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rFactor: CTDP F1 2006 - Making of Toro Rosso STR01

06. Januar 2009 - 19:30 Uhr

Das CTDP gewährt nach dem Release der F1-Saison 2006 aufschlussreiche Einblicke in die Entwicklungsphase der Modifikation

CTDP rFactor F1 2006-Mod Toro Rosso
Die Erstellung der Fahrzeuglackierungen ist mit hohem Aufwand verbunden
© Cars and Tracks Development Project

(MST/Speedmaniacs.de) - Knapp ein Monat ist seit der Veröffentlichung des F1 2006-Add-Ons für rFactor durch das Cars & Tracks Development Project, kurz CTDP, vergangen. Während parallel an der Formel 1-Saison 1994 gearbeitet wird, erlaubt die Gruppe zahlreiche Einblicke in die Entwicklungsphase der zuletzt zum Download freigegeben Modifikation. Dabei soll laut Aussagen des CTDP betont werden, wie viel Aufwand für die Saison 2006 betrieben wurde, um das womöglich realistischste Projekt für rFactor bereitstellen zu können.

Das Ziel: Die perfekte Umsetzung des STR01

Daniel "Dahie" Senff beschreibt in einem Making of (zur Website)die Entstehung der Fahrzeugtextur für den STR01 der Scuderia Toro Rosso aus der F1 2006-Modifikation. "Ich schätze dieses als mein bestes Auto ein und etwas, auf das ich stolz bin", erläutert Senff und erklärt, dass die virtuelle Lackierung zwischen September 2006 und Mai 2007 entstanden sei. Die Arbeit begann vor dem Hintergrund, dass zu dieser Zeit wenige Toro Rosso-Fahrzeuge bereits für PC-Titel veröffentlicht wurden und teilweise qualitativ nicht zufriedenstellend waren, da besonders die Darstellung des charakteristischen roten Stiers entweder von Hand ungenau nachgezeichnet war oder verschwommene Teile von Fotos auf die 3D-Modelle kopiert wurden. Das CTDP wollte die höchstmögliche Qualität erreichen.

Die richtige Technik finden

"Die richtige Technik für den roten Bullen zu finden war der Schlüssel. So fing ich an, einen Blick darauf zu werfen, wie dieser im echten Leben auf das Auto gebracht wird." Während im Jahr 2007 das Team einen Mix aus Lack und Aufklebern nutze, wurde der rote Stier zuvor komplett lackiert. Damit war klar, dass diese wichtige Darstellung auf dem Wagen nicht von Hand nachgezeichnet werden kann, da das Ergebnis nicht annähernd mit dem originalen Stier auf dem STR01 übereinstimmen würde. Bereits mit der F1 2005-Modifikation für F1 Challenge '99-'02 wurde die passende Technik eingeführt: Um die für den Grand Prix von Monaco genutzte Star Wars-Lackierung des Red Bulls Racing-Teams authentisch zu reproduzieren, wurden Fotos der auf den Monoposto lackierten Flammen genommen und nach Anpassungsarbeit als Textur verwandt. Diese Technik sollte bei der Textur des Toro Rosso erneut zum Einsatz kommen.

"Wie das funktioniert ist ganz simpel. Ich hatte viele hochauflösende Fotos des Wagens und kopierte große Stücke davon auf die Textur. Je höher die Auflösung war, desto besser", so der Textur-Artist des CTDP. Die Arbeit wurde laut Aussagen Senffs in vier Bereiche strukturiert: Dem Gesicht des Stiers auf den Seitenkästen, den Hörnern auf den Cockpitwänden und dem vorderen Seitenkästen sowie auf der Airbox. Die Herausforderung bestand dabei, die Übergänge zwischen den verschiedenen Teilen der Textur perfekt zu schaffen. Dieser Vorgang wurde immer wieder mit neuen Fotos und zusätzlichen Ebenen auf der Textur wiederholt. Daniel Senff: "Es war sehr handlich Alpha-Kanäle auch für einzelne Ebenen zu benutzen, so dass man Teile einer Ebene entfernen konnte ohne Bilddaten zu löschen."

Insgesamt 60 Ebenen und 100 MB in der Quelldatei

CTDP rFactor F1 2006-Mod Toro Rosso
© Cars and Tracks Development Project

Eine weitere Schwierigkeit stellten fehlende Fotos der Heckpartie dar, so dass Improvisationen bezüglich eines wichtigen Teils der roten Stier-Grafik mehrfach überdacht wurden. "Ich bin so glücklich, dass große Improvisationen vermieden werden konnten. Sie hätten das Design zerstört", gibt Senff zu Protokoll und verweist auf die Hilfe von Andy "XPB" Hone, der im Fahrerlager während des GP von China einige Bilder von der Heckpartie des Originals beisteuerte. Somit konnte eine akkurate Darstellung des roten Stiers auf dem STR01 erreicht, letztendlich Logos und Sponsorenaufkleber aufgetragen sowie die Farben korrigiert werden. Die finale Quelldatei des Toro Rosso enthielt insgesamt 60 verschiedene Ebenen und hatte eine Größe von 100 MB.

Abschließend enthüllt der CTDP-Textur-Artist ein Geheimnis der fotorealistischen Texturen: Gerenderte, vom Computer erzeugte Schatten. "Bereits bei CTDP F1 2005 haben wir damit experimentiert. Es dauerte einige Zeit, um diese gut hinzubekommen, jedoch mochten wir das Ergebnis sehr und nutzen gerenderte Schatten bei jedem Fahrzeug von CTDP F1 2006", so Senff. "Unsere Painter erstellten die Schatten nicht manuell. Andy (Neidhardt, der Teamkoordinator; Anm. d. Red.) renderte die Schatten und wir 'backten' diese auf die Textur."

Dieses Making of zeigt, wie viel Einsatz in eine Lackierung eines einzelnen Fahrzeuges investiert wurde. Toro Rosso nutzte während der Saison 2006 übrigens vier Varianten des roten Stiers auf dem Wagen, die alle in der CTDP F1 2006-Modifikation für rFactor enthalten sind.

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