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Spieletest: WRC 2010 - Rallye für Fortgeschrittene?

17. Oktober 2010 - 13:30 Uhr

Ob sich Milestone auf vier Rädern in der wilden Natur genauso wohlfühlt, wie auf den heißen Bikes der SBK-WM, klärt unser Review von WRC: FIA World Rally Championship

WRC
Black Bean Games und Milestone bringen die WRC zurück auf PC und Konsole
© Black Bean Games

(MST/Speedmaniacs.de) - Vielleicht ist 2010 so etwas wie das Revival-Jahr für klassische Rennspielreihen, denn nachdem jüngst erst die Formel 1 aus dem staubigen Kellerraum, in dem sie vorübergehend begraben lag, herausgeholt wurde, folgt nun mit der WRC gleich die zweite große Königskategorie der FIA auf dem Fuße. Die Italiener von Black Bean Games und ihr auf Rennspiele spezialisiertes Studio Milestone wurde die durchaus schwere Bürde zuteil, die einst sehr beliebte Serie zu reanimieren, was für das relativ kleine Entwicklerstudio im Herzen von Mailand wohl eine Mammutaufgabe gewesen sein dürfte, denn schließlich brachten die Programmierer in diesem Jahr auch schon Superstars V8 Next Challenge und SBK X zur Serienreife.

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Doch das soll natürlich nicht das Problem von uns Verbrauchern sein, denn alles was uns interessiert ist schließlich das Endergebnis und wie es sich im Vergleich mit der starken Konkurrenz schlägt. Genau hier möchten Black Bean und Milestone ansetzen und Spielern, denen die DIRT-Spiele aus dem Hause Codemasters zu wenig Realismus boten, wieder fürs virtuelle Rallyefahren begeistern. Ob das gelungen ist, haben wir anhand der PC- und PS3-Version überprüft.

Die WRC anno 2010

Es hat sich eine Menge getan, seitdem 2005 Sony und die Evolution Studios mit WRC Rally Evolved den letzten Beitrag zur Virtualität der World Rally Championship abgeliefert haben. Leider gehören dabei die vergangenen fünf Jahre nicht gerade zur Glanzphase der Meisterschaft. Viele Hersteller, allen voran die einstigen Rallye-Vorreiter Mitsubishi und Subaru, haben ihr Engagement in der WM eingestellt, sodass aktuell nur noch Ford und Citroen mit Werksunterstützung an den Start gehen. Der Rest sind privat eingesetzte Teams mit teilweise veraltetem Material.

WRC
Auf die Plätze, fertig, los...
© SPEEDMANIACS.COM

Wenig besser sieht es bei den Schauplätzen aus. Während die Welttournee in ihren besten Tagen ganze 16 Stationen umfasste, sind davon jetzt nur noch 13 Rallyes übrig. Leider Gottes fallen unter die Abgänge auch so traditionsreiche Läufe wie die Rally Monte Carlo und San Remo, welche sich beide nun in der IRC wiederfinden. Immerhin, trotz all der Abstriche, tummeln sich immer noch zahlreiche Profis im weltweiten Rallyezirkus. Allen voran Rekord-Weltmeister Sebastian Loeb, sein Dauerkonkurrent der letzten Jahre Mikko Hirvonen, sowie die Gebrüder Solberg, Ex-F1-Pilot Kimi Raikkonen und US-Boy Ken Block, um nur die wichtigsten zu nennen.

All diese Fahrer und ihre Fahrzeuge hat WRC 2010, welches genau genommen auf den etwas langen Titel WRC: FIA World Rally Championship hört, dank offizieller Lizenz natürlich mit an Bord und sogar noch einige mehr. Neben der WRC-Kategorie, also der Königsklasse des Rallyesports, sind auch die seriennähere P-WRC, die S-WRC mit Wagen nach dem Super-2000 Reglement und die J-WRC mit Super-1600-Fahrzeugen mit am Start. Alles in allem macht das 18 unterschiedliche Boliden vom kleinen giftigen Ford Fiesta mit Frontantrieb bis hin zum Allrad-Athleten Citroen C4 WRC. Die 13 verbliebenen Länder bringen es immerhin auf satte 78 Wertungsprüfungen mit Klassikern wie der Schweden-Rally, der Atzteken-Rally in Mexiko und der Wales-Rally.

