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Von der Playstation über Dubai in den siebten Himmel

14. Januar 2013 - 09:38 Uhr

Der deutsche Nissan-GT-Academy-Gewinner Peter Pyzera wird für seinen starken Auftritt in Dubai belohnt: Mit dem Nissan GT-R in der Blancpain-Endurance-Series 2013

So hat alles angefangen: Peter Pyzera beim Rennen an der Playstation
© Nissan

(Motorsport-Total.com) - Peter Pyzera hat seine Feuertaufe mit Bravour bestanden. Der deutsche Sieger der Nissan-GT-Academy 2012 zeigte bei seinem ersten echten Renneinsatz eine starke Leistung. Beim 24-Stunden-Rennen in Dubai startete der 25-Jährige aus Gladbeck an der Seite von Sabine Schmitz, Alex Buncombe und Steve Doherty im Nissan 370Z GT4. In den Trainings und im Qualifying war die Mannschaft jederzeit an der Spitze der SP3-Klasse, im Rennen hatte man hingegen viel Pech und kam mit einigen Runden Rückstand ins Ziel.

"Ich bin froh, dass es geschafft ist", atmete Pyzera nach dem nervenaufreibenden Dauerlauf im Emirat erst einmal durch. Nach diesen Worten übermannten den neuen Rennfahrer die Emotionen. All der Druck, die Anspannung und die Anstrengungen entluden sich in Tränen. Die kurze Stille wurde schnell durch tosenden Ablaus abgelöst. Der Schritt vom Playstation-Gamer zum professionellen Rennfahrer innerhalb von wenigen Monaten: intensive Trainings, beinharte Ausscheidungen und schließlich der große Auftritt in Dubai.

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"Ich bin kaputt, geschlaucht. Ich fühle mich, als wäre ich seit drei Tagen wach", schildert Pyzera, nachdem er sich kurz sammeln konnte. Am Ende des 24-Stunden-Rennens überwiegt die Erleichterung. Die vielen Rückschläge durch taktisches Pech, Unfälle und technische Sorgen sind schnell abgehakt. "Ich bin einfach froh, dass wir es bis ins Ziel geschafft haben. Es ist dermaßen viel passiert. Ich kann mich gar nicht mehr an alle Einzelheiten des Rennens erinnern."

Warten an der Tankstelle

"Zuerst hatten wir beim Tankstopp viel Pech. Unser Schwesterauto war kurz vor uns hereingekommen und wir mussten deswegen warten. Wir standen in der Schlange und konnten nichts machen. Da haben wir insgesamt zehn Minuten verloren", blickt Pyzera zurück. Das Team, das anfangs die Führung der Klasse innegehabt hatte, lag plötzlich aussichtslos im Rennen. "Von Platz eins auf Platz neun - ein Totalabsturz!" Dennoch machten sich der junge Deutsche und seine Kollegen wieder auf die Aufholjagd.

Der Nissan 370Z mit der Startnummer 147 lag nach einigen Stunden wieder in Schlagdistanz. Plötzlich der ultimative Rückschlag. "Nordschleifen-Königin" Sabine Schmitz verlor das Heck des Sportwagens beim Anbremsen und landete rückwärts heftig in den Barrieren. Das Aus? Nein, denn die Nissan-Mechaniker leisteten Schwerstarbeit. Das Fahrzeug wurde mit Hilfe von zwei Flaschenzügen an der Decke der Box wieder gerichtet, das Heck komplett neu aufgebaut.

"Das hat natürlich ziemlich lang gedauert", schildert Pyzera die Reparaturarbeiten. "Das Auto sah aus wie Schrott, aber die Nissan-Jungs haben das wieder hinbekommen - Wahnsinn! Der Wagen fuhr danach wieder ganz normal. Bis halt das Problem mit dem Differenzial kam." Am Samstagvormittag schleppte der Nachwuchspilot das Auto im Schneckentempo zur Box. Erneut musste der Nissan 370Z zur Reparatur in die Garage.

Sauberes Debüt bringt große Zukunft

"Ich war gut unterwegs, als plötzlich komische Geräusche aus dem Heck kamen. Es hörte sich an wie ein Motorradmotor in meinem Nacken. Es wurde immer lauter", beschreibt Pyzera das neue Ungemach. Der Deutsche steuerte die Box an. Das Team überprüfte kurz, schickte ihn aber zunächst wieder auf die Reise. "Und dann wurde es immer schlimmer. Mit einem großen Knall war dann plötzlich Schluss. Das Differenzial war kaputt, ich zuckelte mit fünf km/h durch die Gegend."

Erneut richtete die Nissan-Crew das Auto mit enormem Aufwand wieder her: Auspuffanlage ab, Differenzial austauschen, Neuaufbau der Elemente, raus auf die Strecke. Am Ende der 24 Stunden hatte das Team alles erlebt, was man während eines solchen Dauerlaufs erleben kann. "Auch wenn wir viel Pech hatten, so lief es bei mir persönlich wirklich gut", fasst Pyzera glücklich und erleichtert zusammen. "Meine Stints waren alle gut, schnell und sauber. Darauf bin ich stolz. Es war nicht einfach, denn manche sind wirklich bekloppt gefahren."

Pyzera hat sich im Rahmen der Nissan-GT-Academy gegen rund 96.000 andere Playstation-Spieler durchgesetzt, das Aufbau- und Auswahlverfahren bestens gemeistert und seinen ersten Renneinsatz mit guten Leistungen hinter sich gebracht. "Er hat das toll gemacht", freut sich Vincent Wijnen, Chef von Nissan Deutschland. "Wir sind sehr zufrieden", schließt sich Nissan-Motorsportchef Darren Cox mit weiterem Lob an. Und nun? "Ich habe keine Ahnung, ob und wie es weitergeht", sagt Pyzera direkt nach dem Rennen.

Der japanische Hersteller spannte seinen neuen Schützling nur kurz auf die Folter. "Du fährst in diesem Jahr die Blancpain-Endurance-Series im Nissan GT-R GT3", so die Botschaft an den Youngster. "Unfassbar", schüttelt Pyzera ungläubig mit dem Kopf. "Wäre es jetzt zu Ende gewesen, dann hätte ich die tollsten fünf Monate meines Lebens gehabt. Aber jetzt geht der Traum sogar noch besser weiter. Ich kann es gar nicht glauben!" Die Saison der Blancpain-Endurance-Serie startet Mitte April in Monza. Bis dorthin durchläuft der deutsche Ex-Gamer ein intensives Trainingsprogramm im Nissan GT-R.

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