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24 Stunden von Daytona 2017: Letzte Chance für DeltaWing

Mit einer Sondergenehmigung darf der DeltaWing bei den 24 Stunden von Daytona noch einmal antreten - Aus dem Vorjahr ist noch eine Rechnung offen

(Motorsport-Total.com) - Eines der skurrilsten Projekte in der Motorsportgeschichte befindet sich im Endstadium seiner Geschichte. Doch diese wurde noch einmal verlängert: Während die Daytona Prototypen beim Petit Le Mans auf der Road Atlanta ihr endgültige Zielflagge gesehen haben, geht der DeltaWing noch einmal nach Daytona Beach. Der Aerodynamik-Keil hat dort seine letzte Chance, doch noch einen waschechten sportlichen Erfolg einzufahren. Auf dem langen Vollgasstück kann er seine Stärken ganz ausspielen.

Katherine Legge

Gnadenfrist für den DeltaWing: Erst nach Daytona 2017 ist Schluss

Davon haben die Fahrer rund um Katherine Legge und Andy Meyrick bei den 24 Stunden von Daytona 2016 vollen Gebrauch gemacht. Der DeltaWing führte das Rennen zu Beginn an, fiel aber schon relativ früh durch eine Kollision aus. Don Panoz beschäftigt dieser Rückschlag bis heute. "Don kam mit der Idee auf uns zu und wir haben das intern diskutiert", sagt IMSA-Präsident Scott Atherton gegenüber 'Fox Sports'. "Wir wollen uns in Daytona natürlich auf die neuen Autos konzentrieren, aber das erschien uns wie die richtige Idee."

Der DeltaWing war ursprünglich von Ben Bowlby bei der Ausschreibung für das aktuelle IndyCar-Chassis ins Rennen gegangenen. Als das radikale Konzept wenig überraschend gegen Dallara den Kürzeren zog, nahm Don Panoz das Projekt unter seine Fittiche. Gleichzeitig stieg Nissan als Sponsor ein, um den DeltaWing bei den 24 Stunden von Le Mans 2012 einzusetzen. Die Partnerschaft sollte fatale Folgen haben.

Als Nissan sich Ende 2012 aus dem Projekt zurückzog, blieben offene rechtliche Fragen, wessen geistiges Eigentum der Keil denn nun war. Nissan hat viel Knowhow einfließen lassen, doch Panoz hatte die Lizenz. Während Panoz den DeltaWing von 2013 an ohne großen Erfolg in der ALMS und der IMSA SportsCar Championship einsetzte, entwickelte auch Nissan das Konzept weiter, insbesondere für den elektrischen ZEOD RC. Daraufhin verklagte Panoz den Konzern wegen Verwendung geistigen Eigentums seiner Firma. Der Rechtsstreit wurde Anfang 2016 im Stillen beigelegt.

Die Vorteile des Fahrzeugs sind eine enorm geringe Stirnfläche und somit geringer Luftwiderstand. Bei den Topspeedmessungen in der IMSA-Serie gehört der DeltaWing regelmäßig zu den schnellsten Fahrzeugen, obwohl er rund 200 PS weniger hat als die Daytona Prototypen. Daraus ergibt sich auch ein enormer Verbrauchsvorteil, der den Zeitgeist trifft. Der Nachteil liegt auf der Hand: Das Fahrzeug sieht so skurril aus, dass sich das Interesse, dieses Fahrzeug dauerhaft im Motorsport unterzubringen, in Grenzen hielt. Darüber hinaus kämpfte es mit zahlreichen Technikproblemen, die sich auch beim Petit Le Mans wieder zeigten.

Don Panoz hat auf Basis des DeltaWings, der zwischenzeitlich eine Cockpithaube erhalten hat, ein GT-Modell entworfen, um das es in letzter Zeit allerdings sehr still geworden ist. Auch Nissan hat mit dem BladeGlider, der auffällig an den DeltaWing erinnert, einen Prototypen vorgestellt. Ob er in Serie geht, steht derzeit noch nicht fest.

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