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Porsche-Cups
 
Konrad: "Wir wollen um die Meisterschaft fahren"
 
von Roman Wittemeier 30. April 2008 - 14:14 Uhr
 
Nach dem Sieg seines Schützlings Jan Seyffarth beim Porsche-Supercup in Barcelona peilt Teamchef Franz Konrad den Titel an
 
Franz Konrad
24 Starts beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans: Porsche-Fan Franz Konrad
Zoom © Wittemeier/MST
(Motorsport-Total.com) - Nach dem ersten Saisonsieg durch Jan Seyffarth hat die Konrad-Mannschaft den Titel im Porsche-Supercup ins Visier genommen. Das Team belegt in der Meisterschaft zurzeit Rang zwei und auch in der Fahrerwertung liegt der Neuzugang im Team von Motorsport-Urgestein Franz Konrad nur vier Zähler hinter dem aktuellen Tabellenführer Jeroen Bleekemolen. Im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com' analysierte Konrad die Titelchancen und stellte seine neuesten Star-Piloten vor: Emerson und Wilson Fittipaldi.

Frage: "Franz Konrad, am Wochenende gab es für ihren Piloten Jan Seyffarth einen tollen Sieg in Barcelona. Wie groß war die Freude im Team?"
Franz Konrad: "Wenn man gewinnt, freut man sich immer. Das ist doch normal. Die Weichen waren aber dafür gestellt, denn wir wussten, dass der Jan das kann. Man muss es nur im Training hinbekommen und es auch umsetzen können. Man hat im Training eine Qualifying-Runde und dann muss es passen. Wenn man im Porsche-Supercup vorne steht, dann hat man eine ganz gute Ausgangsposition um ein Rennen zu gewinnen."



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Mit Taktiktrick zum Sieg

"Wir haben gepokert, denn wir haben im Qualifying eben nur einen Satz Reifen benutzt und sind dann mit einem neuen Satz Reifen ins Rennen gegangen. Die Rechnung ging voll und ganz auf. Wir haben einen super Start hingekriegt und er hat das Rennen komplett, über die volle Distanz kontrolliert und gewonnen. Das ist natürlich ein Riesenerfolg für das Team und das gibt Auftrieb für die ganze Mannschaft. Wir sind jetzt Zweiter in der Meisterschaft mit vier Punkten Rückstand auf Jeroen Bleekemolen und in der Teamwertung sind wir auch Zweiter. Wir sind natürlich alle sehr zufrieden."

Jan Seyffarth
Der Konrad-Porsche auf weiter Flur: Jan Seyffarth stürmt in Barcelona zum Sieg
Zoom © Porsche
Frage: "Was ist denn in der gesamten Saison drin?"
Konrad: "Nach diesen guten Leistungen, die wir jetzt mit Jan hatten - also ein fünfter Platz zum Start, dann ein dritter Platz und jetzt der Sieg - glaube ich schon, dass wir mit unserer Teamkapazität und mit unserer Manpower sowie Jans Leistungen schon ein Wort um die Meisterschaft mitreden können."

Frage: "Im Grunde sind es im Porsche-Supercup zunächst einmal völlig identische Autos. Wo kann man sich als Team einen Vorteil verschaffen?"
Konrad: "Es gibt mehrere Sachen, wo man Vorteile haben kann. Die werde ich jetzt aber nicht verraten. Es sind Kleinigkeiten, Feinabstimmungen, es fängt mit Stabi, Sturz, Spur an und geht mit Luftdruck weiter. Das sind schon mehrere Komponenten, die eine Rolle spielen."

 
Wenn der Papa mit dem Sohne...

Frage: "Ist Jan Seyffarth für sie ein richtiger Glückgriff gewesen?"
Konrad: "Der Jan ist ja schon vorher im Supercup gefahren, im Juniorteam von Porsche. Er wurde am Ende da nicht so glücklich und musste seinen Hut nehmen. Dann hat er es ein Jahr lang versucht mit einem privaten Team seines Vaters. Das ging schon sehr gut, er wurde sogar Vizemeister im Carrera-Cup, glaube ich. Aber man sagt ja: ein Sohn im eigenen Team ist immer ein Problem. Wir haben eine kleine Sichtung gemacht. Ich habe zwei, drei Leute fahren lassen und ich habe mich dann für Jan entschieden. Ich glaube, die Entscheidung war vollkommen richtig."

Franz Konrad
Mit dem Saleen im FIA-GT-Einsatz: Franz Konrad beim Saisonauftakt in Silverstone
Zoom © xpb.cc
Frage: "Warum soll der Sohn im eigenen Team ein Problem sein?"
Konrad: "Ganz einfach, es hat sich in der Vergangenheit so herauskristallisiert. Es gab schon so viele Väter, die ihre Söhne zu Rennfahrern machen wollten, oder gepusht haben, die Mitspracherecht haben wollten oder sogar managen - da hat es immer Probleme gegeben. Es gibt nur ganz, ganz wenige, wo das funktioniert hat. 90 Prozent ging in die Hose. Deswegen sage ich das so, das ist einfach die Erfahrung über Jahrzehnte. Man sieht es ja auch. Der fährt im Carrera-Cup um die Plätze fünf, vier und drei herum, aber hat noch keine Pole-Position geholt und noch kein Rennen gewonnen. Da muss also etwas dran sein."

Frage: "Was macht ihr Team außerhalb des Porsche-Supercups in diesem Jahr?"
Konrad: "Wir sind wieder auf allen Rennstrecken der Welt unterwegs. Wir machen die brasilianische GT3-Meisterschaft, da haben wir allein acht Rennen. Da setzen wir den Cup-S, also das ganz neue Porsche-Fahrzeug ein. Und wir haben sehr namhafte Piloten. Wir konnten die uralten Superstars aus Brasilien wieder aus der Ecke kramen. Wilson und Emerson Fittipaldi sitzen auf einem Auto, was natürlich ein riesiger Gag ist für unser Team und es gibt viel Publicity."

"Wir sind auch in der FIA-GT mit dem Saleen tätig und wir fahren einige Langstreckenrennen, zum Beispiel am Nürburgring mit dem GT2-RSR. Und wir werden auch die restlichen 24-Stunden-Rennen der Dubai-Serie fahren. Da stehen noch drei auf dem Programm: Lausitz, Budapest und Valencia. Zwischendurch gibt es noch Tests und wir haben auch noch neue Kunden, die wir im Sports-Cup betreuen. Wir haben volles Programm und kommen sicherlich auf 40 Rennen in diesem Jahr."

 
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