Old school

Für die Spielmodi greift Milestone auf eine mittlerweile schon fast klassische Mischung zurück. Im Zentrum des Spiels steht der Karriere-Modus, hier "Weg zur WRC" genannt. Wie zu erwarten war, arbeitet ihr euch hier durch die niedrigeren Fahrzeug-Kategorien hoch bis zur World Rally Championship. Das Ganze ist über 10 Stufen ausgelegt und erinnert damit eher an eine Arcade-Leiter. Mit Siegen schaltet man nicht nur neue Events und nächsthöhere Stufe frei, sondern verdient auch Bares, das man dann wiederum in neue Fahrzeuge und Lackierungen investieren kann. Die Lackierungen lassen sich leider nicht völlig frei gestalten, aber man erhält nach und nach eine Vielzahl an Layouts, die sich aus jeweils drei Farben zusammenstellen lassen.

WRC
Spielmenü-Ansicht von WRC: FIA World Rally Championship
© SPEEDMANIACS.COM

Zusätzlich zur Karriereleiter und den obligatorischen Einzelspieler-Optionen mit Meisterschaft, Einzelrallye, Einzel-Etappe und Zeitfahren, könnt ihr euch außerdem in der WRC-Akademie beweisen. Wie ihr wahrscheinlich schon vermutet habt, geht es hier um Fahrprüfungen die es zu bewältigen gilt - und zwar insgesamt zwölf Stück. Wobei man eher nur zwölf Stück sagen muss. Denn trotz steigendem Schwierigkeitsgrad dürften geübte Zocker leichtes Spiel mit den Missionen haben, bei denen ihr jeweils einen Teilabschnitt bestimmter Etappen absolviert und eine Zeitvorgabe schlagen müsst. Der Bestzeiten-Geist, die eingeblendete Ideallinie und zusätzliche Symbole unterstützen euch dabei die richtigen Bremspunkte zu finden und im rechten Augenblick die Handbremse zur Hilfe zu nehmen.

Große Innovationen oder Experimente sucht man bei der Spielmodi-Auswahl vergeblich, was ja auch Sinn macht, schließlich bemüht sich Milestone um eine ernst- und glaubhafte Replika der realen Rallyewelt. Aber für ein Rennspiel des Jahrgangs 2010 ist die Präsentation schon ziemlich trocken ausgefallen. Simple, textlastige Menüsscreens ziehen sich vom Hauptmenü bis zum Setup-Bereich quer durch das ganze Spiel. Schicke, animierte 3D- Hintergründe, wie man sie auch aus den SBK-Spielen von Milestone kennt, sind nicht vorhanden.

Aufgestanden, Platz vergangen

Wer nach der erfolgreichen Einzelspieler-Karriere immer noch Hunger hat, kann sich in den Mehrspielerbereichen von WRC 2010 beweisen. Online lasst ihr euch entweder ein passendes Spiel zulosen oder erstellt selbst ein benutzerdefiniertes Spiel mit bis zu 16 Spielern. Dabei handelt es sich um Zeitrennen ohne Kollisionsabfrage, wobei sich die Gegner-Geister nach Belieben aktivieren oder deaktivieren lassen. Um dem Online-Modus etwas mehr Tiefgang zu verleihen, gibt es außerdem ein Level-System, welches eure Erfahrung im Online-Multiplayer beschreibt. Das Matchmaking läuft übrigens, wie schon bei den anderen Spielen aus der Mailänder Manufaktur, über Gamespy. PC-Spieler sollten also den entsprechenden Client bereithalten.

Alternativ zum Online-Modus gibt es leider keinen Splitscreen-Modus sondern lediglich eine Hot-Seat-Option für bis zu vier Spieler und zwar sowohl auf dem PC als auch auf den Konsolen. Für alle die sich nicht mehr an die Tage von Grand Prix 3 erinnern: Beim "heißen Stuhl" fährt ein Spieler nach dem anderen die Strecke ab und am Ende wird dann abgerechnet. Sicherlich eine inzwischen eher ungewöhnliche Mehrspieler-Methode, aber warum nicht.

Darf es etwas mehr sein?

WRC
Die Fahrzeuge sind etwas detaillierter als die Umgebung
© SPEEDMANIACS.COM

WRC 2010 geht mit dem Versprechen an den Start eine realistischere Rallyeerfahrung abzuliefern, als es gegenwertig bei der Konkurrenz der Fall ist. Und, soviel können wir gleich vorweg schicken, das hält der Titel im Großen und Ganzen auch ein. Das Fahrzeughandling kann man durchaus als fordernd bezeichnen, denn, sofern man sich gegen den Einsatz der verschiedenen Fahrhilfen entscheidet, sind mitunter schnelle und gezielte Aktionen gefragt. Die Wagen gehen mal gewollt aber auch des Öfteren ungewollt ordentlich quer.

