Jim Clark - Hockenheim 07.04.1968

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Magic
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Jim Clark - Hockenheim 07.04.1968

Beitrag von Magic » So Apr 06, 2003 1:59 pm

Vor 35 Jahren, am 07.04.1968, starb mit Jim Clark einer der grössten Piloten der F1 Geschichte einen einsamen Tod bei einem F2 Rennen in Hockenheim, als sein Lotus in Runde 5 von der Strecke abkam (Reifenschaden) und breitseits gegen einen Baum prallte.
Many of his races will be remembered wherever racing enthusiasts meet. To Colin Chapman, the man closest to Jimmy Clark in his racing, one race stands out: the Italian grand Prix at Monza in 1967.

During the race on Lap 12 while leading, for some unknown reason the tube in one of Jimmy's tyres lost all its air, started to gather up inside the tyre and twisted over to one side, putting the tyre out of balance. Jimmy came rushing into the pits for a new wheel and tyre.

Ordinarly this would have marked the end of any challenge to the lead, as at Monza part of the game is to stay in the slipstream of your competitors ans take every last fraction of advantage. Also, in any Grand Prix, it is unthinkable to contemplate coming into the pits for a wheel change and then going with a hope of winning.

Jimmy stormed out of the pits a lap behind and not only caught the leaders to unlap himself, but managed to get so far ahead that the leaders couldn't hold on his tow, and so he made up an entire lap on them to repass them and take the lead once more: truly an outstanding performance. Sadly, the power he had used in performing this feat meant that he ran out of petrol on the last lap, to arrive third.

Despite the demoralising disappointment of it all, Jimmy walked back to the pits and said calmly to Chapman " You know, Colin, I wish you had put enough petrol in the car", and just walked away. Recalling the incident Colin Chapman remarks, "It's the only time he ever mentioned the matter of running out of petrol, he didn't nag, he didn't moan, it was unbelievable and I've never had a driver like him. He sliced me down to size with just one little remark like that".

Habe diese sehr gute Web-Seite endeckt für alle die etwas mehr über diesen grossartigen Piloten erfahren möchten.

http://eis.net.au/~bramwell/jim.htm

Magic

pans
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Jim Clark - Hockenheim 07.04.1968

Beitrag von pans » So Apr 06, 2003 2:20 pm

@ Magic

Bild

Ich habe ein Foto vom Wrack zu Hause...sieht übel aus! Aus heutiger Sicht ist das echt ein Witz, daß damals seitlich nur ein läppischer Drahtzaun war und mit den heutigen Leitplanken wahrscheinlich gar nichts passiert wäre...! Bild

Keep racing
Pans

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aju
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Beitrag von aju » So Apr 06, 2003 2:27 pm

Hie mal ein direkter Link zum Foto des Wracks (von der Seite, die Magic gepostet hat)

http://eis.net.au/~bramwell/clark_hock_Lotus48.jpg

Da hätte wohl niemand rauskommen können....

keep your distance
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Beitrag von keep your distance » So Apr 06, 2003 2:40 pm

"Der Jimmy war ein Gigant", hat Jochen Rindt einmal gesagt. Gemeint hat er den "fliegenden Schotten" Jim Clark, Weltmeister 1963 und 1965, Sieger der 500 Meilen von lndianapolis, verunglückt 1968 bei einem eher unbedeutenden Formel-2-Rennen auf dem Hockenheimring. Clark, der vor seiner Rennfahrerkarriere im schottischen Hochland Schafe hütete, fuhr mit einem Formel-1-Wagen nicht, nein, er flog damit. Nach spätestens 20 Runden resignierten seine Gegner und mussten ihn einsam an der Spitze davonziehen lassen. Clarks Siege waren oft langweilig, weil er die restlichen Fahrer zu Statisten degradierte. Eine Erklärung dafür hatte er nicht: "Ich weiß es nicht; das schnelle Fahren reizt mich gar nicht so sehr. Es ist vielmehr die Kunst des Fahrens, die mich fasziniert."
1962 brach ihm während eines Formel-1-Rennens an seinem Lotus die Lenkung. "Du hättest mich fast umgebracht!", bellte er seinen Teamchef an. Sechs Jahre später der tödliche Unfall in Hockenheim. Wieder ein technischer Defekt - und derselbe Teamchef...

Ich habe ihn nie erlebt und trotzdem bewundere ich ihn, wie alle anderen..

kyd/btd Bild

Adelaide
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Beitrag von Adelaide » So Apr 06, 2003 10:43 pm

stimmt es, dass man für clark den spruch "he could walk on water" hatte?

