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Le-Mans-Prototypen
 
Dirk Müller: Ein Sieg der Reifenstrategie
 
22. April 2008 - 12:49 Uhr
 
Härtere Reifen und der Verzicht auf die Pole Position zahlten sich aus - Dirk Müller konnte in Long Beach die Porsche-Fraktion hinter sich halten
 
Podium Long Beach GT2
Dominik Farnbacher und Dirk Müller feierten ihren zweiten Saisonsieg
Zoom © Porsche
(Motorsport-Total.com) - Eine perfekte Reifenstrategie war der Schlüssel zum zweiten Saisonerfolg von Ferrari-Pilot Dirk Müller und seiner Mannschaft von Tafel Racing beim dritten Lauf zur American Le Mans Series auf dem Stadtkurs von Long Beach in Kalifornien. Die Grundlage dazu wurde bereits in der Qualifikation gelegt, zu der der Siegerländer mit der härteren Reifenmischung antrat, das Resultat lautete Startplatz vier.

"Natürlich war ich mit der vierten Startposition nicht wirklich zufrieden", erklärte Müller nach dem Qualifying mit dem Tafel- Ferrari F430 und seinem Platz in der zweiten Startreihe der GT2-Kategorie. Aber der schnellste Mann der freien Trainingssitzungen musste sich bei der Zeitenjagd um die Pole-Position für das mit einer Dauer von nur 100 Minuten kürzeste Rennen der Saison, der vom Team ausgearbeiteten Reifenstrategie beugen.

 

Die Ferrari-Truppe um Jim Tafel und seine beiden Piloten Dirk Müller und Dominik Farnbacher hatte sich entschlossen, im Gegensatz zur Konkurrenz aus dem Porsche-Lager, beim einzigen routinemäßigen Boxenhalt nur zu tanken und den Fahrer zu wechseln. Den bei den anderen Teams fälligen Reifenwechsel wollte sich das Ferrari-Duo sparen und die kürzere Standzeit sollte den entscheidenden Vorteil bringen.

Den ersten Teil des Rennens auf dem gut drei Kilometer langen Traditionskurs an der Kalifornischen Goldküste übernahm Farnbacher. In der ersten Rennhälfte hielt er trotz der härteren Reifenmischung stets den Anschluss an die beiden führenden Porsche RSR und den Ferrari von Mika Salo.

"Michelin hat uns den für unsere Zwecke perfekten Reifen zur Verfügung gestellt", lobte Müller nach dem Sieg die hervorragende Arbeit des französischen Reifenpartners. Eine Safety-Car-Phase nach rund 50 Rennminuten nutzte die Tafel-Mannschaft dann zum notwendigen Stopp: Tanken und Fahrerwechsel geschahen in Rekordzeit. Müller konnte während des Serviceaufenthalts die Führung in der GT2-Klasse übernehmen und diese - trotz der gebrauchten Slicks - komfortabel ausbauen.

Eine zweite Rennneutralisation in der Schlussphase des Rennens sorgte noch einmal für Spannung im Renngeschehen, denn während der Runden hinter dem Safety-Car konnten die beiden Porsche von Bergmeister und von Overbeek natürlich zu Dirk Müller aufschließen.

Es kam zu einem wahren Herzschlagfinale, denn die Porsche profitierten nun von ihren gewechselten Reifen, die am Ende wesentlich mehr Grip boten. "Ich bin in den letzten zwölf Minuten um mein Leben gefahren", berichtete ein sehr glücklicher Dirk Müller im Ziel. "Die Porsche haben einen enormen Druck gemacht, und ich musste schon einige Tricks aus meiner WTCC-Zeit auspacken, um sie hinter mir zu halten. Aber am Ende hat es ja dann gereicht."

"Es war ein perfektes Wochenende für uns", lautete das Müller-Fazit. "Wir sind mit dem Rückenwind des Sieges von St. Petersburg hier angetreten und konnten noch einen drauf packen. Wir haben die Tabellenführung ausgebaut und gehen jetzt selbstbewusst nach Salt Lake City zum vierten Saisonlauf." Dort geht es dann wieder auf einer permanenten Rennstrecke über die Distanz von 2:45 Stunden.

 
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