Zum Gedenken an Stefan Bellof

Diskutieren Sie über Rennen, Fahrer, Autos, Ereignisse usw., die etwas mit der Geschichte der Formel 1 zu tun haben.
van_Rossem
Beiträge: 309
Registriert: Fr Jul 06, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von van_Rossem » Fr Aug 31, 2001 9:58 pm

Am 1. September 1985 starb in Spa das bis dahin grösste Talent des deutschen Motorsports.


Stefan Bellof

"Wir sind traurig dass er gehen musste,aber glücklich dass er hier war" Ken Tyrrell


Nach Erfolgen im Kart-Sport hatte Stefan 1980 auch die deutsche 1600er Formel-Ford Meisterschaft gewonnen und debuetierte mitten in der Saison in der deutschen Formel-3 Meisterschaft, wo er bei nur sieben Starts dreimal gewann und beinahe noch Meister geworden waere. Mit Hilfe von BMW wurde er 1982 in das Formel-2 Team von Willy Maurer gebracht. Seine ersten beiden Rennen in Silverstone und Hockenheim gewann er in begeisterndem Stil, mit etwas mehr Erfahrung und besserer Vorbereitung der Maurer-BMW haette er auf Anhieb Europameister werden koennen. Eine weitere Formel-2 Saison im Team von Willy Maurer war vergeudete Zeit und brachte keinen einzigen Sieg mehr. Aber immerhin hatte Stefan 1983 einen Platz im Gruppe-C Werksteam von Porsche bekommen. Auch hier gewann er auf Anhieb sein erstes Rennen und sicherte sich ein Jahr spaeter den Titel des Langstrecken Weltmeisters. Zu diesem Zeitpunkt hatte es sein Manager Willy Maurer geschafft Stefan bei Tyrrell unterzubringen, obwohl BWM ihn lieber bei Arrows gesehen haette. 1985 wechselte der Giessener in der Gruppe-C Weltmeisterschaft zum privaten Porsche Rennstall des Schweizers Walter Brun, wo die Teamkollegen Thierry Boutsen und Gerhard Berger nicht einmal ansatzweise mit den Zeiten von Stefan mithalten konnten.
In der Formel-1 gab es für Stefan in den hoffnungslos unterlegenden Tyrrells immer wieder Lichtblicke. Beim GP von Belgien 1984 wurde er Sechster vor einem gewissen Ayrton Senna, der bei Toleman seine erste Grand Prix Saison bestreitete. Ein Rennen spaeter startete Stefan vom 21. Platz um am Ende als Fuenfter abgewunken zu werden. Anfang Juni kam es dann zum wohl bekanntesten F1 Rennen seiner kurzen Karriere, der "Grand Prix de Monaco 1984". Senna hatte sich fuer den 13. und Stefan fuer den 20. und letzten Startplatz qualifiziert. Am Renntag regnete es in Stroemen, die Chance fuer beide Rookies, ihr duerftiges Rennwagenmaterial dank hoechster Fahrkunst auszugleichen. Alain Prost fuehrte das Rennen zehn Runden lang an, ehe sich ein anderer Aussenseiter an dem WM Spitzenreiter vorbeischob. Nigel Mansell lag erstmals bei einem Formel-1 Rennen in Fuehrung. Sechs Runden spaeter verlies Mansell das Glueck und er rutschte in die Leitplanken. Prost uebernahm erneut die Fuehrung und hinter ihm auf Platz zwei tauchte Senna auf gefolgt von Lauda. Stefan ueberholte nacheinander Fabi, Laffite, Winkelhock und Rosberg. Als Lauda rausflog befand er sich hinter Arnoux auf Platz vier. Vor der Virage Mirabeau quetschte sich der Giessener mit seinem Tyrrell zwischen der Leitplanke und dem Ferrrari durch. Nach nur 32 von 77 vorgesehenen Runden wurde das Rennen abgebrochen. Stefan wurde hinter Senna dritter. Die bis zum GP von England erkaempften Punkte der Fahrer und des Teams wurden nachdem Tyrrell des versuchten Betruges ueberfuehrt wurde wieder gestrichen. Der Rennstall wurde aus der laufenden Saison ausgeschlossen.

Einige Stationen in Stafan Bellofs Karriere

Absoluter Rekordhalter auf dem Nürburgring, der schwierigsten Rennstrecke der Welt. Stefan fuhr im Training zum 1000-km-Rennen 1983 eine Zeit von 6.11,13 min., und damit als einziger Fahrer einen Schnitt von über 200 km/h Der amtierende Formel 1 - Weltmeister, Keke Rosberg, war (auch in einem Porsche 956) ca. 30 Sekunden langsamer. Der zweitschnellste im Training (Jochen Mass im zweiten Werks-Porsche 956) immerhin noch 5 Sekunden

1982 fuhr Stefan dann Formel 2. Den Titel des deutschen Formel 3 - Meisters hatte er nicht nötig um aufzusteigen. Es reichte ihn fahren zu sehen...

