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DMSB will Änderungen der Gebührenstruktur erwirken

01. Dezember 2012 - 17:51 Uhr

Der DMSB reagiert auf die Kritik der Serienbetreiber und will sich bei der FIA für eine Anpassung der Gebührenstruktur einsetzen

DMSB-Präsident Stuck will sich weiter für die deutschen Serien einsetzen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit einer Änderung in der Gebührenstruktur für die Anmeldung internationaler Serien ab der Saison 2013 hat die FIA für viel Informationsbedarf bei den Veranstaltern von Rennserien gesorgt. Statt der bislang üblichen Pauschalen gilt im kommenden Jahr eine komplexe Gebührenberechnung, die den sportlichen Status und den Grad der Professionalität jeder Serie berücksichtigt. Bei einer Informationsveranstaltung im Rahmen der Essen Motor Show konnten Vertreter des Deutschen-Motor-Sport-Bundes (DMSB) Ende November viele Fragezeichen beseitigen.

Nationale Rennserien dürfen maximal ein Auslandsrennen in ihren Saisonkalender aufnehmen. Der Einhaltung dieser seit Jahren geltenden Grundsatzregelung widmet der Automobilweltverband FIA seit über einem Jahr hohe Aufmerksamkeit. Die neu installierte FIA-Abteilung für internationale Serien (IS) hat eine Vielzahl von Rennserien als "unter Beobachtung" gekennzeichnet, die gegen diese Vorgabe verstoßen haben. Sie müssen in Zukunft bei weiteren Verstößen mit Sanktionen rechnen.

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Zugleich hat der Weltverband nach Konsultationen mit verschiedenen nationalen Sportbehörden, darunter dem DMSB, eine neue Gebührenordnung erstellt, die statt einheitlicher Pauschalen nun eine gestaffelte Kostenstruktur in sechs Stufen vorsieht. Korrekturfaktoren und Nachlässe für die Erstanmeldung sorgen dafür, dass die Anmeldekosten der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit jeder Serie angemessen bleiben. Modellberechnungen zeigen, dass insbesondere Amateur- und Breitensportserien davon profitieren.

Kleinere Serien zahlen kaum mehr

"Für den historischen Sport haben wir zum Beispiel relativ moderate Gebührenerhöhungen von unterhalb 500 Euro pro Veranstaltung erzielen können", erklärt DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck. "Verglichen mit den ersten Planungen der FIA sollte man mit dieser Last für eine Veranstaltung, deren Kosten sich im Rundstreckensport ja auf jeden Fall im sechsstelligen Bereich bewegen, einigermaßen leben können."Außerdem bringt die Anmeldung als internationale Serie eine Reihe von Gegenleistungen mit sich - etwa das Recht, ein FIA-Logo zu tragen und die Aufnahme in den internationalen FIA-Kalender, der für eine internationale Beachtung der Veranstaltungen sorgt.

Youngtimer-Trophy
Serien wie die Youngtimer-Trophy sind von der Gebührenerhöhung kaum betroffen
© Youngtimer-Trophy

Als Grundlage für die Einteilung in die Serienstufen dient ihr sportlicher Anspruch. So werden Prädikate in den vier ersten Stufen (Platin bis Bronze) nach ihrem Leistungsgewicht eingestuft. Als Platin-Serie (Stufe 1) wird ein Championat mit Fahrzeugen qualifiziert, wenn das Verhältnis von Gewicht (in kg) zu Leistung (in PS) kleiner als 1 ist. Zudem werden hier alle FIA-Prädikate geführt. In der Gold-Stufe beträgt der Faktor 1,0 bis 2,0, es folgen Silber (2,0 bis 3,0) und Bronze (über 3,0). In Stufe 5 werden historische Serien aufgenommen, Stufe 6 ist für Clubsport und Youngtimer mit mindestens zwölf Jahre alten Fahrzeugen reserviert.

Die an die FIA zu entrichtenden Gebühren werden dabei aus mehreren Komponenten zusammengesetzt und sind davon abhängig, wie viele Saisonläufe eine Serie hat. Die Grundgebühr wird etwa davon beeinflusst, ob Automobilhersteller beteiligt sind, ob es sich um einen Markenpokal handelt und wie international der Kalender ist. Zuzüglich ist vom Serienbetreiber eine Kalendergebühr für jeden Lauf an die FIA zu entrichten. Als dritter Punkt der Gebührenstruktur ist vom jeweiligen Event-Veranstalter eine Terminanmeldegebühr an den nationalen Verband desjenigen Landes zu entrichten, in dem der Lauf stattfindet.

Feiner gestaffelte Gebührenstruktur

Die Gebühren berücksichtigen auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Serie: So ist etwa der Grundgebührbasisbetrag für ein Bronze-Championat gerade einmal ein Achtel so hoch wie für eine Gold-Serie. Für die historischen Serien in den Stufen 5 und 6 entfällt die Grundgebühr sogar gänzlich. Unberührt von diesen Regelungen bleiben die auch künftig fälligen Genehmigungsgebühren des DMSB.

Wie jede Änderung in den internationalen Regelwerken wirft auch die neue Gebührenstruktur Fragen auf. Der DMSB informierte viele Serienbetreiber deshalb Ende November in einem Meeting auf der Essen Motor Show und reagierte damit auf einen offenen Brief, den über 30 Vertreter von Rennserien und Vereinen unterzeichnet hatten. Zugleich nahmen die DMSB-Verantwortlichen Anregungen auf, die bei weiteren Konsultationen mit der FIA besprochen werden sollen. So wird die Einteilung der Serien dem Motorsport-Weltrat von der Standing Group vorgeschlagen, in der der DMSB vertreten ist.

Stuck: "Gebühren sind kein Selbstzweck"

Hier können im begründeten Einzelfall auch vom Regelwerk abweichende Zuordnungen getroffen werden. Dafür will sich der DMSB auch weiterhin im Sinne der deutschen Lizenznehmer, Veranstalter und Serienbetreiber einsetzen. "Dabei sind die Gebühren, die an die FIA zu entrichten sind, kein Selbstzweck", betont Stuck: "Es wird gerne vergessen, dass der Weltverband sich zu einem Großteil über die Veranstaltungs- und Seriengebühren finanzieren muss.

"Ob Sicherheitsanstrengungen, Rennstreckenlizenzen, Arbeitsgruppen, Reglementprüfung, Lobbyarbeit bei Regierungsstellen - all das wird von der FIA geleistet. Da ist es nur fair, dass alle Rennserien einen Beitrag dazu leisten, denn jede Einzelne profitiert auch davon. Das der Breitensport moderatere Gebühren zu zahlen hat als der Spitzensport, ist für mich aber ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. Dafür hat sich der DMSB im Vorfeld der Gebührenanpassung - wie ich finde mit respektablem Erfolg - eingesetzt", so Stuck.

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