Historischer Erfolg: Danny Kent siegt auch in Barcelona

Danny Kent siegt in Barcelona und ist damit bereits jetzt der erfolgreichste Brite seit Barry Sheene im Jahr 1977 - Enea Bastianini verpasst ersten Sieg nur minimal

(Motorsport-Total.com) - Danny Kent sorgt in Großbritannien aktuell für großen Jubel. Der 21-Jährige schnappte sich im siebten Saisonrennen der Moto3 in Barcelona bereits seinen vierten Sieg. Damit hat der Pilot des deutschen Leopard-Teams nicht nur einen weiteren Schritt in Richtung WM-Titel gemacht, er ist damit auch der erste Brite seit 1977, der in der Motorrad-Weltmeisterschaft in einer Saison vier Siege holen konnte. Vor 38 Jahren konnte Barry Sheene in der 500er-Klasse sechs Saisonsiege feiern. Diese Marke wird Kent 2015 aller Voraussicht nach überbieten.

Titel-Bild zur News: Danny Kent

Danny Kent sicherte sich in Barcelona bereits seinen vierten Saisonsieg Zoom

Doch der Erfolg des Briten in Montmelo war hart erkämpft. Bis zur letzten Runde kämpften mit Miguel Oliveira (KTM), Niccolo Antonelli, Efren Vazquez, Enea Bastianini, Jorge Navarro und Kent (alle Honda) gleich sechs Piloten um den Sieg. Kent ging mit Bastianini im Schlepptau als Führender in die letzte Kurve und rettete am Ende einen Vorsprung von 0,035 Sekunden ins Ziel. Wäre die Ziellinie einige Meter weiter hinten gewesen, hätte der Italiener wohl gewonnen.

"Es war sehr schwierig", weiß auch Kent selbst. "Alle wollten gewinnen. Ich wusste, dass ich im letzten Sektor sehr stark war. Deshalb wollte ich am Anfang der Runde wegziehen und konnte im Infield vielleicht eine halbe Sekunde herausholen. Im Windschatten haben sie mich aber wieder eingeholt. In den letzten vier Runden habe ich sie ihr Ding machen lassen und habe dann in der letzten Runde zugeschlagen. Meine Strategie hat perfekt funktioniert."

Der geschlagene Bastianini ergänzt: "Ich bin glücklich, aber heute wäre der Sieg möglich gewesen. Der vierte Gang war zu kurz und überholen war nicht drin. Das Ergebnis ist aber fantastisch." Für den Italiener ist es seit Beginn der Saison 2014 bereits der fünfte zweite Platz in der Moto3. Auf seinen ersten Sieg in der Motorrad-Weltmeisterschaft muss der 17-Jährige allerdings weiterhin warten.

Rang drei ging derweil an Vazquez, der dem Leopard-Team der deutschen Kiefer-Brüder damit bereits das dritte Doppel-Podium der Saison 2015 bescherte. Antonelli sorgte dahinter dafür, dass die ersten vier Ränge allesamt an Honda gingen. Oliveira wurde als Fünfter bester KTM-Vertreter, Navarro wurde Sechster und sicherte sich damit seine beste Platzierung des Jahres. Sein Teamkollege Fabio Quartararo kam derweil nicht über Rang 14 hinaus.

Ein guter Grand Prix war es auch für Philipp Öttl. Der Deutsche ging von Rang neun ins Rennen und sprang nach dem Start sogar auf Platz sechs nach vorne. Der KTM-Pilot konnte lange in der neunköpfigen Spitzengruppe mithalten, musste den Kontakt allerdings nach sieben Runden abreißen lassen. Am Ende kämpfte er in einer vierköpfigen Verfolgergruppe mit Romano Fenati, Brad Binder (beide KTM) und Isaac Vinales (Husqvarna) um die Ränge sieben bis zehn.

"Ich denke, das Rennen war ganz okay", erklärt Öttl, der am Ende Zehnter wurde, bei 'Eurosport'. "Es war nicht perfekt, weil mir das Bike in der zweiten Rennhälfte schon zu schaffen gemacht hat. Das Chattering war bereits weniger, wir haben das Motorrad super eingestellt. Vielleicht wäre noch etwas mehr gegangen, aber fahrerisch war ich am Limit. Platz zehn ist ein gutes Ergebnis."

"Bei jedem Rennen lernt man immer viel Neues dazu. Das ist wichtig und nehme ich zu den nächsten beiden Rennen mit, bevor es dann in die Sommerpause geht", so Öttl. Hinter dem Deutschen sortierten sich Jorge Martin (Mahindra), Andrea Locatelli (Honda) und Niklas Ajo (KTM) ein. Großer Jubel auch bei Maria Herrera: Die Spanierin zeigte bei ihrem Heim-Grand-Prix eine fehlerfreie Leistung und durfte sich als 15. über ihren ersten WM-Punkt des Jahres freuen.

Einen gebrauchten Tag erwischte hingegen wieder einmal das Racing-Team-Germany. Bereits beim Start in die Einführungsrunde kam Katar-Sieger Alexis Masbou nicht vom Fleck. Er musste anschließend aus der Boxengasse starten und kam nicht über Rang 18 hinaus. Teamkollege John McPhee sah die Zielflagge nach einem Sturz überhaupt nicht. Nachdem das deutsche Team beim Saisonauftakt in Losail ganze 36 Punkte mitnehmen konnte, reichte es in den folgenden sechs Rennen zusammen lediglich noch zu 25 Zählern.

Insgesamt sahen sechs Piloten die Zielflagge nicht. Neben McPhee waren das Darryn Binder (Mahindra), Hiroki Ono (Honda) und die drei KTM-Piloten Gabriel Rodrigo, Jakub Kornfeil und Karel Hanika. In der Weltmeisterschaft baut Kent seinen Vorsprung weiter aus: Er liegt nun mit 149 Zählern an der Spitze, Bastianini ist weiterhin Zweiter. Sein Rückstand ist allerdings bereits auf 51 Punkte angewachsen.

Oliveira, Vazquez und Fenati liegen auf den Rängen drei bis fünf, haben allerdings jeweils bereits mehr als 70 Zähler Rückstand und scheinen damit bereits aus dem Rennen um den Titel ausgeschieden zu sein. In der aktuellen Form scheint Kent sowieso nur sich selbst schlagen zu können. Das nächste Rennen der Moto3-Weltmeisterschaft findet am Samstag, den 27. Juni, in Assen statt. Gestartet wird wie gewohnt um 11:00 Uhr MESZ.