In der Formel 2 schlug Stefan ein wie eine Bombe. Er gewann als Neuling gleich das erste Rennen. Die Art und Weise wie locker er den Sieg rausfuhr ließ Großes erwarten. In dem Rennen fand Bellof noch Zeit dem ausgefallenen Danner, der sich auf dem Rück- marsch zur Box befand, bei jeder Vorbeifahrt freundlich zuzuwinken...

Auch das zweite F2-Rennen auf dem Hockenheimring gewann Stefan. Dann begann eine Pechsträhne.

Beim Eifelrennen auf der Nordschleife lag Bellof in der zweiten Runde bereits auf Platz 2 und heizte Boutsen kräftig ein. Es war nur eine Frage der Zeit bis Bellof in Führung gehen würde. Dann jedoch mußte Stefan mit einem schleichenden Plattfuß an die Box. Der Reifenwechsel dauerte damals eineinhalb Minuten. Wer jedoch glaubte Bellof würde jetzt aufgeben, kannte Bellof nicht. Trotz eines gigantischen Rückstandes gelang es ihm noch mit Platz 5 in die Punkte zu fahren. Nebenbei sprang dabei mit 7.06,51 min. ein absoluter F2-Rundenrekord raus. Nur 1/10 sec. langsamer als der absolute F1-Rekord von Regazzoni (Ferrari)...

Beim F2-Rennen in Spa verunglückte Stefan in der Eau Rouge schwer. Damals noch ohne Folgen.

1983 fuhr Stefan dann neben der Formel 2 einen Werks-Porsche in der Gruppe C.

Erstes Rennen: Silverstone 1983: Die bisherigen Porsche-Stars Mass, Bell und Ickx versuchten eine schnelle Trainingsrunde zu erzielen. Nachdem diese meinten es ging nicht mehr schneller durfte erstmals Stefan im Porsche 956 trainieren - mit alten, harten Rennreifen.

Die Porsche-Leute staunten nicht schlecht, als Bellof mit den alten Rennreifen Zeiten fuhr, die Ickx nur mit weichen Qualifiers erreichte. Also gab man Bellof auch weiche Reifen. Ergebnis: Bellof pulverisierte die Ickx-Zeit um über 2 Sekunden!

Das wahre Potential des Porsche 956 wurde erst durch Stefan Bellof aufgezeigt.

Im Rennen wiederholte er die Leistung, die er ein Jahr vorher an selber Stelle mit dem F2 erbrachte. Stefan gewann sein erstes Gruppe-C-Rennen. Dies, obwohl er mit Derek Bell (ein grossartiger Mensch und Fahrer, aber halt nicht mehr sehr schnell) den langsamsten Fahrer im Team als Teamkollegen hatte.

BTW: Derek Bell sagte später einmal sinngemäß: Alte Menschen haben Krücken um Laufen zu können, ich habe Stefan um immer noch Rennen gewinnen zu können.

Die folgenden 83er-Rennen im Werks-Porsche gerieten zur Stefan-Bellof-Show. Speziell Ickx, von Stefan “Jakob” genannt, hatte unter der Dominanz von Stefan zu leiden.

Beim Training zum 1000-km-Rennen auf der Nordschleife überholte Stefan Ickx in einem alten 82er-Werks-956, in dem eine (damals noch schwere) Kamera eingebaut war. Auch der amtierende F1-Weltmeister, Keke Rosberg, wurde von Stefan kurz hinter dem Adenauer Forst mit dem alten Kamera-Wagen locker überholt.

Beim 1000-km-Rennen auf der Nordschleife mußte Jochen Mass den Startturn gegen Stefan fahren. Jochen, der im Sister-Car schneller als Ickx war (6.16 min. im Training) schlug sich tapfer, mußte sich trotzdem um 10 Sekunden pro Runde von Stefan deklassieren lassen.

Die Tempo-Demonstration von Stefan war nötig, da zu erwarten war, daß Ickx nach dem Boxenstop Stefans Teamkollegen, Derek Bell, viel Zeit abnehmen würde. Bellof übergab den Werks-Porsche mit der Startnummer 2 mit gigantischem Vorsprung an Derek. Wie sich herausstellte, war Ickx nicht schnell genug um den Bellof-Vorsprung zu egalisieren. Derek Bell übergab den Wagen immer noch mit Vorsprung wieder an Stefan. Dieser baute den Vorsprung sofort wieder mit Rekord-Runden weiter aus.

Im Pflanzgarten bekam der Wagen von Stefan dann Unterluft. Ein Horrorabflug, jenseits der 200 km/h-Grenze, mit etlichen Überschlägen war die Folge. Stefan stellte fest, daß der Funk noch funktionierte, teilte der Box mit, daß er den Wagen abgelegt hatte, stieg aus und schrieb Autogramme... (Letzteres ist durch Fotos belegt.)

Später kommentierte Stefan den Unfall über Streckenfunk, das hörte sich dann so an: “...plötzlich wurde die Lenkung ganz leicht, dann ging die Post ab...”.

Das Rennen in Spa bekam durch eine merkwürdige Aktion der Porsche-Box einen fahlen Beigeschmack: Bellof/Bell lagen kurz vor Rennende uneinholbar in Führung, als Bellof zur Überprüfung eines Rades an die Box beordert wurde. Dadurch ging der Sieg an Ickx/Mass.