Schon zu Beginn seiner Rallyekarriere in den knapp 200 PS schwachen, frontgetriebenen R2-Autos hat man gut zu tun. Zum einen neigen die Wagen in engen Ecken natürlich zum Untersteuern und erfordern also einen sensiblen Gasfuß am Kurvenausgang, zum anderen bricht bei harten Bremsaktionen aus hohen Geschwindigkeiten auch gerne einmal das Heck aus und will fachkundig eingefangen werden. Gerade die Wirkung der Antriebseinflüsse an den einzelnen Achsen bekommt die Physik-Engine sehr gut hin, was zum Beispiel das !Torque Steer" beweist. Wenn man aus dem Stand voll auf das Gaspedal latscht und die Lenkung unberührt lässt, driftet das Auto von sich aus, allein durch zu große Motorkraft, zu der Fahrzeugseite mit weniger Gewicht beziehungsweise Grip vom Kurs ab.

Es geht noch besser

Ein weiterer Beweis dafür, wie die Kraftverteilung simuliert wird ist die Tatsache, dass man die Lage des Wagens während der Kurvenfahrt nicht nur durch Eingriffe am Volant sondern genauso auch mit gezielten Gasstößen und natürlich mit der Handbremse maßgeblich beeinflussen kann. Etwas Kritik muss sich dagegen die Federung gefallen lassen. Die einzelnen Räder reagieren zwar, wie im Replay sehr schön zu sehen ist, sehr gut auf die Unebenheiten der Fahrbahn, doch als gesamtes wirken die Boliden eine gute Spur zu steif. Gerade bei Sprungpassagen wie bei der Rallye Finnland wirkt das System viel zu statisch. Man springt, beziehungsweise fliegt, fast immer absolut gleich und landet dementsprechend wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße.

Durchschlagende Stoßdämpfer, die auf ihre Begrenzer aufprallen und somit den Wagen nachträglich aus der Balance bringen scheint es nicht zu geben. Aber auch in langsameren Kurven gibt es kaum Rollen um die Längsachse und auch Nick- und Wankbewegungen, abhängig vom Leistungsfluss, glänzen durch Abwesenheit.

Schwierigkeitsgrad selbst gemacht

WRC
Das Schadensmodell in Aktion
© SPEEDMANIACS.COM

Wer jetzt befürchtet WRC 2010 wäre nur etwas für Hardcore-Rallye-Fanatiker, darf beruhigt sein. Vom Anspruch reiner Rallye-Sims, wie etwa einem Richard Burns Rally, ist WRC ein gutes Stück entfernt. Auch WRC 2010 ist ein Spiel für den breiten Massenmarkt und unterstützt dementsprechend unerfahrene Spieler mit verschiedenen Fahrhilfen. Die Traktionshilfe eliminiert Gripverluste, die Bremshilfe findet zuverlässig den richtigen Bremspunkt und die Lenkhilfe unterstützt bei der Wahl des richtigen Lenkwinkels. Da sich diese Hilfen übrigens genauso wie die Gegner-KI stufenlos im Optionsmenü auf alle Modi des Spiels anwenden lassen, kann jeder Spieler seinen ganz individuellen Schwierigkeitsgrad selbst definieren.

Hat man erst einmal ein paar WM-Kilometer zurückgelegt und sich mit dem Fahrverhalten angefreundet, lässt sich der Anspruch also ohne Weiteres etwas steigern, damit es nicht langweilig wird. Außerdem bietet das Spiel beim Erststart eine von drei Voreinstellungen für unterschiedlich erfahrene Spielertypen. Solche unter euch mit viel Erfahrung können sich zusätzlich mit den Setup-Möglichkeiten der Rallyeboliden auseinandersetzen, um die Performance zu optimieren. Mit rund 10 Einstellungsparametern gibt das Menü zwar nicht allzu viel her, aber da auch die verschiedenen Differentiale konfiguriert werden können, lässt sich schon Einfluss aufs Fahrverhalten nehmen.

