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Spieletest: SBK 2011 - Der nächste große Schritt?

26. Mai 2011 - 15:33 Uhr

SBK X war 2010 für Motorrad-Fans ein echter Hammer. Wir sind gespannt, ob Milestone das mit der neuen 2011er-Version nochmals toppen kann - PS3-/PC-Version im Test

SBK 2011
SBK 2011 von Milestone ist für PC, PS3 und Xbox 360 bereits im Handel erhältlich
© Black Bean Games

(MST/Speedmaniacs.de) - Das Kürzel SBK steht für beinharten, spektakulären Motorrad-Rennsport in der realen, wie auch in der virtuellen Welt. Zusammen mit dem Entwicklerstudio Milestone ist die SBK-Serie seit ihrem Revival im Jahr 2007 wieder das Maß der Dinge, wenn es um realitätsnahes, interaktives Motorradfahren geht. In akribischer Kleinarbeit verfeinern die Italiener so ihre Erfolgsformel von Jahr zu Jahr und nähern sich Stück für Stück der optimalen Motorradsimulation an, wobei der Jahrgang 2010 einen besonderen Höhepunkt unter diesen vielen hochwertigen Simulationen darstellte. Für SBK X hatten sich die geschäftigen Mailänder nämlich besonders ins Zeug gelegt und außergewöhnlich viele, große Neuerungen eingebaut.

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SBK X bekam nicht nur eine neue Engine, zwei zusätzliche Rennklassen und erweiterte Online-Optionen, sondern zum ersten Mal auch einen reinrassigen Arcademodus. Bei so vielen Innovationen und Verbesserungen könnte es für SBK 2011 schwierig werden das veranschlagte Evolutionstempo beizubehalten. Wir haben die PC-Version und stellvertretend für die Konsolenfraktion auch die PS3-Version unter die Lupe genommen.

Neues Jahr, neue Daten

Die erste offensichtliche Änderung, die SBK 2011 von seinem Vorgänger unterscheidet, sind natürlich die aktuellen Saisondaten. Dank der offiziellen Lizenz vom SBK-Vermarkter Infront wird das Wechselkarussell originalgetreu abgebildet und alle Bikes, Fahrer und Teams der drei Leistungsklassen Superstock, Supersport und schließlich Superbike sind am Start. Zusätzlich sind in diesem Jahr die SBK-Legenden-Bikes, welche letztes Jahr noch als DLC angeboten wurden, serienmäßig dabei. Auf Seiten der Rennstrecken hingegen gibt es eine einzige Einschränkung. Der Rundkurs Motorland Aragon im Nordosten Spaniens hat es nicht mehr bis zum Release ins Spiel geschafft, sodass eine SBK-Saison hier nur aus zwölf und nicht den realen dreizehn Stationen besteht.

SBK 2011
© Black Bean Games

Sozusagen als Ausgleich dafür hat Milestone aber ein paar ältere Tracks, die gegenwertig nicht Bestandteil des SBK-Kalenders sind, mit auf die Disk gepackt. Das sind zum Beispiel Losail International Circuit in Doha oder Circuit Ricardo Tormo vor den Toren Valencias. Insgesamt kommt SBK 2011 so auf 16 Strecken und damit eine sehr ordentliche Auswahl mit genug Abwechslungsreichtum.

Zukunft ade?

Im letzten Jahr hatte sich Milestone zum ersten Mal in der jüngeren SBK-Game-Geschichte dazu entschlossen parallel zum erfolgreichen und beliebten Sim-Modus auch eine Arcade-Karriere im Spiel anzubieten mit einer, wie damals explizit betont wurde, völlig eigenständigen Fahrphysik und dementsprechend komplett neuem Fahrverhalten. Jetzt, fast auf den Tag genau zwölf Monate später, ist von all dieser Arbeit nichts mehr zu sehen, denn der separate Arcade-Modus ist verschwunden. Inhaltlich gibt es die obligatorische Karriere, um sich durch alle drei Superbike-Klassen vom Newcomer zur Legende zu arbeiten, entsprechende Modi für schnelle und einzelne Rennen, Rennwochenende oder Zeitfahren und die so genannte SBK-Tour.

