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12h Bathurst 2017: Zweiter Ferrari-Sieg am Mount Panorama

05. Februar 2017 - 08:21 Uhr

Maranello Motorsport siegt bei den 12 Stunden von Bathurst 2017 - Van Gisbergen verliert die Nerven - Porsche und Bentley auf dem Podium

Toni Vilander, Jamie Whincup, Craig Lowndes
Vilander, Whincup und Lowndes gewinnen die 12 Stunden von Bathurst 2017
© Ben Nightingale

(Motorsport-Total.com) - Das Bathurst 12 Hour-Rennen 2017 war nichts für schwache Nerven: Das Hitzerennen bei jenseits von 35 Grad forderte reichlich Opfer und ließ Nerven durchbrennen. Toni Vilander, Craig Lowndes und Jamie Whincup siegten nach 16 Gelbphasen im Maranello-Ferrari #88 von der Pole-Position aus, obwohl sie zwischenzeitlich im Kiesbett steckten. Shane van Gisbergen bringt seine Teamkollegen gegen sich auf, ein Pro-Am-Fahrzeug landete auf dem Podium und kein Hersteller kam ohne Verluste durch.

Held des Tages ist Toni Vilander, der vielleicht den besten Stint seiner Karriere fuhr, den das gesamte Team mit Standing Ovations applaudierte, als der Finne aus dem Cockpit stieg. "Der Kerl ist echt schnell", bemerkt selbst der sechsmalige Supercar-Meister Jamie Whincup. Vilander zog seine ganz eigene Befriedigung aus dem Sieg: "Jetzt kann mich Mika Salo nicht mehr ärgern, dass ich hier nicht gewonnen habe." Salo gehörte zu Siegerpaarung von 2014, als Maranello Motorsport das Rennen zum ersten Mal gewann. Lowndes war als einziger Fahrer damals bereits dabei. (Zum Rennergebnis)

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Einen sensationellen zweiten Platz fuhr vor 40.364 Zuschauern der Competition-Porsche #12 von David Calvert-Jones, Patrick Long, Marc Lieb und Matt Campbell) aus der Pro-Am-Klasse trotz zahlreicher Vorfälle auf der Strecke heraus. Nach einem zähen Start ins Wochenende gelang dem M-Sport-Bentley #17 mit den Fahrern Steven Kane, Guy Smith und Oliver Jarvis auf Rang drei ein versöhnliches Ende mit dem dritten Platz. Ein kleiner Trost für Bentley, nachdem der Continental #8 (Soucek/Soulet/Abril) schon nach zehn Minuten einen Reifenschaden hatte und später durch einen Folgeschaden sieben Runden verlor.

Van Gisbergen bringt jeden gegen sich auf

Herzstück des Rennens war ein Duell zwischen dem siegreichen Ferrari und dem HTP-Mercedes #22 (Baird/van Gisbergen/Engel), das über Stunden ausgefochten wurde. Häufig wechselten dabei die Positionen auch auf der Strecke und nicht bloß durch die Boxenstopps. In der zweiten Rennhälfte stellte sich heraus, dass Ferrari das schnellere Paket hatte. Toni Vilander markierte auf seinem außergewöhnlichen Stint auch die schnellste Runde des Rennens in 2:02.908 Minuten.

Es wurde hin und wieder ruppig: Bei einem Restart drehte Craig Baird den führenden Ferrari ins Kiesbett. Es ist wohl der Popularität der einheimischen Supercar-Stars Lowndes und Whincup zu verdanken, dass die Streckenposten den Ferrari aus dem Dreck zogen, ohne dass dieser eine Runde verlor. Der Mercedes wurde dafür bestraft; der Ferrari hatte seine eigene Strafe bereits ganz am Anfang des Rennens, als Vilander seine Reifen noch aufwärmte, als das Safety-Car die Lichter schon ausgeschaltete hatte. Das ist per Reglement verboten.

Der Speed des Ferrari zwang HTP Motorsport zum Strategie-Poker: Van Gisbergen bekam beim letzten Boxenstopp keine frischen Reifen und kam dadurch wenige Sekunden vor Whincup auf die Strecke. Der Poker sollte nicht aufgehen: Mit mehr Grip ging Whincup 40 Minuten vor Schluss auf der Conrod Straight mit zwei Rädern im Gras in Führung. Van Gisbergen biss weiter und ging dabei über Leichen: Er entsorgte eine halbe Stunde vor Schluss den AMAC-Porsche #51 (McPherson/Muston/Miles), was eine Gelbphase auslöste.

