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VLN Lauf 7 2017: Manthey siegt, Abbruch nach Massencrash

23. September 2017 - 15:48 Uhr

Überlegener Sieg für Manthey Racing: Michael Christensen und Kevin Estre gewinnen in dominanter Manier - Schwerer Massenunfall in der Fuchsröhre

Patrick Pilet
Manthey Racing holte den vierten Saisonsieg in der VLN-Saison 2017
© VLN

(Motorsport-Total.com) - Keine Gegner für "Grello": Manthey Racing hat beim siebten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft 2017 einen überlegenen Sieg eingefahren. Kevin Estre und Michael Christensen gewannen mit einem Vorsprung von fast zwei Minuten Vorsprung auf den Haribo-Mercedes von Lance David Arnold, Mario Farnbacher und Daniel Juncadella das 57. Reinoldus-Langstreckenrennen. Das Rennen wurde nach 3:30 Stunden mit der Roten Flagge abgebrochen.

Der Abbruch war auf einen Unfall im Streckenabschnitt Fuchsröhre zurückzuführen. Auf einer Ölspur, die vom Opel Manta gelegt wurde, rutschten sechs Fahrzeuge aus. Diese blockierten fortan die Strecke. Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand. Zudem waren alle verfügbaren Streckensicherungsfahrzeuge im Einsatz, sodass sich die Rennleitung in Abstimmung mit den Sportkommissaren aus Sicherheitsgründen zum Abbruch des Rennens entschied. Es war das erste Mal in der Saison 2017, dass ein VLN-Rennen mit der Roten Flagge abgebrochen wurde. Das Ergebnis jenseits der ersten Drei muss daher nun in einem komplizierten Prozess für jede Klasse einzeln rekonstruiert werden.

Spannender Kampf zu Beginn des Rennens

Dass es ein solch dominanter Manthey-Sieg werden würde, war nicht von Anfang an klar: In den ersten Runden gab es einen packenden Kampf zwischen dem Porsche #911, dem von Pole (Polezeit: 7:57.442 Minuten) gestarteten Haribo-Mercedes #8, dem mcchip-dkr-Renault #55 (Hammel/"Dieter Schmidtmann"/Laser) und dem 2018er Schnitzer-BMW #53 von Markus Palttala. In dieses Getümmel mischten sich zeitweise auch noch der brandneue 2018er-Nissan GT-R Nismo GT3 #23 (Krumm/Coronel) und der Walkenhorst-BMW #100 ein, der den dritten Platz holen sollte.

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Der Schnitzer-BMW schied aus dem Kampf planmäßig aus, als die Mannschaft das Auto an die Box holte, um sich weiter der regulären Testarbeit im Rennbetrieb zu widmen. Der Nissan war nach zweieinhalb Stunden komplett draußen, weil sich das Getriebe nicht mehr schalten ließ. Und der Renault war nur so lange in der Spitzengruppe vertreten, wie Heiko Hammel am Steuer saß. Später fiel man auf den vierten Platz zurück, den das kleine Team bis zum Ende behielt.

Manthey nimmt das Heft in die Hand

So blieben an der Spitze der Manthey-Porsche und der Haribo-Mercedes zurück. Lance David Arnold brachte den Goldbären-Renner ungewöhnlich früh nach fünf Runden zum ersten Mal an die Box, Manthey folgte etwas später. Dies bedingte einen längeren Stopp, wodurch der Mercedes in Führung ging. Doch schon nach wenigen Runden war "Grello" plötzlich bei Arnold wieder im Rückspiegel. Was war passiert? "Da hat einer in einer Code-60-Zone gemeint, er müsse 30 fahren. Das hat mich bestimmt 20 Sekunden auf einen Schlag gekostet", flucht der Duisburger.

Beim zweiten Stopp nach zwei Stunden kamen beide Boliden zeitgleich rein. "Ich hatte einen Reifenschaden, der zum Glück erst auf der Döttinger Höhe passiert ist. So hielt sich der Zeitverlust in Grenzen", meldet Kevin Estre. Nun glich sich die Boxenstandzeit wieder aus und der Manthey-Porsche ging mit großem Vorsprung zurück auf die Strecke - das Rennen war gelaufen. Durch das Zurückdrehen der Rundenzahl beläuft sich der offizielle Abstand am Ende auf 1:24 Minuten, allerdings war er zum Zeitpunkt der Roten Flagge schon auf fast auf 120 Sekunden angewachsen.

Reihen schon vor dem Start gelichtet

Die dominante Vorstellung des Manthey-Porsches war zum einen auf die wieder perfekte Leistung zurückzuführen, zum anderen aber auch auf die Abwesenheit einiger namhafter Gegner. Land-Motorsport ist beim GT-Finale zugange, Phoenix bei der DTM in Spielberg. Rowe ließ den siebten Lauf komplett sausen.

Hinzu kam, dass die dritte Startreihe nicht am Start teilnahm: Der Wochenspiegel-Ferrari #22 (Weiss/Kainz/Krumbach) konnte nach einem Elektronikproblem gar nicht erst starten. "Die Systemsteuerung des Autos hat sich aufgehängt. Wir versuchen diese aktuell zu reseten, aber eine Sicherungsbox lässt sich nicht zurücksetzen", erklärt Georg Weiss. Der Falken-Porsche #4 (Ragginger/Dumas) kam schon nach der Einführungsrunde an die Box. Ein Luftdrucksensor im Reifen spielte verrückt. Der Verdacht auf einen Plattfuß bestätigte sich nicht, die Siegchancen waren aber dahin. Der Porsche wurde Fünfter.

Die Entwicklung im Meisterschaftskampf ist abhängig vom finalen Ergebnis. Sämtliche Titelfavoriten waren in ihren Klassen im Kampf um den Sieg dabei. Allerdings kann das finale Ergebnis in den Klassen durch Boxenstopps beeinflusst werden - wenn etwa der Führende einer Klasse eine Runde früher zum Stopp kam, was ihm beim Zurückdrehen des Ergebnisses zum Verhängnis werden kann. Deshalb gilt es, das offizielle Resultat abzuwarten.

(Zum ausführlichen, offiziellen Rennbericht)

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