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TT-Cup-Tagebuch: Mission abgeschlossen!

20. August 2017 - 16:48 Uhr

'Motorsport-Total.com'-Redakteur Roman Wittemeier als Gaststarter beim Audi Sport TT Cup in Zandvoort: Tagebuch - Tag 3: Abschluss mit sauberem Rennen

Roman Wittemeier
Die Fahrt in der Startnummer 96 war einfach nur ein großer Genuss
© Audi

(Motorsport-Total.com) - Liebe Freunde der Nordsee-Dünen,
ich bin platt, ausgelaugt, leer, ein wenig dehydriert und gleichzeitig voller Eindrücke. Nach meinen Erlebnissen am Freitag und Samstag, dem Besuch des Kiesbetts im ersten von zwei Gaststarts im Audi Sport TT Cup, habe ich am heutigen Sonntag nur noch ein Strahlen im Gesicht. Tempo gesteigert, Fahrt in vollen Zügen genossen, Auto ohne einen Kratzer wieder zurück in den Paddock gebracht - Mission accomplished!

Die Nacht von Samstag auf Sonntag war viel ruhiger als die Nächte zuvor. Als ich am heutigen Morgen aufstehe, den sonnigen Himmel, die tollen Wellen und den schönen Strand von Zandvoort sehe, ist mir klar, dass es eigentlich nur ein guter Tag werden kann. Ausgeschlafen und mit dem für mich extrem wichtigen kleinen Coffein-Schub gehe ich um 9:15 Uhr in Richtung Fahrerlager. Schnelles Frühstück, dann eine weitere Daten- und Videoanalyse.

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Wir schauen uns meine "Machenschaften" aus dem Rennen vom Samstag noch einmal genauer an. Ich dachte, ich hätte meine Bremsperformance erheblich gesteigert - war aber leider nicht wirklich so. Die Daten zeigen eindeutig, dass ich noch viel zu zaghaft den Anker werfe, dem ABS noch nicht ausreichend vertraue. Der Punkt Bremse kommt also wieder einmal auf meine To-do-Liste für die nächste Ausfahrt. Ansonsten ist die Verbesserung der Rundenzeit um satte acht Sekunden vom Samstag eine echte Wohltat - auch auf dem Bildschirm in der Analyse einfach schön anzusehen.

Eine weitere Baustelle vom Vortag ist da aber noch: Mein Ritt ins Kiesbett zwei Runden vor dem Ende bleibt etwas rätselhaft. Leider zeigen die Daten nicht den Grund. Wir schauen uns also die Onboard-Aufnahme genau an. Im Video zu sehen ist nicht nur die Sicht aus dem Cockpit, sondern auch Gas- und Bremspedalstellung und zudem meine Bewegungen am Lenkrad und die g-Kräfte, die gerade wirken. Kurzum: Ich hatte zu wenig konsequent gebremst und aus Angst die Bremse gelöst als das Heck kam - mein Anfängerfehler.

Die Ursache für den Ausritt noch vor dem zweiten Rennen zu erfahren ist mir sehr wichtig, denn die Szene geistert in meinem Kopf herum. Das kann nicht gut sein zum Start in Lauf 2, denke ich. Das ist also abgehakt, keine großen Fragen mehr offen. Um 11:45 Uhr ein kurzes Briefing. Das leitende Personal des Audi Sport TT Cup bringt einen Reifen vom Vortag in den Raum. Die Lauffläche ist in der Mitte erheblich delaminiert. Viel Grip verspricht die Walze nicht.

Wo ist denn die rote Markierung hin?

"So sieht das aus, wenn ihr zu früh im Rennen zu hart über die Randsteine fahrt", erklärt Projektleiter Philipp Mondelaers und ermahnt die versammelte Fahrertruppe: "Lasst das in den ersten beiden Rennrunden bitte sein. Ihr könnt damit definitiv nichts gewinnen!" Es bleibt nun nur noch wenig Zeit bis zum Vorstart. Schnell springe ich in frische feuerfeste Unterwäsche und die weitere Ausrüstung. HANS und Helm drauf, ab in "mein" Auto mit der Startnummer 96.

Bei der Prozedur bis zum Start, die ich am Samstag schon einmal erlebt habe, gibt es keine weiteren neuen Eindrücke. In der Startaufstellung dann aber schon. Weil Bernhard van Oranje am heutigen Rennen nicht teilnimmt, rücke ich gemeinsam mit meinem Gaststarter-Kollegen Daniel Rösner ("Alarm für Cobra 11") um eine Position nach vorn. Ich stehe auf der linken Seite, mir fehlt der Referenzpunkt zum genauen Treffen der Startbox! Ich suche mir eine rote Markierung zur Orientierung.

