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Stuck: "Wochenendurlaub mache ich im Krankenhaus"

12. August 2010 - 15:15 Uhr

Hans-Joachim Stuck hat seine Kopf-Operation gut überstanden - Pläne für ein "Familien-Team" beim 24-Stunden-Rennen bestätigt

Hans-Joachim Stuck
Er kann's nicht lassen: Hans-Joachim Stuck will wieder Rennen fahren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/SID) - Rennfahren ist sein Leben - und das soll auch nach der Notoperation am vorigen Samstag so bleiben: Hans-Joachim Stuck schmiedet im Krankenhaus Neuwied schon wieder Pläne. Da die Ärzte, die in letzter Sekunde ein Hämatom aus seinem Kopf entfernt hatten, keinen Grund sehen, dem 59-Jährigen das Fahren zu verbieten, arbeitet er weiter an seinem großen Traum. 2011 will er mit seinen Söhnen Johannes und Ferdinand beim 24-Stunden-Rennen auf seiner geliebten Nürburgring-Nordschleife starten.

"Daran arbeite ich schon lange, mit einem schnellen Auto aus dem Volkswagen-Konzern", sagt Stuck bei einem Besuch im St. Elisabeth-Krankenhaus, in dem er allerdings noch ein paar Tage bleiben wird. "Die behandelnden Ärzte waren nach der Auswertung einer erneuten Computertomographie sehr zufrieden, wollen aber erst noch die nächsten Tage abwarten, um festzulegen, wann ich wieder entlassen werden kann. Meinen Wochenendurlaub werde im deshalb im Krankenhaus verbringen, hier werde ich bestens versorgt", sagte Stuck.

Der Zuspruch, den "Strietzel" in den letzten Tagen erhalten hat, ist riesengroß. Mehrere hundert SMS gingen auf seinem Handy ein, der Bürgermeister von Neuwied schickte ihm beste Genesungswünsche und einen großen Blumenstrauß und war damit nicht der einzige.

Dass das Hämatom die Folge eines schweren Unfalls auf der Nordschleife am 3. Juli war, glaubt Stuck übrigens nicht. "Ich bin am 31. Juli beim Sechs-Stunden-Rennen auf der Nordschleife nach dem Überfahren eines Randsteines hart mit dem Helm gegen den Überrollkäfig geknallt", berichtet Stuck, dessen Sitzposition bei diesem Rennen nach eigener Aussage wegen seiner Größe nicht optimal war.

Hans-Joachim Stuck
Seinen Rennoverall wird Hans-Joachim Stuck einige Wochen nicht brauchen
© xpb.cc

Gedanken an ein Karriereende hat der VW-Motorsportberater bisher zu keiner Zeit verschwendet. Im Gegenteil. "Ich habe dem Rennfahren wahrscheinlich sogar mein Leben zu verdanken", sagt er und erklärt diese These. "Ursprünglich wollte ich meine Ehefrau Sylvia zu einem Geschäftstermin in Amerika begleiten. Dann kam aber das Angebot von VW-Motorsportdirektor Kris Nissen, am vergangenen Wochenende im Rahmenprogramm der DTM im VW-Scirocco-Cup unter anderem gegen meinen Sohn Johannes sowie alte Weggefährten anzutreten. Da habe ich nicht lange überlegt und sofort zugesagt", erzählte Stuck, der es als "eine Fügung Gottes" sieht, die geplante Reise nicht angetreten zu haben.

Der lange Flug hätte nach Meinung der Ärzte wegen des noch nicht festgestellten Hämatoms für große Komplikationen sorgen und möglicherweise zu einer Ohnmacht führen können. Wie dramatisch die Situation um Stuck war, zeigt die Tatsache, dass er am vorigen Samstag rund 30 Minuten nach der Ankunft im Krankenhaus, in das er noch selbst gefahren war, bereits auf dem OP-Tisch lag. "Ich konnte nicht mal mehr auf die Toilette", sagt Stuck, der schon am Tag nach der erfolgreichen Operation davon gesprochen hatte, "dass es eine Sekunde vor Zwölf war".

Für die Tage nach seiner möglichen Entlassung Anfang nächster Woche hat Stuck alle Termine abgesagt. "Ich plane eine Reha und will mich erst wieder in den Alltag stürzen, wenn ich zu 100 Prozent fit bin", sagt der frühere Formel-1-Pilot, Le-Mans-Sieger und DTM-Champion, der seinen nächsten Einsatz am Nürburgring "nur" als Zuschauer plant. "Am 29. August findet auf der Grand-Prix-Strecke ein Lauf zur FIA-GT1-Weltmeisterschaft statt. Im Rahmenprogramm startet Johannes in einem Ferrari F430 GT, da möchte ich dabei sein."

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