In der F2 lief nicht mehr viel.Trotzdem stieg Stefan in die Formel 1 auf. Wie gehabt, es genügte Stefan fahren zu sehen...

Beim F2-Rennen auf der Nordschleife kam Stefan mit einem unglaublichen Vorsprung aus der ersten Runde, musste jedoch mit einem angerissenen Gaszug an die Box. Die erste Runde des Rennens wurde von einem Hubschrauber (mit Kamera) verfolgt. Der Hubschrauber lieferte faszinierende Bilder einer Bellof-Tempo-Demonstration. Fahrer wie Boutsen, Nannini, Ferté, Tassin, Thackwell, Palmer, Danner und Co. wurden von Stefan zu Statisten degradiert.

Beim Jim-Clark-Rennen auf dem Hockenheimring mußte Bellof zuschauen, da Motorenlieferant Heidegger die Triebwerke aus den Maurer-Autos ausbauen ließ. Angeblich war das Team bei Heidegger mit 100.000 SF im Rückstand.

Ende 1983 standen dann McLaren-Testfahrten an. Mit von der Partie: Ayrton Senna (damals noch als Senna da Silva bekannt). Stefan machte einen sehr guten Eindruck, was die Rallye Racing zu einem Bericht mit der Überschrift “Bellofs starker Einstieg” bewegte.

(Bemerkung meinerseits:Stefan Bellof erhielt damals einen Vorvertrag von Ron Denis,hat sich aber später nach einem Angebot von Ferrari dafür entschieden ab 1986 für die Roten zu fahren,was leider aus bekannten tragischen Gründen nicht zustande kam.Der Deal wurde übrigens,warum auch immer, erst nach der Verpflichtung Schumachers fürFerrari von den Roten auch offiziell zugegeben,somit Heinz Prüller bestätigt,dem Bellof diese sensationelle Neuigkeit bereits 1985 unter der Bedingung der Verschwiegenheit anvertraut hatte.Prüller schrieb das bereits in seiner GP Story 85,da er sich durch Bellofs Tod nicht mehr an sein versprechen gebunden fühlte. )

1984 fuhr Stefan in der Formel 1, der Langstrecken-WM und der DRM.

Am Ende des Jahres war Stefan der erste deutsche Weltmeister auf der Rundstrecke. Er wurde Langstrecken-Weltmeister, Fahrer-Europameister und deutscher Rennsport-Meister.

Beim 1000-km-Rennen auf dem Eifelring (den GP-Kurs “Nürburgring” zu nennen ist eine Beleidigung für die Nordschleife) siegten Bellof/Bell. Auch am Start war ein gewisser Ayrton Senna. Senna belegte im Rennen, mit schnellen Teamkollegen und auch auf einem Porsche 956, den achten Platz.

In der F1 gelangen Stefan, mit unterlegenem (Sauger-) Triebwerk einige Achtungserfolge. Unvergessen der GP von Monaco: Vom letzten Startplatz aus pflügte Stefan im strömenden Regen durch das Feld, als ob die anderen Fahrer parken würden. Gerade Monaco, wo Überholen schon unter normalen Umständen als kaum möglich, im Regen gar als unmöglich galt, ließ Stefan die Welt- elite der F1 alt aussehen. Allein in der ersten Runde überholte Stefan vier Wagen.

Rene Arnoux im Ferrari, nicht unbedingt derjenige, der als leicht zu überholen galt, lernte Stefan in der Mirabeau kennen: Arnoux sah Bellof im Rückspiegel kommen und machte dicht. Jedoch zu spät. Bellof hielt dagegen und war - nach leichtem - Kontakt vorbei. Dazu Stefan später “...Ich löste mich aus seinem Windschatten, setzte mich vor der Rechtskurve neben Arnoux, als dieser zumachte. Er zog seinen Ferrari nach rechts, so daß ich auf den schmalen Streifen neben der Strecke ausweichen mußte. Doch er zog noch einmal nach und da dachte ich schon: Jetzt geht’s schief, weil da kein Platz zum Ausweichen war! Er hat mich genau gesehen, sein Kopf schwenkte zu mir herüber, und trotzdem zog er nach rechts. Ich hielt als letzte Rettung gegen, lenkte meinen Tyrrell einmal kurz nach links, und da gab er endlich nach. Ich war vorbei und bis das Rennen abgebrochen wurde, weit vor Arnoux. Wie’s dann ohne Abbruch weitergegangen wäre, wüßte ich gern...”

(Bemerkung meinerseits: Dieses Überholmanöver mit Arnoux wird im monegassischen TV noch immer vor jedem GP gezeigt)

Der Rennabbruch ist eine Geschichte für sich. Der Rennleiter, J. Ickx (?!), brach das Rennen zu einem Zeitpunkt ab, als der Regen bereits nachgelassen hatte. Man munkelte, Ickx wollte seinem Freund Prost, der das Rennen noch anführte, aber unter extremen Druck von Ayrton Senna stand, helfen und brach das Rennen ab solange Prost noch führte. Direkt hinter der Ziellinie wurde Prost von Senna überholt. Schnellster Fahrer zu diesem Zeitpunkt: Stefan Bellof. Bellof machte, inzwischen auf Platz 3, mit Riesenschritten Boden auf Senna und Prost gut.