Magic
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Beitrag von Magic » Mo Apr 07, 2003 8:13 am

@Adelaide

Clark war für seinen sehr sauberen Fahrstil und für seine unglaubliche Car Control bekannt. Unfälle waren bei ihm äusserst selten.

Clark hasste Regenrennen und darum hasste er die Rennen in Spa, auch deshalb weil er 1960 bei seinem zweiten F1 Rennen den Tod seines Teamkollegen Stacey mitansehen musste. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran zwischen 62-65 viermal hintereinander in Spa zu siegen.

Magic

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Jim Clark - Hockenheim 07.04.1968

Beitrag von Magic » Mi Apr 07, 2004 8:09 am

Aus aktuellem Anlass.

Jim Clark, unvergesslicher Champion.

http://www.f1-grandprix.com/clark.html

Magic

Llankru
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Beitrag von Llankru » Mi Apr 07, 2004 11:26 pm

gelöscht weil in "History" nicht angebracht.

----

dafür ein weiterer Clark-Link

[ 07.04.2004: Beitrag editiert von: Llankru ]</p>

jetfh
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Beitrag von jetfh » Do Apr 08, 2004 6:37 am

Zum Foto, gepostet von aju:

Auch wenn wir alle wissen, dass es damals "eben so war: Es erschüttert mich immer wieder, dass im Mittelalter des Rennsports schwere Unfälle kein Grund waren, ein Rennen abzubrechen. Auch hier wieder deutlich sichtbar, denn im Hintergrund fährt eben ein Auto vorbei.

Wie brutal und kaltschnäuzig muss man als Rennfahrer sein, da weiterzufahren - denn ich kann mir kaum vorstellen, dass die anderen Piloten das nicht bemerkt haben.

CU-Jet

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Beitrag von jetfh » Do Apr 08, 2004 11:14 am

Das mit Lauda stimmt, aber dazu gibt es eine Hintergrundgeschichte, die nicht ganz so bekannt ist:

Lauda sagte diesen Satz tatsächlich kurz nach dem Rennen, aber:

Lauda wusste während des Rennens nicht, dass Williamson im brennenden Auto sitzt, sondern er dachte, da steht ein Pilot neben seinem (eigenen) brennenden Auto und versucht, dieses zu löschen.

Purley - der übrigens Jahre später mit dem Flugzeug verunglückte - hatte seinen Boliden nämlich ein Stück weiter vorne abgestellt und war zurückgelaufen.

Für Lauda - und alle anderen - war nicht ersichtlich, dass Pilot und brennendes Auto nicht zusammengehören und damit relativiert sich das Ganze, denn auch heute würde keiner stehenbleiben (selbst wenn offensichtlich ein schwerer Crash passiert ist, siehe Senna in Imola, siehe Berger in Imola).

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ThomasR
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Beitrag von ThomasR » Fr Apr 09, 2004 11:19 pm

Was willst du denn auch bei einem Unfall wie z.B. Senna als Fahrer machen?
Da ich kaum davon ausgehe, dass die ausgebildete Rettungssanitäter sind heißt es weiterfahren und Flaggensignale beachten.
Für die Rettung ist die Stresi zuständig.

Ausnahmen sind natürlich Feuerunfälle, da sind die Fahrer im Vorteil
Heute hat sich das aber auch sowohl von der Feuergefahr als auch von der Ausrüstung der Stresi relativiert

Bei Williamson kamen dann noch Aktionen dazu wie
Feuerlöscher leer
Feuerwehr durfte nicht gegen die Fahrtrichtung fahren (für 100m). "Stunden" später kam dann mal ein LW aus der Box.
Fans, die helfen wollten das Auto umzudrehen wurden mit Hilfe von Schäferhunden zurückgehalten

DonDahlmann
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Beitrag von DonDahlmann » Sa Apr 10, 2004 7:18 pm

Na, das Fahrer noch helfen kann man ja gottseidank selten, aber schon hier und da sehen. Zum Beispiel vor ein paar Jahren in Spa als Burti(??) verunglückte und der mit abgeflogene Irvine sofort aus seinem Wagen sprang um seinem Kollegen zu helfen.

monsieur
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Beitrag von monsieur » Sa Apr 10, 2004 7:38 pm

Ergänzendes zu Zandvoort 1973:

