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Überholhilfe "Push to Pass" bald überflüssig?

Die für 2017 vorgenommenen Anpassungen am "Push-to-Pass"-System kamen gut an und bleiben wohl 2018. Anschließend könnte die Überholhilfe aber verschwinden

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 hat den verstellbaren Heckflügel (DRS). Die IndyCar-Serie hat als Überholhilfe seit Jahren das "Push-to-Pass"-System im Einsatz. Per Knopfdruck steht jedem Fahrer im Verlauf eines Rennens auf Rund- oder Stadtkursen ein gewisses Kontingent an Zusatzleistung zu Verfügung. Die Ovale sind von der künstlichen Überholhilfe seit jeher ausgenommen.

Simon Pagenaud, Graham Rahal

Die IndyCar-Piloten vertrauen beim Überholen seit Jahren auf "Push to Pass" Zoom

In Form von einer kurzfristigen des Ladedrucks der Turbomotoren von 1,5 auf 1,65 bar sind auf den Rund- und Stadtkursen per "Push to Pass" rund 60 zusätzliche PS abrufbar. Nachdem das System bis Ende der IndyCar-Saison 2016 auf ein bestimmte Anzahl von Betätigungen pro Rennen festgesetzt war, wurde die Praxis für 2017 dahingehend verändert, dass die Anzahl der Sekunden, die man mit der Zusatzleistung fahren darf, festgesetzt wurde.

Je nach Strecke lag das zeitliche Limit für "Push to Pass" in der IndyCar-Saison 2017 bei 150 oder 200 Sekunden pro Rennen. Freilich hilft "Push to Pass" im Gegensatz zu der in der Formel 1 eingesetzten Überholhilfe DRS nicht nur beim Überholen, sondern auch beim Verteidigen. Schließlich steht es jedem Fahrer - sofern noch Kontingent vorhanden - unabhängig von der Position im Zweikampf frei, wann er den Knopf betätigt.

Will Power, Josef Newgarden

Im Gegensatz zu DRS kann "Push to Pass" auch zum Verteidigen genutzt werden Zoom

Wenngleich die Anpassung weg von einem Limit der Einsätze hin zu einem Limit der Sekunden bei den IndyCar-Piloten in der abgelaufenen Saison gut ankam, stellt IndyCar-Renndirektor Jay Frye in Aussicht, dass "Push to Pass" nach 2018 möglicherweise überflüssig werden könnte.

"Ganz sicher werden wir das System auch 2018 einsetzen, in welcher Konfiguration steht noch nicht fest, aber ich rechne nicht mit Änderungen", sagt Frye gegenüber 'Motorsport-Total.com' mit Blick auf die erste Saison mit der Einheits-Aerodynamik. Doch der IndyCar-Renndirektor merkt auch an: "2019 und 2020 wird es möglicherweise nicht mehr gebraucht."

Juan Pablo Montoya

Das 2018er-IndyCar kommt mit schnittiger Einheits-Aero daher Zoom

Warum? "Wie wir nach den ersten Testfahrten des neuen Aero-Kits von den Fahrern gehört haben, fühlt sich das Auto aufgrund des geringeren Luftwiderstands so an, als habe es mehr PS", sagt Frye und merkt an: "Da stellt sich die Frage: Brauchen wir Push-to-Pass in Zukunft noch? Sollten wir es für die Nuancen im Rennen behalten? Ich weiß es noch nicht, aber es ist schön, Optionen zu haben."

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