Ickx wurde nach dem Rennen die Rennleiter-Lizenz für ein Jahr entzogen. Auch die FiA war der Ansicht, daß der Abbruch des Rennens unbegründet war. Für Senna und Bellof ein schwacher Trost...

BTW: Wäre der GP nicht von Ickx abgebrochen worden und Prost hätte Platz 2 gegen Bellof halten können, hätte Prost - statt 4,5 Punkte für den Abbruch-Sieg - 6 Punkte bekommen und wäre damit der F1-Weltmeister 1984 geworden.

Aber hätte, wäre, wenn...

1985 fuhr Stefan weiter für Tyrrell in der F1 und für das Brun-Team in der Endurance-WM

Der Unfall:

Stefan und Ickx übernahmen ihre Wagen nach einem Boxenstop von ihren Teamkollegen. Dabei kam Ickx etwa 5 Sekunden früher auf die Strecke zurück als Bellof mit dem Brun-Porsche. Innerhalb kürzester Zeit hatte der schnellere Bellof diesen Rückstand jedoch wettgemacht und lief auf den Werks-Porsche auf. Ickx blockte Stefan etwa drei Runden lang mit allen Mitteln ab. Nach der La Source fuhr er plötzlich ruckartig nach rechts (siehe Skizze), eine klare Einladung zum Überholen. Stefan ließ sich nicht zweimal bitten und war schon neben Ickx, als dieser nach links in die Eau Rouge zog und Bellof abdrängte.
Aus der Inboard-Kamera des Ickx-Porsche sind mehrere, wild mit der blauen Flagge schwenkende Flaggenposten zu erkennen. Aber Ickx hielt es - wie man im Film eindeutig erkennen kann - nicht mal für nötig in den Rückschpiegel zu schauen. Trotz der vielen blauen Flaggen hatte Ickx “nicht im Traum daran gedacht, daß hier einer überholt”. Merkwürdig, da an dieser Stelle auch ein Stuck langsamere Gruppe C2-Wagen überholte...
Ca. 30 cm hinter der Leitplanke lauert der Sockel einer Beton-Tribüne. Stefan Bellof wird beim Aufprall fürchterlich zugerichtet. Die Streckenposten sind hilflos. Jochen Mass rennt vom oberen Ende der Boxengasse bis zur Unfallstelle und kämpft um Stefan - bis dieser aus dem Wrack befreit ist und abtransportiert werden kann.

Währenddessen verlässt Ickx, sich über Nackenschmerzen beklagend, mit seinem Ingenieur Walter Näher vorzeitig die Unfallstelle...

hier gibts die Bilder und Skizzen zum Unfall: http://www.izdebski.de/Fahrer/Stefan_Be ... _ende.html


Hier noch Stimmen zu Bellof: J.Stewart bei einem Empfang in Detroit vor der gesammten manager Elite
der Autohersteller:"Meine Damen und Herren,darf ich vorstellen: "Der zukünftige Champion."
Ken Tyrrell:"Wir brauchen keinen Turbo,wir haben Stefan Bellof."
Gerhard Berger:"So wie der M3 mein Auto war,in dem mir keiner was vormachen konnte,so war der Porsche Stefans Auto,wo ihm keiner das Wasser reichen konnte."
Die Fachwelt war sich einig:Hier war ein neuer Champion im kommen.
Ken Tyrrell nach dem Monaco GP :"Diesen Jungen geb ich nie mehr her.Er wird der erste deutsche F1 Weltmeister." - wobei man gerechterweise sagen muss,dass besagter Ken Tyrrell Bellof das Leben manchmal sehr schwer gemacht hat.

Übrigens:Bei gemeinsamen Testfahrten in Silverstone entstand zwischen Senna und Bellof durchaus gegenseitige Symphatie und Achtung.
Bellof fuhr eine fantastische Zeit!




[Dieser Beitrag wurde von van_Rossem am 31.08.2001 editiert.]

Ricardo
Beiträge: 408
Registriert: Do Feb 01, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von Ricardo » Fr Aug 31, 2001 10:33 pm

Danke für den tollen Beitrag!
Sehr informativ, doch leider etwas traurig!
Belloff wäre sicherlich noch sehr erfolgreich gewesen und hätte seinem Vaterland noch sehr viel Freude bereitet!
MfG
Ricardo

[Dieser Beitrag wurde von Ricardo am 31.08.2001 editiert.]

Thomas J
Beiträge: 3458
Registriert: Mi Dez 13, 2000 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von Thomas J » Fr Aug 31, 2001 10:44 pm


Erstaunlich ...

Erstaunlich objektiv für einen alten Dämagogen.

Danke für die ausführliche Zusammenfassung
Thomas J.
(Bellof-Sympathisant und Senna-Fan)


The Pharao
Beiträge: 13604
Registriert: Do Feb 01, 2001 1:01 am
Wohnort: 0 auf 100 in 2 sekunden.

