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Gebührenerhöhung: Veranstalter schlagen Alarm

27. November 2012 - 08:48 Uhr

In einem offenen Brief an DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck sprechen sich über 30 Vertreter des deutschen Motorsports gegen eine Gebührenerhöhung aus

FIA-Flagge
FIA und DMSB wollen kräftig an der Gebührenschraube drehen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Am 16. November haben sich über 30 Organisatoren deutscher Rennveranstaltungen und -serien und Vertreter der Industrie zu einem Meinungsaustausch am Nürburgring getroffen. Grund dieses, im deutschen Rennsport bisher einmaligen Treffens ist der Beschluss des Automobil-Weltverbands FIA und des Deutschen-Motor-Sport-Bundes DSMB, eine neue Gebührenstruktur für Rennserien einzuführen, die mehr als ein Rennen im Ausland anbieten und Veranstaltungen, bei denen diese Rennserien mitfahren.

Auf die Serien kommen, je nach Alter oder Leistungsgewicht der teilnehmenden Fahrzeuge, neue Gebühren zwischen 3.000 und mehr als 50.000 Euro zu. Als fast noch kritischer zu bewerten gilt die Tatsache, dass in fast allen Fällen nur noch internationale Lizenzen akzeptiert werden, was Einsteiger aus diesen Serien vollständig ausschließt.

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Die Teilnehmer des Treffens haben sich entschlossen, einen Offenen Brief an der Präsidenten des DMSB, Herrn Hans-Joachim Stuck sowie den Generalsekretär, Herrn Christian Schacht zu schreiben, um die Einführung der neuen Gebührenstruktur zu verschieben, sie dem Markt anzupassen und Detailfragen zu klären.

Mehr als 30 Unterzeichner

Auch die Rundstrecken-Challenge-Nürburgring schloss sich dem Appell an
© RCN

Die Unterzeichner, zu denen neben den Vertretern vieler Motorsportclubs und nationaler Rennserien unter anderem auch Bertram Schäfer für die Formel-3-Vereinigung, Altfried Heger als Organisation des Porsche-Sports-Cup sowie Ralph Weishaupt als Motorsportchef von Renault Deutschland gehören, schreiben darin:

"Der DMSB, als nationaler Vertreter der FIA, hat Ende Oktober Organisatoren von Rennveranstaltungen und Rennserien in Deutschland über neue FIA-Gebühren in Kenntnis gesetzt, die gravierende Folgen für die gesamte Rennsportszene in Deutschland und Europa haben. Sie betreffen viele Serien, die mehrfach Rennen im benachbarten Ausland austragen und Veranstalter, bei denen diese Serien fahren."

"Diese neue Gebührenstruktur wurde vom FIA-Motorsport-Weltrat am 28. September 2012 beschlossen und ist damit in Kraft getreten. Da die Verhandlungen zwischen Rennserien, Veranstaltern und Sponsoren für die kommende Saison zum großen Teil schon abgeschlossen sind und auch zum Teil bereits Verträge geschlossen wurden, greift diese Maßnahme in bestehende Vereinbarungen ein. Die Einführung dieser neuen Gebühren ist so kurzfristig, dass kaum die Möglichkeit für die Betroffenen besteht, auf die neue Gebührenstruktur angemessen reagieren zu können."

Gebühren des Formel-3-Cups steigen aufs 20-Fache

Formel-3-Cup in Spielberg 2012
Auf den Formel-3-Cup kommt eine drastische Gebührenerhöhung zu
© Formel-3-Vereinigung

"So muss zum Beispiel der Formel-3-Cup, eine Serie mit vielen Nachwuchsfahrern, die für die Saison 2012 2.500 Euro an DMSB-Genehmigungsgebühren zahlte, in der kommenden Saison einen Betrag von 52.990 Euro einkalkulieren, der sich bis zum Jahre 2017 auf 75.670 Euro steigert."

"Doch neben diesen neuen Kosten betrifft die neue Regelung auch den dringend benötigten Nachwuchs: Weil die entsprechenden Serien ab 2013 den Status "Internationale Serie" erhalten, dürfen Fahrer mit nationalen Lizenzen und Einsteigerlizenzen nicht mehr teilnehmen und ganze Nachwuchsprogramme müssen gestrichen werden. Auch nationale EU-Lizenzen von ausländischen Gaststartern werden nicht mehr akzeptiert."

"Viele Fragen zu Details der neuen Gebührenstruktur können Mitarbeiter der Fachabteilungen des DMSB zurzeit noch nicht beantworten. Wir werden vom DMSB nicht ausreichend informiert und zum Teil hingehalten, obwohl die Zeit drängt. Aus diesem Grund haben die Unterzeichner einen Fragenkatalog aufgestellt und fordern den DMSB auf, diese Fragen kurzfristig, noch vor der nächsten Sitzung des FIA-Motorsportweltrates Anfang Dezember zu beantworten."

Unterzeichner appellieren an Stuck

Hans-Joachim Stuck
Die Unterzeichner fordern DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck zum Handeln auf
© xpbimages.com

Darin fordern die Unterzeichner unter anderem die Angabe eines Grundes für die teils drastischen Gebührenerhöhungen sowie für die Forderung nach einer internationalen Lizenz für Teilnehmer von Rennserien, die mehr als ein Rennen im Ausland bestreiten. Da den Gebührenerhöhungen keine verbesserten Leistungen entgegenstehen, fragen sich die Unterzeichner: "Was ist der Grund für die Einführung?"

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass andere nationale Verbände ihre Rennserien teilweise gar nicht auf die Neuregelungen hingewiesen hätten oder Gebührentabellen mit bis zu 40 Prozent niedrigeren Summen verschickt hätten. "Bedeutet dies, dass diese Reglungen nur für bestimmte Länder gelten?", so die Frage der Verfasser. Außerdem wird die Gleichstellung von werksunterstützte Rennserien mit Breitensport-Rennserien kritisiert.

"Herr Stuck, in Ihrer Antrittsrede als Präsident des DMSB haben Sie erklärt, dass Ihre Arbeit den Breitensport in Deutschland fördern wird", heißt es im offenen Brief weiter. "Mit der Einführung der neuen Gebührenstruktur wird das genaue Gegenteil erreicht. Wie auch immer die Antworten auf die gestellten Fragen ausfallen, der Rennsport in Deutschland wird sich zum Teil erheblich verteuern, der Einstieg in den Rennsport wird erschwert. Bitte erklären Sie sich."

"Wir, die Unterzeichner, fordern den DMSB auf, die Einführung der neuen Gebührenstruktur für die Saison 2013 umgehend auszusetzen, um die Zeit zu erhalten, offene Fragen gemeinsam zu klären, die neue Gebührenstruktur ggf. den Marktbedürfnissen anzupassen, eine Zwischenlösung für die betroffenen Rennserien für 2013 zu finden und um Schaden vom Rennsport in Deutschland abzuwenden."

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