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Müller will zum Dienstjubiläum den Titel

27. Februar 2008 - 14:38 Uhr

Jörg Müller will 2008 sein Pech abschütteln und Tourenwagen-Weltmeister werden: "Ohne Fortuna geht in dieser Serie gar nichts"

Jörg Müller
Jörg Müller gilt als aussichtsreicher Kandidat auf den Gewinn des WM-Titels
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Ein Müller, ein Ziel: Wenn am Sonntag die Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) im brasilianischen Curitiba in ihre fünfte Saison startet, will Jörg Müller aus Hückelhoven endlich den Titel gewinnen. Der ersehnte Triumph wäre für den 38-Jährigen, der als einziger deutscher Werkspilot in der WTCC antritt, das passende Geschenk zu seinem zehnjährigen Dienstjubiläum beim Münchner Automobilkonzern BMW.

Die Startnummer zwei an seinem von Schnitzer eingesetzten BMW 320si soll dabei für den Wahlmonegassen kein schlechtes Omen sein: "Ich bin nicht abergläubig. Aber ich hoffe, in diesem Jahr das nötige Glück endlich auch einmal auf meiner Seite zu haben, um den Titel zu holen", sagte Müller. "Ohne Fortuna geht in dieser Serie gar nichts, das hat die Vergangenheit oft genug bewiesen."


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Endlich einmal das Pech abschütteln...

In der Tat fehlte Müller das beschworene Glück schon mehrfach: In der Europameisterschaft wurde er mit nur einem Punkt Rückstand hinter dem früheren Formel-1-Piloten Gabriele Tarquini aus Italien Zweiter. Drei Jahre später hatte sein BMW Markenkollege Andy Priaulx in der WM einen Punkt mehr auf seinem Konto.

Nach insgesamt drei Vizemeisterschaften in EM (2002/2003) und WM (2006) soll nun also endlich der Titelgewinn folgen. In der äußerst hart umkämpften Serie muss man dazu nicht nur ein gutes Auto und ein gutes Team haben, wie Müller weiß: "Wichtig ist, möglichst in jedem Rennen zu punkten. Siege alleine reichen am Ende nicht zum Titelgewinn."

Vollblutrennfahrer Müller ("Ich liebe alles, was einen Motor hat, Krach macht und nach Benzin oder Öl stinkt!") spricht aus schmerzlicher Erfahrung: Mit insgesamt neun Siegen und neun schnellsten Rennrunden ist der ehemalige Formel-1-Testfahrer von BMW der erfolgreichste Pilot in der fünfjährigen WM-Historie. Aber im vergangenen Jahr sorgten alleine elf Nullrunden in den 22 Läufen dafür, dass aus dem erhofften Titelgewinn wieder nichts wurde.

Katastrophales Saisonende 2007

Jörg Müller
2007 war Jörg Müller nach starkem Auftakt nicht gerade vom Glück verfolgt
© xpb.cc

Dabei war der frühere Formel-3000-Europameister mit einem Sieg und einem dritten Platz in Curitiba optimal in die Saison gestartet und lag auch noch nach zwölf Rennen an der Tabellenspitze. Doch in den letzten zehn Läufen ging Müller achtmal leer aus, am Ende stand nur noch WM-Platz sieben zu Buche - und ganz oben wieder BMW Markenkollege und Serienchampion Priaulx.

"Es gab waren meist unverschuldete Kollisionen, in die ich verwickelt war. Da muss die FIA einfach härter durchgreifen", meint Müller, der sich schon frühzeitig vor den ersten beiden Läufen mit dem gesamten Schnitzer-Team auf den Weg nach Brasilien gemacht hatte, um in der vorigen Woche die Hochzeit seines Teamkollegen Augusto Farfus zu feiern.

Den Brasilianer zählt Müller ebenso zu den Topfavoriten wie den dreimaligen Weltmeister Priaulx: "Es gibt aber insgesamt sicher mehr als ein Dutzend Titelkandidaten, denn auch Chevrolet und Seat sind mit einem starken Fahreraufgebot vertreten", meint Müller, der sich vor allem auf das einzige WM-Gastspiel in Deutschland am 31. August in der Motorsport Arena Oschersleben freut.