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von The Pharao » Fr Aug 31, 2001 11:12 pm

wenn ich dies hier lese, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Es war ein schreckliches Jahr für den Deutschen Motorsport, erst Manfred Winkelhock und kurze Zeit später Bellof. Ich war wie vor dem Kopf gestoßen, als ich hörte "Stefan bellof ist tod" ich war damals zwar erst 10 Jahre alt und habe nicht viele Rennen von Bellof gesehen, ich wußte aber das er ein richtig guter war.
Es ist irgendwie beängstigend, das genau dort, wo die Karriere (und leider auch das Leben) eines deutschen Supertalentes endete, 5 Jahre später ein neuer Stern aufgehen sollte.
Möge Bellof für immer in unserem Herzen weiterleben.

P.S.
Irgendwo in meinem Archiv habe ich noch einen artikel über Bellof. Sobald ich ihn gefunden habe, werde ich ihn hier posten.

Benutzeravatar
Benutzername
Beiträge: 17983
Registriert: Mo Jul 24, 2000 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von Benutzername » Sa Sep 01, 2001 8:40 am

@van Rossem

Danke für die Eröffnung dieses Threads. Ich hatte selbst vor, so einen Beitrag heute, am (für mich) schrecklichsten Tag der deutschen Motorport-Geschichte zu schreiben. Du warst einige Stunden früher und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Ich habe Stefan (auch weil er aus meiner Region kam) selbst einige Male live miterleben können und hatte immer nur den Wunsch und die Hoffnung, dass er endlich mal in das "richtige" Cockpit kommt. Die Ferrari-Verträge waren ja auch zum Zeitpunkt seines Todes schon so gut wie abgeschlossen und die Show hätte beginnen können.

Es sollte alles nicht so sein - das "Vollgastier" ist seinem immensen Ehrgeiz, immer der Schnellste sein zu müssen, zum Opfer gefallen.

Sorry für alle Senna-Freaks: Die sagenhafte Erfolgs-Story von Ayrton Senna wäre mit Sicherheit so nicht geschrieben worden, wenn Stefan Bellof am 01. September 1985 nicht gestorben wäre. Senna hätte NOCH einen mindestens ebenbürtigen Gegner mehr auf der Strecke gehabt und die WM wäre schon lange vor 1994 zum ersten Mal an einen deutschen Fahrer gegangen.

Ich erinnere mich mit Schrecken an diesen traurigen Tag: ich war gerades erst ein paar Tage im Urlaub und der Rest der drei Wochen war für mich gelaufen Bild

Hoffentlich muss ich sowas NIE mehr erleben!

MSA
Beiträge: 386
Registriert: Sa Jun 02, 2001 1:01 am
Wohnort: Bietigheim
Kontaktdaten:

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von MSA » Sa Sep 01, 2001 10:01 am

Danke vanrossem, super Beitrag wollte eben auch einen Thread schreiben, aber Deiner ist Bild Bild

Ich war damals 14, und hatte aber aufgrund einiger befreundeter Kartfahrer schon seit der Kartzeit von ihm gehört, und habe dadurch seine Laufbahn etwas intensiver als normal verfolgt.
Ich hoffe, dass wir so etwas wie damals mit Stefan und Manfred nie wieder erleben müssen!
Ich für meinen Teil werde heute bei jeder Einblendung der Eau Rouge an ihn denken!

In memory of Stefan,
ein sehr trauriger MSA

pans
Beiträge: 8351
Registriert: Do Aug 03, 2000 1:01 am
Wohnort: Nähe Heidelberg

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von pans » Sa Sep 01, 2001 1:08 pm

Danke für diesen Beitrag!

Niemals werde ich diese schrecklichen Wochen vergessen - erst Manfred dann Stefan!

Jeder, der Bellof noch fahren gesehen hat, wird mir bestätigen, dieser Mann hätte die F1 noch aufmischen können, nachdem ihm dies mit dem Sauger erst nicht möglich war!

Keep racing
(Ein nachdenklicher) Pans

holiday
Beiträge: 6267
Registriert: Di Apr 17, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von holiday » So Sep 09, 2001 2:25 am

@ van Rossem

¿Wie war nochmal gleich die Url von der Seite, von der du den Bericht (der uebrigens nichts weniger als extrem klasse ist) kopiert hast? Ich meine, der Autor haette noch einen zweiten Teil versprochen.

van_Rossem
Beiträge: 309
Registriert: Fr Jul 06, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von van_Rossem » Mo Sep 10, 2001 12:53 am

Hier die beiden URL's:

http://www.izdebski.de/

http://www.stefanbellof.de/

Wobei ich noch etliche private Videos und Fotos hab,die demnächst auf einer eigenen Site escheinen werden.

holiday
Beiträge: 6267
Registriert: Di Apr 17, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von holiday » Sa Sep 29, 2001 12:56 am

@ van Rossem

was eigentlich heisst bei dir "demnaechst"?


holiday Bild

van_Rossem
Beiträge: 309
Registriert: Fr Jul 06, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von van_Rossem » Sa Sep 29, 2001 6:52 am

Na bis Videos geschnitten,Bilder sortiert,eingescannt und Copyrights geklärt sind.
Und der zukünftige Betreiber der Seite und ich etwas mehr Zeit haben.Aber die langen Winterabende kommen bestimmt. Bild

Ich geb zu "demnächst" war ein bisserl übertrieben.

holiday
Beiträge: 6267
Registriert: Di Apr 17, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von holiday » Sa Feb 09, 2002 11:52 pm

?

vanRossem
Beiträge: 7121
Registriert: Mo Dez 03, 2001 1:01 am
Wohnort: Steueroase

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von vanRossem » Mi Feb 13, 2002 11:13 am

@Holiday:
Eine tiefe Wunde,die du da wieder aufreisst.Es fehlt an Zeit.
Ich hab im Dezember ein tolles Filmportrait bekommen,das damals nach seinem Tod gesendet wurde.

