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Le-Mans-Prototypen
 
Rockenfellers Ziel: LMS-Titel mit Audi
 
von Britta Weddige 11. März 2008 - 16:52 Uhr
 
Audi-Pilot Mike Rockenfeller blickt im 'Motorsport-Total.com'-Interview voraus auf die LMS-Saison und das Saisonhighlight, die 24 Stunden von Le Mans
 
Mike Rockenfeller
Mike Rockenfeller startet in dieser Saison für Audi auch in der LMS
Zoom © Audi
(Motorsport-Total.com) - Frage: "Mike, du warst kürzlich mit Audi in Paul Ricard bei den offiziellen Testfahrten für die Le-Mans-Series - wie lief es?"
Mike Rockenfeller: "Es lief gut. Wir waren die Schnellsten. Aber das stand für uns nicht im Vordergrund. Natürlich wollten wir eine gute Leistung zeigen, wichtig war uns aber, ein paar Dinge auszuprobieren. Der Test war für uns auch ein Roll-out, die beiden Autos ja brandneu aufgebaut und dort zum ersten Mal bewegt. Wir haben sie auch nicht auf Paul Ricard abgestimmt, denn dort gibt es ohnehin kein Rennen, sondern versucht schon in Richtung LMS-Saisonstart in Barcelona und Sebring (USA) zu arbeiten. Das sind die ersten Rennen, die jetzt für uns mit dem Sportwagen anstehen. Insgesamt war ich sehr zufrieden."

"Ich bin beim Test nicht so viel gefahren, aber ich war im Winter schon in Sebring gefahren und werde demnächst dort auch wieder testen. Da komme ich dann wieder genug zum Fahren. Von daher bin ich auch ganz relaxt, was die LMS angeht. Wir haben mit Joest ein tolles Team, erfahrene Leute und der Audi R10 TDI hat in der Vergangenheit schon bewiesen, dass er ein starkes Auto ist. Natürlich ist uns klar, dass die Konkurrenz hart ist. Aber ich freue mich drauf."

 

 
Vom einen Renner in den anderen

Frage: "Wo liegen die Unterschiede zwischen dem A4 DTM und dem R10 TDI? Wo muss man sich als Fahrer umstellen?"
Rockenfeller: "Das Erste ist die Sitzposition. Im DTM-Auto sitzt man sehr weit hinten und im Sportwagen - in Relation zum DTM-Auto - sehr weit vorn. Im DTM-Auto hast du ein Dach über dem Kopf und hier sitzt du mehr oder weniger im Freien. Der Sportwagen hat viel mehr Abtrieb, er hat mehr Leistung, von daher ist es einfach ein anderes Fahren. Eigentlich kann man die beiden Autos nicht miteinander vergleichen. Aber beides sind Rennwagen. Das DTM-Auto ist kein klassischer Tourenwagen in dem Sinne, wie man sich das vielleicht vorstellt. Das DTM-Auto ist ebenfalls ein reinrassiges Rennauto, das man eher wie ein Formelauto fährt. Die Hauptunterschiede sind die Leistung des Motors und dass du in einem Sportwagen noch mehr Abtrieb hast."

 
"Es ist schön, wenn man eine Mischung hat."
Mike Rockenfeller
Frage: "Und die Rennen sind anders..."
Rockenfeller: "Ja, im Sportwagen fahren wir Langstreckenrennen. Das kenne ich schon aus der Vergangenheit und ich freue mich darauf, mit Alexandre Prémat das Bestmögliche zu erreichen. Es ist schön, wenn man eine Mischung hat. In der DTM arbeitet man für sich allein, hat das ganze Wochenende sein eigenes Set-Up, muss keine Kompromisse eingehen und hat ein Sprintrennen. In der LMS hat man dann am nächsten Wochenende wieder ein Langstreckenrennen. Dort sind ganz andere Dinge gefordert."

"Doch gerade mit der Konkurrenz, die wir haben, sind auch die sechsstündigen Langstreckenrennen wie Sprintrennen. Man kann nicht nur mit 95 Prozent fahren. Dort müssen wir, ähnlich wie in der DTM, in jeder Runde am Limit fahren."

 
Die Youngster und die Routiniers

 
"Wir sind ein Team und profitieren natürlich auch von ihrer Erfahrung."
Mike Rockenfeller
Frage: "Für dein junges Alter hast du schon viel Erfahrung im Sportwagen. Du hast jedoch mit Allan McNish und Dindo Capello zwei sehr erfahrene Kollegen an der Seite. Was kannst du von ihnen noch lernen?"
Rockenfeller: "Natürlich kann ich noch viel von ihnen lernen. Sie haben speziell auf dem R10 sehr, sehr viel Erfahrung. Das wird man mit Sicherheit merken, wenn es um die Arbeit am Set-Up und ähnliches geht. Wir sind ein Team und profitieren natürlich auch von ihrer Erfahrung. Im Rennen selbst sind wir allerdings auf uns allein gestellt. Das ist aber kein Problem. Es ist einfach so, dass Alexandre und ich eben noch nicht so viele Kilometer mit dem Auto gefahren sind wie die beiden. Wir müssen versuchen, diesen Erfahrungsrückstand so schnell wie möglich aufzuholen. Doch ich sehe darin kein Problem. Denn wir waren beim Testen und es ist nicht so, dass wir eine ganze Saison brauchen würden, um auf den nötigen Speed zu kommen oder auf dem gleichen Level fahren zu können. Wenn es allerdings um das Set-Up geht und darum, das Auto zu verstehen, haben die beiden deutlich mehr Erfahrung."

Frage: "Wie lautet eure Kampfansage an Peugeot?"
Rockenfeller: "Wir hatten bis jetzt nur ein direktes Duell, vergangenes Jahr in Le Mans. Das haben wir für uns entschieden. Ich hoffe natürlich, dass uns das in diesem Jahr auch gelingt. In Sebring werden wir das erste Mal wieder aufeinandertreffen. Die Kampfansage ist dabei ganz klar: Bis jetzt ist der R10 ungeschlagen und das wollen wir beibehalten. Das Ziel ist, dass wir am Ende die Meisterschaft gewinnen."

Frage: "Im Juni stehen wieder die 24 Stunden von Le Mans an. Wie schön ist das Gefühl, wenn man dort mit einem Auto antritt, von dem man weiß, dass man damit gewinnen kann?"
Rockenfeller: "Ein super Gefühl. Das hatte ich im vergangenen Jahr schon, aber den Ausgang kennen wir alle. Aber es ist toll und ich bin sehr dankbar, dass ich in diesem Jahr wieder die Chance habe, dort zu fahren. Es hätte auch anders kommen können. Darin, dass ich die Chance erneut bekomme, sieht man die Philosophie von Audi und von Dr. Wolfgang Ullrich. Ich hoffe und gehe fest davon aus, dass wir am Ende besser dastehen werden als im vergangenen Jahr. Für mich ist es das absolute Highlight im Jahr, mit dem Sportwagen, dem Audi R10 TDI, in Le Mans zu fahren."

 
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