppiloten.

Fausto Gresini

Fausto Gresini besucht die Gedenktafel von Marco Simoncelli in Sepang

"Für einen Rennfahrer ist es schwierig, die Karriere zu beenden und sich dann neu zu orientieren und etwas Neues zu beginnen", erklärt Gresini im Gespräch mit 'MotoGP.com'. Als er den Helm 1994 an den Nagel hing, erträumte er sich wohl kaum, dass er nach 20 Jahren mit drei Teams in der MotoGP, der Moto2 und der Moto3 vertreten sein würde.

"1997 begann ich als Teammanager, ein Jahr später nahm Alex Barros mit der Vierzylinder-Maschine teil. Das war ein sehr gutes Jahr, wir wurden mit Podestplätzen und guten Ergebnissen belohnt." Der Brasilianer wurde Neunter in der Gesamtwertung. Ein Jahr darauf ging das Team in die 250er-Klasse, die Honda pilotierte Loris Capirossi.

Erster Schicksalsschlag: Japan 2003

"Der wohl beste Moment meines Teammanager-Daseins war der erste Sieg, den Loris Capirossi für unser Team geholt hat. Unseren ersten Grand-Prix-Erfolg werde ich niemals vergessen." In Malaysia gewann der Italiener, zwei weitere Siege folgten in jenem Jahr. Er wurde Dritter in der Meisterschaft, bevor er 2000 in die 500er-Klasse aufstieg. "Honda vertraute uns Daijiro Kato an", erinnert sich Gresini.

Loris Capirossi

Loris Capirossi (rechts) konnte für Gresini den ersten Sieg einfahren

In der Saison 2000 holte der Japaner vier Siege, doch 2001 übertrumpfte er die Konkurrenz mit elf Erfolgen. Gresini gewann mit Kato die erste 250er-Meisterschaft. "Schon das erste Jahr fuhr er toll, im zweiten gewannen wir die Meisterschaft. Mit Kato stiegen wir danach auch in die MotoGP ein." Im ersten Jahr wollte das Team Erfahrung sammeln, um im zweiten mit dem Japaner angreifen zu können. Doch das Schicksal wollte es anders.

"Leider verunglückte er im ersten Grand Prix tödlich." Im Grand Prix von Japan 2003 stürzte Kato nach der schnellen Linkskurve 130R beim Anbremsen auf die Schikane. 13 Tage nach dem Crash erlag er seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. "Das war eine sehr schwierige Zeit als Teammanager. Ich dachte immer, dass er wollen würde, dass wir weitermachen - und das taten wir." Nur eine Woche nach Katos Tod schaffte Sete Gibernau im Rennen von Südafrika den ersten MotoGP-Erfolg für die Mannschaft.

Malaysia 2011: "Marco wurde uns genommen"

Zu jenem Zeitpunkt ahnte Gresini nicht, dass er dieses Martyrium noch einmal durchleben würde. "Zwar konnten wir die Weltmeisterschaft bislang noch nie gewinnen, aber wir haben immer gekämpft." Mit Gibernau wurde Gresini zweimal MotoGP-Vizeweltmeister (2003, 2004), 2005 folgten Siege mit Marco Melandri. Der Italiener holte ebenfalls den Vizeweltmeistertitel.

"Und dann kam Marco Simoncelli." Der Italiener holte sich 2008 den Titel in der 250er-Klasse, ehe er 2010 zu Gresini in die MotoGP wechselte. Er galt als aufgehender Stern am italienischen MotoGP-Himmel, als möglicher Nachfolger von Valentino Rossi. "Sein Aufstieg ging sehr schnell voran. Als er ins Team kam, war er wirklich sehr stark und konkurrenzfähig. Er schaffte es ein paar Mal auf das Podium." Gresini kann sich noch heute an die Jubelzeremonien in Brünn und Australien erinnern.


Fotostrecke: Ciao, Marco Simoncelli

Doch auch diese Szenen werden von Wehmut begleitet. Am 23. Oktober 2011 wurde Simoncelli bei einem Sturz in Malaysia getötet. "Dann kam dieser verdammte Sonntag und er wurde uns genommen. In wenigen Jahren habe ich den Verlust von gleich zwei wichtigen Piloten verkraften müssen. Meine Karriere als Teammanager war demnach nicht wirklich einfach. Ich musste ein paar harte Zeiten überstehen", blickt der heute 56-Jährige zurück.

2010 holte Gresini mit Toni Elias den ersten - und bisher auch einzigen - Titel in der neuen Moto2. "In den vergangenen 20 Jahren haben wir sehr viel erreicht und unzählige Seiten Motorrad-Geschichte geschrieben."

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