Hinter der SBK-Tour verbirgt sich im Grunde nichts anderes als der ebenfalls schon seit Jahren bekannte Herausforderungsmodus, der immer mal wieder in der einen oder anderen Form seinen Weg ins Spiel findet. In über 50 besonderen Situationen müsst ihr hier unter Zeitdruck euer Können unter Beweis stellen und schaltet im Gegenzug Sammelbildchen, die Zusatzstrecken und die Legenden-Fahrer frei.

Fast alles beim Alten

Wer über den Einzelspielermodus hinaus neue Herausforderungen sucht, auf den wartet in SBK 2011 natürlich auch ein Mehrspieler-Bereich. Weil dieser aber keinen Splitscreenmodus besitzt ist die Online-Verbindung Grundvoraussetzung dafür gegen menschliche Gegner antreten zu können, von denen bis zu 16 in einem Rennen mitfahren können. Während auf Xbox 360 respektive PS3 die jeweiligen Netzwerke genutzt werden, ist auf dem PC außerdem ein Gamespy-Account Pflicht, um online an den Start gehen zu können.

Das ist auf der einen Seite nervig, sofern man nicht ohnehin schon irgendwo Anmeldedaten zu besagtem Dienst herumfliegen hat, bietet aber immerhin ein kleines Desktop-Widget für Windows 7 als Ausgleich welches sich mit dem Gamespy-Account synchronisieren lässt und dadurch euren aktuellen Mehrspieler-Level sowie im Fotomodus geschossene Bilder anzeigt. Leider lassen sich die selbst gemachten Bilder aus dem neuen Fotomodus nicht beliebig auf der Festplatte abspeichern und ihre Anzahl ist auf 50 Stück begrenzt. Außerdem ist die Bedienung, zumindest auf dem PC unter Ausschluss der Maus, unbequem. Wer unbedingt Screenshots machen will, wird zumindest auf dem PC aber auch andere Lösungen finden.

Ballett auf zwei Rädern

Nachdem der Arcade-Modus als solcher für dieses Jahr ersatzlos gestrichen wurde, ist nämlich die Zeit der zwei separaten Physikmodelle für Arcade und Simulation genauso schnell wieder passé wie sie auftauchte. In SBK 2011 heißt es wieder eine Fahrphysik für alle, was der Paradedisziplin des Spiels aber in keiner Weise Abbruch tut. Wie im Vorgänger gibt es wieder drei Komplexitätsstufen zur Auswahl, die unterschiedliche Fahrhilfen wie zum Beispiel die Traktionshilfe oder ein ABS beinhalten. Leider lassen sich die einzelnen Werte der jeweiligen Stufe nicht manuell nachjustieren, sodass man sich leider nicht seine ganze persönliche Schwierigkeitsstufe der Fahrphysik bestimmen kann.

Das macht aber wenig, denn zum einen decken die drei Stufen das ganze Spektrum ab und zum anderen lässt sich der Anspruch des Spiels insgesamt noch durch zusätzliche Optionen, wie Reifenabnutzung und selbstverständlich Gegner-Stufen, steigern oder mindern. Darüber hinaus hat Milestone sehr gute Arbeit an der Steuerung geleistet, weil diese nun noch sensibler und zielgenauer auf Eingaben anspricht. SBK-Veteranen fühlen sich ohnehin direkt heimisch, aber auch Neueinsteiger und Aufstrebende haben eine reelle Chance auch riskante Fahrmanöver nach kurzer Eingewöhnung unbeschadet zu überstehen.

Nicht ganz ins eigentlich rundum positive Bild will zuweilen die künstliche Intelligenz passen. Diese hält in der Regel ziemlich einheitlich die Ideallinie, was gerade beim dichten Fahren im Pulk viel zu souverän und statisch ausschaut und nur selten legt sich mal ein Konkurrent auf den Asphalt. Noch schlimmer, und damit richtig nervig, um nicht zu sagen ziemlich Bug-verdächtig, wird es, wenn die KI-Fahrer im Training aus der Boxengasse auf die offene Strecke schießen. Dabei nehmen sie nämlich überraschend wenig Rücksicht auf den fließenden Verkehr und fahren euch mitunter direkt vor die Nase, was akute Kollisionsgefahr bedeutet.

Feinschliff...