Wenig überraschend erhielt der Neuseeländer dafür eine Durchfahrtsstrafe, die er aber gar nicht mehr antreten konnte. Auf dem Weg von The Dipper zu Forrest's Ellbow versenkte er den Mercedes AMG GT3 in der Mauer. Nachdem er daraufhin das Fahrzeug mitten auf der Strecke parkte und so ein weiteres Safety-Car auslöste, wurde von einigen Seiten der Sportsgeist des Vorjahressiegers hinterfragt. Maro Engel war außer sich: "Das ist für mich kein Motorsport. Ich muss echt aufpassen, was ich sage. Wir haben von Shane das ganze Wochenende über nur Fehler gesehen. Das ist echt hart." (Stunk bei HTP Motorsport nach van Gisbergens Fehlern)

Der Rest war für Whincup eine Routine, die er aus der Supercar-Serie zu gut kennt: Das Rennen in Führung liegend nach Hause bringen. Nach 290 Runden sah der Maranello-Ferrari die Zielflagge, sehr zur Freude des australischen Publikums.

Probleme ohne Ende am Mount Panorama

Es war das Finale eines langen und mühsamen Rennens, das hektisch begann und zahlreiche Opfer forderte. Als erstes erwischte es das schon in den Trainings gebeutelte Nissan-Team, als der GT-R #23 (Chiyo/Bumcombe/Caruso) an die Box geschoben werden musste und aus dem Kreis der Favoriten ausschied. Auch das Schwesterfahrzeug #24 (Strauss/Kelly/Mardenborough) kam nach zwischenzeitlicher Führung nicht ohne Probleme über die Runden und fiel ebenfalls aus dem Lostopf, als der GT-R Nismo GT3 im vierten Gang stecken blieb.

Auch für Porsche sollte die Führung kein Glück bringen: Nach einer Stunde geriet Earl Bamber mit einem GT4-Fahrzeug aneinander und beschädigte sich die Lenkung. Mit dem Walkinshaw-Porsche #911 (Bamber/Estre/Vanthoor) verloren die Zuffenhausener schon früh ihr heißestes Eisen. Doch die anderen Teams sprangen ein und zogen sich hervorragend aus der Affäre: Während der Competition-Porsche mit Platz zwei die Pro-Am-Wertung gewann, kam der zweite Walkinshaw-Renner #912 (Talbot/Martin/Padayachee) auf einen ebenso sensationellen vierten Gesamtrang und gewann so die Amateurklasse.

Nicht viel zu lachen hatten Audi, McLaren und BMW: Der erste Jamec-Pem-R8 LMS war bereits nach 20 Minuten draußen, als Frank Stippler im Fahrzeug #74 (Winkelhock/Frijns/Stippler) in den Esses abflog. Das Schwesterfahrzeug #75 (Tander/Mies/Haase) wurde Opfer eines Abschusses des Porsche #12 und stand daraufhin mitten auf der Strecke. Ausgerechnet Leanne Tander, die Frau des auf dem Audi gemeldeten Garth Tander, konnte in ihrem MARC-Mazda nicht mehr ausweichen. Der Audi verlor sechs Runden.

Pleiten, Pech und Pannen bei McLaren

BMW verlor alle Siegchancen durch technische Gebrechen: Nachdem Chaz Mostert im MARC-Fahrzeug #90 (Twigg/Haber/Mostert) in der ersten Stunde in Führung lag, war von BMW nicht mehr viel zu sehen. Das mit zwei Amateuren besetzte Fahrzeug schied mit diversen technischen Gebrechen aus. Der heißeste Kandidat der Münchner, der SRM-BMW #60 (Richards/Winterbottom/Wittmann), verlor neun Runden. Und das Legenden-Fahrzeug #7 (Skaife/Longhurst/Ingall/Glock) strandete nach einem Fahrfehler von Russell Ingall in The Dipper. Der 52-Jährige war untröstlich.

McLaren wurde im Rennen ganz früh gerupft: Nachdem der Tekno-Bolide #59 (Barnicoat/Kane/Davison) gar nicht erst starten konnte, verlor das Fahrzeug #1 (Parente/Bell/Ledogar) schon zu Beginn des Rennens mehrere Runden durch einen Elektronikdefekt. Die verlorene Zeit konnten die drei Piloten trotz eines großen Kraftakts nicht mehr aufholen. Nun verblieb noch der Darrell-Lea-Bolide #37 (Quinn/Quinn/Denyer/Walte), der trotz Amateur-Besetzung im Gesamtklassement bis zum Ausscheiden ganz vorne mitmischte. Eine Kollision im Bereich Forrest's Ellbow bedeutete jedoch das Ende.

Die Klasse B für Porsche-Cup-Fahrzeuge ging an Steve Richards Motorsport #21 mit den Fahrern Dean Grant, Dylan Okeeffe und Xavier West. In der Invitational Class kam es zu einem spannenden Schlussspurt, in dem der MARC-Focus #91 von Keith Kassulke, Williams Brown und Rod Salmon das Schwesterfahrzeug #92 von Hadrian Morral, Aaron Seton und Glenn Seton um acht Sekunden hinter sich ließ. Die GT4-Kategorie (Klasse C) war eine klare Angelegenheit für den PROsport-Porsche #19 von Andrew Pilgrim, Max Braams, Jörg Viebahn und Nikolaij Möller-Madsen mit fünf Runden Vorsprung.

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