Blechtrommel

Ebenfalls nachhaltig das Handling beeinflussen kann allzu wilde Fahrweise, denn WRC 2010 besitzt natürlich ein Schadensmodell das sich sowohl optisch als auch physikalisch äußert. Was die Optik anbelangt hat man sich schnell einen Außenspiegel abgefahren, tiefe Kratzer und Verschmutzungen im Lack und eine Stoßstange schief oder ganz verloren. Außerdem gibt es, je nach Härte des Einschlags, auch tiefere Dellen und aufspringende Türen, Kofferraum- oder Motorhauben. Wohlgemerkt wenn es denn zum Einschlag kommt, denn nicht selten agiert der etwas zu eifrige Rücksetz-Assistent als blitzschneller Schutzengel und setzt euch zurück auf die Ideallinie, genau bevor euer Boliden mit einer Baumgruppe kollidiert. Hier wäre definitiv mehr Feintuning wünschenswert.

Wenn es dann aber doch kracht ist das in der Regel nicht sonderlich schlimm. Meistens braucht es schon drei heftige Einschläge oder mehr um spielerische Nachteile davonzutragen. Eine defekte Federung sorgt dann aber dafür, dass der Wagen mitunter stark zu einer Seite abtreibt und Getriebe-Schäden verlangsamen die Beschleunigung ebenso deutlich wie defekte Turbo-Lader. Die Reifen, ein Bauteil das im realen Rallyesport häufig in Mitleidenschaft gezogen wird, bleiben leider außen vor und damit auch das coole Mousse-System.

Bekanntes Gesicht in neuem Dress

Hinter den Kulissen von WRC 2010 arbeitet Milestones neue Allzweck-Waffe, die so genannte X-Engine. Diese Engine war ursprünglich für Rundstrecken-Rennspiele ausgelegt und hat in dieser Funktion in diesem Jahr schon Superstars V8 Next Challenge und natürlich SBK X befeuert. Für WRC 2010 haben die Macher ihre Technologie aber soweit umgebaut, dass dieser Umstand in der Regel geschickt vertuscht wird. Nicht zuletzt die äußerst dichte Bepflanzung am Wegesrand sorgt für eine gelungene Illusion und die große Weitsicht tut ihr übriges, um eine glaubhafte Umgebung zu schaffen. Nur ganz selten reihen sich einige schmale Streckenabschnitte aneinander, die dann ein wenig den guten alten Tunneleffekt aufleben lassen.

WRC - Gruppe B
In der PC-Version sind die Gruppe B-Wagen schon enthalten
© Mileston

Aber trotz vieler Details in der Szenerie, wie fließenden Bachläufen, nachgebenden Pflanzen und jubelnden Rallyefans am Straßenrand, könnte das Spiel etwas mehr Interaktivität vertragen. Zwar sollte man sich nicht zu sorglos an Holzzäunen anlehnen, da diese gerne physikalisch animiert auseinanderfallen können und selbst Leitplanken geben dem Einschlag entsprechend nach, aber im Wind wiegende Bäume, Helikopter die die Strecke begleiten oder das klassische flatternde Absperrband sucht man vergebens und selbst sonst so spektakuläre Wasserdurchfahrten sehen erstaunlich langweilig aus.

Auch der an sich sehr detailierten und gelungenen Cockpitperspektive fehlen Spezialeffekte auf der Windschutzscheibe. Weder Schmutz noch Wassertropfen behindern die Sicht und so reicht WRC 2010 rein grafisch nicht an den Genre-Platzhirsch DiRT 2 heran. Nichtsdestotrotz sorgen die realistische Ausleuchtung und detailreiche Fahrzeuge für einen realen Look. Richtig schick wird es dann, wenn auch noch die Fahrbahn mit Regenwasser getränkt wird und die die Wagen sowie die Umgebung reflektieren.

Die Qual der Wahl

WRC 2010 ist eine lupenreine Multiplattform-Produktion und erscheint als solche gleichzeitig für PC, Xbox 360 und PS3. Im direkten Vergleich zur PC-Version, die mit einem System der aktuellen Mittelklasse auch auf hohen Einstellungen flüssig läuft, muss man bei Konsolen Kompromisse machen. Xbox 360- und PS3-Besitzer müssen sich mit der kleineren HD-Auflösung 720p zufrieden geben und bekommen dadurch eine etwas schlechtere Bildqualität. Kantenflimmern ist hier, im Gegensatz zum PC, ein mehr oder weniger ständiger Begleiter. Auch mit dem Scharfstellen der Texturen und dem Nachladen von Oberflächen und Objekten kommt die X-Engine auf den Konsolen nicht immer fehlerfrei nach.