SBK 2011
© Black Bean Games

In Sachen Grafik hat man sich für SBK 2011 offensichtlich auf kleine Korrekturen und Feinarbeit verständigt, denn nachdem Milestone im letzten Jahr seinen Grafikmotor analog zum letztjährigen SBK-Spiel in X-Engine unbenannt hat und damit den grafischen Fortschritten Nachdruck verleihen wollte, muss man in der neuen Version selbst als langjähriger Begleiter der Reihe ziemlich genau hinschauen um Veränderungen wahrzunehmen. Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass nun nicht mehr nur die Zuschauer in 3D und animiert sind, sondern dass neuerdings auch die Streckenmarshalls, wie im echten Leben, am Streckenrand die gelben Fahnen schwenken wenn Gefahr im Verzug ist.

Noch genauer hinsehen muss man, wenn man alle Einzelheiten des neuen Animationsmodells erleben möchte. Die waren zwar bei SBK schon immer klasse, aber in 2011 basieren sie erstmals auf der Echtzeit-Technologie Emotion FX und sind ein wahrer Augenschmaus, entfalten aber eigentlich erst in der Retrospektive ihre ganze Pracht, weil im hektischen Rennalltag eigentlich permanent ein weites Vorausschauen gefordert ist um unfallfrei und möglichst schnell durch den Verkehr und die Streckenführung zu kommen, sodass kaum Zeit bleibt sich an den geschmeidigen Bewegungen zu ergötzen.

...und was passiert, wenn dieser fehlt

SBK 2011
© Black Bean Games

Leider Gottes müssen Veränderungen aber nicht immer nur Gutes bedeuten und so gibt es auch ein paar, zugegebenermaßen kleinere Aspekte an denen sich das Auge anstößt. So trifft man im Spielverlauf immer mal wieder an Punkte die so wirklich nicht hätten sein müssen. Zum Beispiel sind auf mehreren Strecken die Stellen an denen sich die beiden Enden der Panorama-Hintergrundbilder treffen deutlich mit bloßem Auge zu erkennen. Und auch ganz grundsätzlich darf man die Qualität des einen oder anderen Hintergrundbildes in Frage stellen. Die Berge jedenfalls, die im Hintergrund des Silverstone Circuit zu sehen sind, erscheinen doch ein gutes Stück zu hoch.

Davon abgesehen kann sich SBK 2011 natürlich auf die bewährten Stärken seiner Grafik verlassen. Dazu zählen unter anderen sehr detaillierte Motorradmodelle samt Lenker-Ansicht, ein sehr glaubwürdiges Geschwindigkeitsgefühl und ebenso lebensnahe, wie optisch ansprechende Effekte für regennasse Straßen und Reifenabrieb. Weniger überzeugend fällt das Detailniveau so mancher Gras- und Asphalt-Textur aus, insbesondere wenn die PC-Version in hohen Auflösungen unterwegs ist.

Motoren und Musik die rocken

Beim Sound hat sich nicht viel getan. Die bewährte Mischung aus realistischen und vielschichtigen Motorensounds und rockiger Hintergrundmusik stellen auch in SBK 2011 eine tolle Kulisse parat. Zwar klingen alle Sounds und Spezialeffekte exakt genau so wie im letzten Jahr und personalisierte Hintergrundmusik von der PS3-Festplatte ist weiterhin ein Fremdwort, aber wenn unter mir die Vierzylinder einer BMW S 1000 RR um die Wette schreien, parallel dazu ein Donnergrollen wie eine Flutwelle aus Sportendtöpfen im Nacken heranrauscht und dazu auch noch punkige Rockmusik um die Ohren zirkuliert, dann ist das allemal gut genug um sich für einige Stunden darin zu verlieren.

Fazit:

Manchmal könnte man dem Eindruck verfallen Milestone dreht sich im Kreis. Das Hin und Her mit dem Arcade-Modus und diverse kleine Mängel, wie bei der Menüpräsentation und der Speicherlogik, ziehen sich nun schon seit Jahren durch das Spiel. Auf der anderen Seite schaffen es die Entwickler immer wieder die Qualität ihrer Parade-Disziplin, dem Realismus, noch ein Stück weiter zu bringen.

Das sind dann zwar oft Verbesserungen wie die animierten Streckenposten oder das neue Animationssystem, die auf viele Spieler vielleicht marginal wirken werden, für Motosport-Enthusiasten aber sind sie ein echter Zugewinn. Auch wenn SBK 2011 unterm Strich mit wenigen Neuerungen auskommen muss, bleibt es in Sachen Authentizität und Realismus unerreicht und legt die Messlatte - wieder einmal - ein Stück höher und ist für alle Fans von Motorradrennspielen zu empfehlen.

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