Franco CB
Beiträge: 33
Registriert: Di Feb 12, 2002 1:01 am
Wohnort: Deutschland, Stendal
Kontaktdaten:

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von Franco CB » Mi Feb 13, 2002 1:24 pm

interessant!
Wenn das alles so stimmt, dann hätte der ja MS und Senna auch links liegengelassen. Leider hab ich erst ab 1990 angefangen, mich für Rennen zu interessieren...
Respekt vor Bellof!
Bye
CB

holiday
Beiträge: 6267
Registriert: Di Apr 17, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von holiday » Mi Feb 13, 2002 5:22 pm

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><HR>Original erstellt von vanRossem:
@Holiday:
Eine tiefe Wunde,die du da wieder aufreisst.Es fehlt an Zeit.
Ich hab im Dezember ein tolles Filmportrait bekommen,das damals nach seinem Tod gesendet wurde.<HR></BLOCKQUOTE>

Okidoki. Koenntest mir vielleicht eine mail schicken, wenn die Seite fertig ist. Bild


PS: Wenn ich nur dieses Zitat von Brundle in die Haende bekommen koennte, wo er Bellof als den Schnellsten Fahrer seit Gilles bezeichnet. *Grummel* Brauch 'ne neue Signatur. Bild


Herr Vogtmüller
Beiträge: 339
Registriert: Mo Jan 22, 2001 1:01 am
Wohnort: Vogtminster Castle

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von Herr Vogtmüller » Do Feb 14, 2002 9:17 pm

@"Slow Joe"

Habe ich sie ertappt?
Im GPLEA-Forum gibt es einen gewissen "Lutz" der eine Seite über Bellof gebastelt hat und dessen Ansichten in Bezug auf den Schummler und Senna den ihrigen doch sehr ähneln

Grip
Beiträge: 448
Registriert: Fr Mär 02, 2001 1:01 am
Wohnort: Deutschland, NRW

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von Grip » Do Feb 14, 2002 10:28 pm

Ich habe mal eine Reportage mit seiner damaligen Freundin gesehen, die sich erst Jahre nach seinem Unfall öffentlich dazu geäußert hat.
Sie hat in der Nacht vor dem Rennen von einem schrecklichen Unfall geträumt und war total geschockt, als es dann tatsächlich ihren Stefan traf ! Verständlich, oder ?

vanRossem
Beiträge: 7121
Registriert: Mo Dez 03, 2001 1:01 am
Wohnort: Steueroase

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von vanRossem » Fr Feb 15, 2002 9:58 am

Ich hab die Testfahrtergebnisse des gemeinsamen Tests von Bellof und Senna im McLaren.Gefahren wurde auf der kleinen Silverstone Strecke:

Bellof: 1:04.745
Senna : 1:05.052


Ich will damit nur andeuten,was für ein Potenzial Bellof hatte.
Ron Dennis:"Die Vertragssituation und sein Manager,der andere Pläne hatte (Anm.:Vorvertrag mit Ferrari)liessen das nicht zu." Prüller Interview Oktober 85 ORF Sport im Bild.
Überhaupt Willi Maurer:Auf der einen Seite wäre Bellof ohne ihn vielleicht nicht zur F1 gekommen,auf der anderen Seite war Maurer sehr umstritten,und verbaute ihm doch das eine oder andere.Aber Bellof hielt doch loyal zu ihm,trotz Warnungen anderer.
PS.: Brundle wurde beim ersten gemeinsamen Test im Tyrrell als Stammfahrer um knapp eine Sekunde von Bellof distanziert.


@Arni:Meinen sie etwa mich?Nö nicht,kann nicht sein,dass sie mir nen "Lutz" zutrauen oder? Bild

holiday
Beiträge: 6267
Registriert: Di Apr 17, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von holiday » Fr Feb 15, 2002 8:03 pm

@ van Rossem

Hmm, bist du Dir sicher mit den Testergebnissen? Falls du den gemeinsamen McLaren-Test 1983 von Bellof, Senna und Brundle meinst, so sah der meines Wissens anderes aus:

Bellof absolvierte die meisten Runden und hatte die schlechteste Zeit, Senna die wenigsten und hatte die beste Zeit, Brundle lag dazwischen.

Uebrigens hat Senna bei diesem Test prompt den Motor des Mclarens hochgehen lassen als er den Fuss bei einem auftretenden Defekt unverdrossen auf dem Gaspedal stehengelassen hat. Er gab damit schonmal den Ton fuer seine spaetere f1-Karriere an.