Nach den beiden Aufwärmrunden finde ich diese rote Marke dummerweise irgendwie nicht wieder. Ganz seltsam. Man muss mir meine Nöte wohl unter dem Helm ansehen können, denn von links vorn grinst mich ein weiblicher Streckenposten an und signalisiert mir, wie weit ich noch rollen darf. Danke, die Dame! Die roten Ampeln gehen nach und nach an, dann recht schnell wieder aus. Start: Ich komme gut vom Startplatz weg, bin auf dem Weg in die Tarzan-Kurve schon an Daniel Rösner vorbei.

Der super nette und schnelle Schauspieler setzt sich jedoch in der Bremszone wieder rechts neben mich. Also lasse ich ihn ziehen. Wir haben uns schließlich abgesprochen. Nur wenn ich klar vorne bin, lässt er mich vorn fahren, ansonsten hat er aufgrund der besseren Startposition den Vortritt. Ein freundschaftlicher und guter Deal, denn wir wollen uns keinesfalls gegenseitig berühren und womöglich anderen damit das Rennen schwer machen. Schrott abliefern wollen wir auch nicht.

Die Augen brennen: Ist das heiß hier!

Es folgen die ersten zehn Runden, in denen ich Daniel mit recht großem Abstand folge. Er bleibt in Sichtweite, aber die Distanz verändert sich immer wieder, weil mal er, mal ich einen Fehler einbauen. Insgesamt sind wir aber - für unsere bescheidenen Verhältnisse - gut unterwegs. Wir werden konstant schneller. Nicht um Sekunden, aber im Zehntelbereich. Ich fühle mich im Auto viel wohler als am Vortag. Allerdings ist es fast unerträglich heiß im Cockpit.

Immer wieder muss ich mir den Schweiß aus den Augen wischen. Es brennt. Mein Hals wird trocken. Runde elf: Da ist mir doch gestern der Ausritt passiert. Bitte nicht nochmal. Reiß dich zusammen, denke ich. Ich nehme ein bisschen Tempo raus, will einfach nur noch sauber ins Ziel fahren. Meine Rundenzeiten steigen um rund acht Zehntelsekunden. Gar nicht viel. Und dennoch fühle ich mich beim Fahren in diesem Tempo komplett sicher mit ausreichend Abstand zum wirklichen Limit. Krass, wie viel leichter alles geworden ist!

"Bitte kein Funk bis alle im Ziel sind", ertönt in meinen Ohrstöpseln. Ist schon vorbei? Wird keine letzte Runde angekündigt? Nein, tatsächlich. Ich arbeite mich durch die letzten Kurven, entdecke auf der Geraden die karierte Flagge auf der rechten Seite. Geschafft! Sauberes Rennen gefahren, viel gelernt und groß genossen. Ich bin echt stolz, als es im Funk plötzlich heißt: "Daniel und Roman, ihr seid ein klasse Rennen gefahren. Und alle anderen auch. Super Action!"

Startnummer 96 heißt ab sofort Jane

Auf der Auslaufrunde nehme ich endlich wieder die Umgebung wahr. Alle Streckenposten winken, zeigen die Daumen nach oben. Ich winke zurück. Tut das gut, ein wunderbares Gefühl. Zurück im Paddock stelle ich meine "Jane" - ich nenne sie so, weil sie nach dem Fehler am Samstag dann doch noch Tarzan dauerhaft gebändigt hat ;) - ab, streichele noch einmal liebevoll über das Lenkrad und springe mit erschöpften Gräten aus dem Cockpit.

"Toll gefahren", heißt es von hier. "Super sauber durchgezogen", sagt eine Stimme aus der anderen Richtung. Ich nehme das leider viel zu wenig wahr, denn ich bin wegen der Hitze im Cockpit komplett platt. Mir etwas duseligem Kopf arbeite ich mich in die Hospitality vor, nehme mir sofort ein Glas Wasser. Endlich wieder ein wenig Energie. Leider bleibt zu wenig Zeit, die Eindrücke zu besprechen. Kurze Umarmung und Abklatschen mit Daniel, dann schnell umziehen.

Schon um 14:00 Uhr wartet Formel-1-Star Max Verstappen auf einige Medienvertreter. Ich schaffe es gerade pünktlich zum Termin, bin verschwitzt und sicher nicht so wohlriechend wie ein Gänseblümchen im Morgentau. "Bist du gerade gefahren?", fragt mich Verstappen. Ich nicke grinsend. "Geil, oder?" grinst der Niederländer zurück. Und wie. Ein Erlebnis, das ich niemals vergessen werde. Und sonst? Ganz ehrlich: Mein Respekt vor allen, wirklich allen, Rennfahrern ist unglaublich gestiegen. Danke für alles!

Viele Grüße und bis bald

Roman Wittemeier

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