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FIA-GT
 
Silverstone: Jetalliance entscheidet Mega-Finale für sich
 
von Roman Wittemeier 20. April 2008 - 16:19 Uhr
 
Karl Wendlinger und Ryan Sharp siegen beim spannenden Saisonauftakt der FIA-GT-Serie in Silverstone knapp vor Vitaphone-Maserati und Gigawave
 
Karl Wendlinger
Ryan Sharp und Karl Wendlinger sicherten sich zum Saisonauftakt den Sieg
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Im britischen Regen von Silverstone strahlten am Ende eines hart umkämpften Rennens Karl Wendlinger und Ryan Sharp mit der nicht vorhandenen Sonne um die Wette. Die Jetalliance-Speerspitzen konnten sich in einem unglaublich engen Finale beim Saisonauftakt der FIA-GT-Serie knapp gegen den Vitaphone-Maserati von Andrea Bertolini und Michael Bartel durchsetzen, auch der Gigawave-Aston-Martin von Allan Simonsen und Philipp Peter war auf Rang drei nahe am Sieg.

Aber der Reihe nach: beim Start schoss Wendlinger weit nach vorne, zog mit den beiden führenden Corvettes gleich und ging letztlich sogar an die Spitze. Doch nach etwa 20 Minuten, als sich der österreichische Ex-Formel-1-Pilot vorne absetzen wollte, verlor er auf der feuchten Bahn sein Auto und musste sich nach einem Dreher weit hinten wieder einreihen. Das Rennen schien gelaufen - aber es kam dann alles ganz anders.

 

 
Harter Kampf von Anfang an

Vorne zogen zeitweise gleich drei Corvettes fast einsam ihre Runden im britischen Nebel, die beste Sicht hatte meist Pole-Mann Marcel Fässler an der Spitzenposition. Dahinter arbeitete sich klammheimlich der erfahrene Vitaphone-Pilot Bertolini von Startplatz 15 aus durchs Feld und gewann immer mehr Anschluss zu den Topleuten. Als nach etwa einer Stunde die Reihe der ersten Boxenstopps anstand war klar, dass sich ein enger Kampf gleich dreier Marken entwickeln würde.

Während die Favoritenmannschaften fast gleichzeitig zum Service kamen, blieb Allan Simonsen im Gigawave-Auto extrem lange auf der Bahn. Die Briten hatten auf noch mehr Regen gehofft und hätten in diesem Fall mit Regenreifen einen enormen Vorteil gegenüber den Konkurrenten auf Intermediates gehabt. Die Rechnung ging beim ersten Stopp nicht auf, aber beim zweiten - der Regen war allerdings nicht daran Schuld.

18 Minuten vor dem Rennende verlor der G2-Saleen sein linkes Hinterrad und humpelte langsam zurück zur Box. Die Rennleitung schickte vorsichtshalber das Safety Car auf die Piste, um das herrenlose Rad zu bergen. Konsequenz: Peter kam sofort in die Box, ließ nur die nötigen Tropfen Benzin reinfüllen und schoss als erster wieder auf die Strecke. Hinter dem Führungsfahrzeug waren nun acht nahezu gleichwertige Favoritenautos aufgereiht.

 
Silverstone-Finale mit Mega-Spannung

Rund zehn Minuten vor Schluss bog das Safety Car in die Boxengasse, das furiose Finale begann. Vorne setzen sich drei Fahrzeuge leicht ab: Peter im britischen Aston-Martin, dahinter Markenkollege Sharp und auf Rang drei war plötzlich wieder Bartels mit seinem Vitaphone-Maserati voll in der Spitze. Als man bei Gigawave fünf Minuten vor dem Ende schon den Sekt kaltstellen wollte, nutzte Sharp eine minimale Unaufmerksamkeit von Peter und zog vorbei. Unterdessen schoss Maserati-Mann Miguel Ramos das Pole-Fahrzeug von Marcel Fässler und Jean-Denis Deletraz aus dem Kampf um den Sieg.

Auch Bartels konnte den leicht indisponierten Österreicher überrumpeln und begab sich auf die finale Jagd nach dem Jetalliance-Aston-Martin, jedoch ohne Erfolg. Als Sharp die Ziellinie überquerte, war der Vorsprung auf Bartels auf knapp vier Sekunden angewachsen, gut eine weitere Sekunde später rollte Pechvogel Peter ins Ziel. "Es waren extrem schwierige Bedingungen und es war hart, aber wir haben wenigstens gewonnen", so die erste Reaktion von Wendlinger nach dem spannenden Finale.

In der GT2-Klasse setzten sich im Laufe des Rennens immer mehr Ferrari in Szene, die Porsche GT3 RSR fanden auf der feuchten Bahn einfach nicht zur Form der Trainings. Am Ende siegte das favorisierte Duo Gianmaria Bruni/Toni Vilander im F430 der AF-Corse-Meistermannschaft des vergangenen Jahres recht deutlich vor den Markenkollegen Andrew Kirkaldy/Rob Bell aus dem CR-Scuderia-Team.

Das Rennergebnis nach zwei Stunden:
01. GT1 Wendlinger/Sharp (Aston Martin DBR9) - 59 Runden
02. GT1 Bertolini/Bartels (Maserati MC12) + 3.807 Sekunden
03. GT1 Simonsen/Peter (Aston Martin DBR9) + 5.077
04. GT1 Bouchut/Maassen (Corvette C6R) + 8.295
05. GT1 Hezemans/Gollin (Corvette C6R) + 8.598
06. GT1 Müller/Lichtner-Hoyer (Aston Martin DBR9) + 22.517
07. GT1 Negrao/Ramos (Maserati MC12) + 40.770
08. GT1 Fässler/Deletraz (Corvette C6R) + 58.396
09. GT1 Vosse/Franchi (Saleen S7R) + 1 Runde
10. GT1 Kox/Rusinov (Lamborghini Murcielago) + 1 Runde
11. GT2 Vilander/Bruni (Ferrari F430) + 1 Runde
12. GT2 Bell/Kirkaldy (Ferrari F430) + 2 Runden
14. GT2 Ruberti/Malucelli (Ferrari F430) + 2 Runden

 
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