Ron was not amused.


holiday
Was Haenschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.
- Deutscher Volksmund Bild

PS: Hast du das Zitat zur Hand?

vanRossem
Beiträge: 7121
Registriert: Mo Dez 03, 2001 1:01 am
Wohnort: Steueroase

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von vanRossem » Fr Feb 15, 2002 9:28 pm

@Holiday:
Ich weiss nicht ob es derselbe Test war,ich geb die Zahlen nur mit Vorbehalt wieder,aber die sollten stimmen.
Der Test den Du meinst,absolvierte Senna mit dem damals neuen DFY Ford Motor und hatte nach 27 Runden eine 1:14,3,Bellof fuhr den alten DFV und fuhr eine 1:14,6,Brundle eine 1:14,7.Senna fuhr zum Abschluss noch eine 1:13,9 mit neuen Reifen.

Quelle MSA 08/83 auch zu sehen auf http://www.izdebski.de/

sorry war falsch vorhin Bild


[Dieser Beitrag wurde von vanRossem am 15.02.2002 editiert.]

holiday
Beiträge: 6267
Registriert: Di Apr 17, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von holiday » Fr Feb 15, 2002 9:36 pm

http://www.atlasf1.com/bb/showthread.ph ... le+mclaren

letzter Beitrag



[Dieser Beitrag wurde von holiday am 18.02.2002 editiert.]

The Pharao
Beiträge: 13604
Registriert: Do Feb 01, 2001 1:01 am
Wohnort: 0 auf 100 in 2 sekunden.

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von The Pharao » Fr Feb 22, 2002 6:26 pm

Deutsche Fahrer spielten in der Formel 1 WM meist nur Nebenrollen. Als erster holte der alte Haudegen Hermann Lang Punkte. Graf Berghe von Trips griff dank überlegenem Material 1961 nach der Krone. Für Hans Herrmann, Gerhard Mitter, Rolf Stommelen, Hans Stuck, Jochen Mass und Manfred Winkelhock reichte es immerhin zu achtbaren Ergebnisse. Nur einer aber, Stefan Bellof, hatte das Zeug zu absoluten Superstar.
Sein Stern leuchtete nur für kurze Zeit, dafür aber so intensiv, daß sein Name auch fünf Jahre nach den tragischen Ereignissen des 1. September 1985 nur mit größtem Respekt ausgesprochen wird.

So wie Alain Prost oder Ayrton Senna schon als Nachwuchspiloten unmißverständlich deutlich machten, daß sie keine Gegner zu scheuen brauchten, verriet auch Stefan Bellof sein Ausnahmetalent bereits als Kartfahrer: Nicht nur einmal bat er als Trainingsschnellster bei Läufen zur Deutschen Meisterschaft die Funktionäre, ihn vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen zu lassen. Wo seine Gegner an ihre Grenzen stießen, begann für Bellof der Spaß am schnellen Fahren er siegte auch mit dem selbst auferlegten Handicap.

Geradezu zwangsläufig stieg er über die Formeln Ford und 3 in die Formel 2 auf. Willy Maurer, Millionen Erbe und cleverer Geschäftsmann nahm sich Stefan Bellof an und ermöglichte Teilnahme an der Europameisterschaft. Mit einem unvergessenen Doppelschlag bedankte sich Bellof für das in ihn gesetzte Vertrauen: Der F2 Neuling ließ 1982 die etablierte Konkurrenz gleich zum Saisonauftakt in Silverstone hinter sich er siegte anschließend auch in Hockenheim Die Technik vereitelte weitere Erfolge, doch der in internationale Durchbruch war geschafft.

Porsche berief Bellof ins Werks Team der Langstrecken WM. Norbert Singer, damals Projektleiter der Zuffenhausener spricht noch heute voller Anerkennung von Bellof "Er hatte unglaublich Talent und war mit Abstand die einzige fahrerische Ausnahmeerscheinung im Langstreckensport."
1984 gemeinsam mit Ayrton Senna gelang dem Gießener dann der Sprung in die Formel 1.
Spätestens nach dem Grand Prix von Monaco stand fest, daß diesen zwei Piloten die Zukunft der Formel 1 gehören mußte