WRC
Auf Eis und Schnee ist gute Fahrzeugbeherschung gefragt
© Black Bean Games

Kleinere Pop-Ups und unzureichend gefilterte Texturen sind die Folge. Außerdem sieht man bei genauerer Betrachtung, dass auch die Fernsicht erst nach und nach aufgebaut wird. Aber es gibt auch einen guten Grund für diese Sparmaßnahmen, denn im Gegenzug bleibt die Framerate von WRC 2010 konstant auf flüssigem Niveau und das Geschwindigkeitsgefühl macht schon bei Geschwindigkeiten unter 200 km/h richtig Tempo. Wer aber die Wahl hat sollte aus noch einem weiteren Grund zur PC-Version greifen. Während die Konsolen-Zocker für das DLC-Paket mit klassischen Gruppe-B-Fahrzeugen umgerechnet rund 5 Euro extra zahlen müssen, ist dieses bei der PC-Version schon enthalten.

Viel und laut

Die Soundabteilung hat zwei Gesichter. Auf der einen Seite sind alle Sounds die das Fahrzeug betreffen, also Motor, Reifenquietschen, Getriebe-Geräusche und natürlich Kollisionen. Das alles kann sich richtig hören lassen. Die Motorensounds bieten eine große Bandbreite - abhängig vom Drehzahlniveau blubbern und brabbeln die kleinen Turbo-Maschinen rotzig vor sich hin oder trommeln aggressiv gegen den Begrenzer. Das Getriebe gibt im normalen Betrieb lediglich nette Klackgeräusche von sich, aber nach einer stressigen und verlustreichen Etappe rasten die Gänge auch mal nur noch äußerst widerwillig und knirschend ein.

Etwas weniger gelungen als die Effekt-Abteilung präsentieren sich die Beifahrer-Stimmen, die es, der Emanzipation halber, sowohl in männlicher als auch in weiblicher Ausführung gibt. Das hat mehrere Gründe. Zwar stimmt meistens das Timing der Aussagen, doch die Informationen des Gebetbuches passen nur für die WRC-Wagen richtig gut. In den übrigen Kategorien stimmen die Gangvorschläge nicht mehr mit der Realität überein. Außerdem treffen, wie so oft in solchen Fällen, Betonung und Inhalt der Kommunikation den Nagel nicht immer auf den Kopf, was dann zu unfreiwilliger Komik führt.

Fazit:

WRC 2010 hat gute Voraussetzungen dafür ein richtig rundes Rallye-Game zu werden, aber in diesem Jahr kommt noch nicht alles zusammen. Für ein "Sehr gut" macht mir das Spiel einfach etwas zu viele, wenn auch meist eher kleine Kompromisse. Die Präsentation und die Umsetzung der Spielmodi ist doch ziemlich lieblos geraten. Der Online-Modus ist gut, aber ein Hot-Seat-Modus ist sicher nur ein schwacher Trost für 1-gegen-1 Echtzeit-Duelle. Auch auf der Strecke wirkt auf den ersten Blick vieles recht altbacken. Viele Objekte in der Umgebung sind recht statisch, dynamische Wetter- oder Tag-und-Nachtwechsel gibt es nicht und in der sonst sehr gelungenen Cockpit-Ansicht muss man sogar gänzlich auf Windschutzscheibeneffekte verzichten.

Auch das Fahrverhalten, obwohl es grundsätzlich sehr viel richtig macht und definitiv eine Spur realistischer ist als die aktuelle Konkurrenz, erreicht nicht den Status einer echten Sim. Das Schadensmodell ist zwar optisch präsent genug und spart auch nicht mit physikalischen Auswirkungen, dafür aber das wichtige Reifen-Thema komplett aus. Trotzdem ist WRC 2010 ein grundsolides Renn- und ein wirklich gutes Rallyespiel das eine willkommene Alternative zur inzwischen sehr arcadigen Colin McRae-Reihe darstellt. An dieser Stelle freue ich mich mal wieder ein kleines Manifest für den PC als Gaming-Plattform halten zu können, denn Käufer der PC-Version von WRC 2010 bekommen dank des inbegriffenen DLCs nicht nur mehr Inhalt für weniger Geld sondern, sofern die Hardware stimmt, auch noch die beste Optik.

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