<blockquote><font size="1" face="Verdana">Zitat
... In der achten Runde lag Williamson schon an 13. Stelle, Purley folgte knapp dahinter. In dieser Runde trifft den Mann aus Leicester ein technischer Defekt, ein Reifenschaden oder eine gebrochene Aufhängung, die entsprechenden Spuren haben sich in die Asphaltdecke gegraben. Der rote March Ford überschlägt sich bei hoher Geschwindigkeit mehrfach, dann bleibt er mit den Rädern nach oben liegen. Aus dem Motorraum schlagen Flammen, aber noch ist es nicht die Feuerkatastrophe, der drei Jahre zuvor Courage zum Opfer gefallen war. Williamson hatte den Hochgeschwindigkeitsunfall nahezu unverletzt überstanden und war auch bei Bewusstsein, doch er konnte sich nicht ohne fremde Hilfe aus dem Cockpit befreien. David Purley hatte sofort angehalten, doch die Streckenposten machten keinerlei reale Versuche, die drohende Gefahr abzuwenden. Purley griff selbst zum Feuerlöscher, dann versuchte das Auto alleine umzudrehen, wobei er sich sogar selbst verletzte. Das Feuer wurde von Sekunde zu Sekunde stärker, der Rauch immer dichter. Die Streckenposten und drei Feuerwehrleute weigerten sich, Purley beim Umkippen des Autos behilflich zu sein. Die Rennleitung wollte weder das Rennen abbrechen, noch einen nur fünfzig Meter von der Unfallstelle entfernten Löschzug zum Einsatz bringen. Purley gab den weiterfahrenden Konkurrenten Zeichen, sie mögen anhalten und ihm beim Umstürzen des Autos helfen. Doch die mussten in dem inzwischen sehr dichten Vorhang aus Rauch extrem aufpassen, dass sie sich nicht selbst gefährdeten. Dass dort jemand in extremer Lebensgefahr schwebte, konnten sie auch gar nicht erkennen, zumal von der Rennleitung für sie auch keine Information kam. Purley forderte schliesslich einige Zuschauer (die bei Unfällen auf Rennstrecken tatsächlich niemals eingreifen dürfen, wie stets in allen Rennprogrammen nachzulesen ist) auf, zu helfen, doch die wurden von der Polizei mit Schäferhunden vom Unglücksort vertrieben. Als nach rund vier Minuten endlich die Feuerwehr aktiv wurde, brauchte es keine Rettung mehr, sondern nur noch eine Bergung. Denny Hulme, den sie den Bären nannten, hatte als Präsident der GPDA (Grand Prix Drivers Association) zweimal bei Start und Ziel versucht, durch Handzeichen die Rennleitung zum Abbruch zu bewegen, doch die reagierte in keinster Weise. Nach dem Rennen sprach Hulme von Mord. Jackie Stewart, der mit seinem 26. Grand Prix Sieg endgültig den bestehenden Rekord von Jim Clark übertroffen hatte, war jegliche Freude über seine eigene Leistung genommen. Und der junge Niki Lauda, noch immer belastet mit dem riesigen Schuldenberg aus seinem Jahr bei March 1972, machte auf die Frage, warum nicht auch er angehalten und geholfen habe, den Fehler zu sagen: "Ich werde fürs Fahren bezahlt, nicht fürs Parken." Doch da konnte er noch gar nicht wissen, was wirklich ab der achten Runde des Grand Prix von Holland 1973 im Osttunnel geschehen war. Lauda hat, als er die schreckliche Wahrheit erfahren hatte, seinen Aussage sofort und nachhaltig korrigiert. ...
Quelle: http://www.research-racing.de/purley4.htm

le monsieur

[ 10.04.2004: Beitrag editiert von: monsieur ]</p>

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Beitrag von pans » Sa Apr 10, 2004 9:13 pm

Hier ein Link zum Geschehen in Zandvoort Bild ...ist allerdings nichts für schwache Nerven!

http://www.asag.sk/bio/zand.htm

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Ferrarirosso
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Beitrag von Ferrarirosso » Sa Apr 10, 2004 10:34 pm

Unglaubliche Bilder.......... Bild

Aber ich kann die Reaktionen der anderen Rennfahrer nicht verstehen.
Der Wagen liegt verkehrt herum auf der Strecke und brennt. Da dürfte es doch wohl klar sein, dass dort noch ein Fahrer drin ist. Bild

Excalibur
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Beitrag von Excalibur » So Apr 11, 2004 4:10 pm

<blockquote><font size="1" face="Verdana">Zitat:</font><hr>Original erstellt von Ferrarirosso:
<strong>Unglaubliche Bilder.......... Bild

Aber ich kann die Reaktionen der anderen Rennfahrer nicht verstehen.
Der Wagen liegt verkehrt herum auf der Strecke und brennt. Da dürfte es doch wohl klar sein, dass dort noch ein Fahrer drin ist. Bild </strong><hr></blockquote>

Warum sollte das klar sein? Wenn daneben noch ein Fahrer steht, wird man vermuten das er sich retten konnte und jetzt halt versucht noch seinen Wagen zu löschen.

MichelinMännchen
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Beitrag von MichelinMännchen » Fr Nov 18, 2011 12:16 am


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