Nur weil das Rennen wegen wolkenbruchartiger Regenfälle vorzeitig abgebrochen wurde, rettete sich der große Alain Prost vor den beiden Grünschnäbeln ins Ziel.
Bellofs erste Formel1 Siege sind nur eine Frage der Zeit", urteilte damals kein Geringerer als Exchampion Jackie Stewart, er scheint mir sogar das Zeug zum Weltmeister zu haben."
Im Langstreckensport, wo er sich 1984 den Titel holte, erfüllte der neue Star diese hohen Erwartungen des Schotten. In der Formel 1 konnte er seine außergewöhnliche Begabung im Cockpit des Saugmotor Tyrrell im Kampf mit der überlegenen Turbo Konkurrenz nur sporadisch in Punktgewinne umsetzen.
Dennoch: Wenn sich ein anerkannter Spitzenfahrer wie Gerhard Berger fünf Jahre nach Stefan Bellofs Tod noch voller Achtung äußert, mag dies als Beweis für den tiefen Eindruck gelten, den der Hesse auf seine Mitstreiter machte.
„Es war beinahe unglaublich", urteilt der Tiroler, "wie spät Stefan die Kurven anbremste. Es war praktisch unmöglich, ihn auszubremsen."
Geheimverhandlungen mit Ferrari für die Saison 1986 waren praktisch abgeschlossen, als Stefan Bellof in Spa zum letzten Mal startete.
Im Duell mit Lokalmatador Jacky Ickx lotete er während des 1000 Kilometer Rennens wieder einmal die Grenzen des Möglichen aus. War es ein Mißverständnis? War es ein Foul des Gegners?
Die zwei Porsche berührten sich, und auch ein Bellof konnte den schleudernden Rennwagen nicht mehr abfangen. Beim Aufprall gegen die Streckenbegrenzung hatte der 27jährige keine Überlebenschance.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Aus dem ADAC Special Grand Prix 90 "Prost gegen Senna, Duell ohne Gnade."

Cheeseburger
Beiträge: 237
Registriert: Fr Nov 09, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von Cheeseburger » Di Mär 12, 2002 7:59 pm

Klasse Beitrag

Moods
Beiträge: 27
Registriert: Di Dez 11, 2001 1:01 am

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von Moods » Do Mär 14, 2002 3:50 pm

Jetzt habe ich soviele Bilder und Zeitungsberichte von Stefan Bellofs Unfalls gesehen. Aber mir war es noch nicht möglich einen Videomitschnitt irgendwo zubekommen.
Kann mir jemand verraten ob und wo es eventuell im Netz diese Videosequenz zum Download gibt?

Danke

vanRossem
Beiträge: 7121
Registriert: Mo Dez 03, 2001 1:01 am
Wohnort: Steueroase

Zum Gedenken an Stefan Bellof

Beitrag von vanRossem » Mo Sep 01, 2003 9:15 am

Gegen das Vergessen!

Es sind Rennen und Ereignisse wie die unten beschriebenen,die mir und vielen Anderen,die Bellof erleben durften,bis heute die gewissheit geben,dass damals ein ganz Grosser in der Formel 1 unterwegs waren.Schön,dass auch im Ausland noch immer viele Leute davon überzeugt sind.


Leif Snellman:


Estoril 1985. A race that brings back memories. The rain. Prost spinning in the grass. Senna taking the flag a minute in front of Alboreto with the rest of the field a lap down. For most of you the race will perhaps be remembered as the beginning - the beginning of Senna's long line of victories. For me who had followed the name Ayrton Senna da Silva in the results lists with interest from March 1981 onwards it was instead an end - the time when I could sit down and relax saying to myself: "I knew it! I was right after all! There were hundreds of drivers to choose from and I picked the right one." It was perhaps the most satisfying moment ever for me as a Formula 1 fan.

And almost unnoticed to most a certain Tyrrell driver had advanced from his 21st position on the grid to finish sixth for his first "legal" championship points. A sensation? Not really! After all this was the man who won his very first F2 start on a rainy Silverstone, the man who had followed that up with a second F2 victory, a unique achievement in the F2 annals, the man who had challenged Prost and Senna on a rainy Monaco day.

Hardly ever have I looked forward to the season opener as I did in 1984. There was my favourite Niki Lauda who at the last race of 1983 in South Africa had showed that he would be back challenging for the championship. And there were the two newcomers Senna and Bellof, my selection as the stars of the future. Senna started his first race 16th on the grid with a 600bhp Toleman-Hart turbo, Bellof 22th in a 510bhp Tyrrell-Cosworth. At the end of the first lap Senna had advanced to 13th but Bellof was already right behind him and on the second lap the German passed the Brazilian. Just like that.

There are texts that in a much better way give you Bellof's Formula 1 career in a nutshell. "Senna was catching Prost but Bellof was catching both of them and could well have won the Monaco Grand Prix if the race had been allowed to run longer." Variants of that text are to be found in the books whenever Bellof is mentioned. But has it really occurred to you all what it really means?

Bellof had qualified 20th and dead last, 3.5 seconds slower than Prost and over a second slower than Senna. And yet I have never, ever, heard or read anywhere that "he couldn't have done it". One can find comments like "he would probably have crashed before the end" or so but never any doubts about that he had the ability to do it. Think about it again. Catching and passing four-times Monaco winner Alain Prost in his McLaren. A piece of cake? And then catching Ayrton Senna... with an inferior car... and pass him... at Monaco... in the rain...

People have sometimes compared Gilles Villeneuve to Bernd Rosemeyer. While we have a good idea of what kind of people modern Grand Prix drivers are and how they look and behave, the image of the old veterans sometimes becomes a bit blurred. Often they remain just names and statistics, sometimes accompanied by a black and white photo. It was therefore with great interest I looked at an old post-race interview with Bernd Rosemeyer (Coppa Acerbo 1937). And my first impression was: Hey! He's not like Gilles at all! He's like Stefan Bellof! The same relaxed appearance on the edge of nonchalance, the same shy smile, the laughing, the same almost childish enthusiasm.

Antworten