Technologietransfer Motorsport (Speziell F1) / Serie

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GoaSunrise
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Technologietransfer Motorsport (Speziell F1) / Serie

Beitrag von GoaSunrise » Mo Feb 18, 2013 5:36 pm

Ich führe hier das Thema aus dem Boxenstopp mal weiter:

Letzter von User korsar:

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von korsar:
<strong> Es gibt ganz klar Synergien zwischen Motorsport (hier die F1) und Automobil Produktion. Wer dass vehemet bestreitet hat schlichtweg keine Ahnung, oder möchte einfach provozieren Bild . Aerodynamik und auch alle anderen Bereiche (Motor, Elektronik, etc.) fließen sehr wohl in die Produktion der jeweiligen KFZ oder anderweitigen Produkte ein. Man sollte vllt. mal weg von der A-,B-Klasse hin zu Ferrari, McLaren bzw. SLS Straßenfahrzeugen denken - ist unter Umständen leichter zu verstehen. Williams mit ihren Schwungrad Systemen im öffentlichem Nahverkehr ist auch ein Beispiel.

Formel 1 Bild
Synergien Bild

greetz

F1 Technologietransfer

Tante Edit: Link hinzugefügt </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">

GoaSunrise
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Beitrag von GoaSunrise » Mo Feb 18, 2013 5:37 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von korsar:
<strong>Williams mit ihren Schwungrad Systemen im öffentlichem Nahverkehr ist auch ein Beispiel.</strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Williams 1950 Bild

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Stefan P
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Technologietransfer Motorsport (Speziell F1) / Serie

Beitrag von Stefan P » Mo Feb 18, 2013 6:38 pm

@ obi

OK, Mercedes hat seit neuestem einen geschlossenen Unterboden bei der A Klasse
...und worauf reiten sie herum? Auf dem Cw-Wert, dessen deutliche Reduzierung ja wohl auch das Ziel war. Und wobei haben ihnen da die Erkenntnisse aus der F1 geholfen? Hast Du nicht unterstellt, zwischen Brackley und Stuttgart gäbe es vermutlich keinen engen Wissenstransfer?

Und woher hat Audi die Erkenntnisse, so ganz ohne F1-Produktion?

Um noch mal meinen Standpunkt klar zu machen.

Fast alle Entwicklungen der F1 haben keinen Impakt auf die Entwicklungen von Serienautos und ganz besonders nicht die dort gewonnenen Erkenntnisse der Aerodynamik.

Minardi
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Technologietransfer Motorsport (Speziell F1) / Serie

Beitrag von Minardi » Mo Feb 18, 2013 7:26 pm

Toyota ist einer der erfolgreichsten Automobilhersteller weltweit...und ausser ihrem jüngst erfolgten WEC Einstieg und NASCAR (Synergie pur Bild Bild ) hat Toyota zur Zeit kein großes Motorsportprogramm auf den Beinen.

General Motors ist einer der erfolgreichsten Automobilhersteller weltweit...die höchsten Motorsportklassen aller GM-Marken zusammengerechnet sind ausgerechnet IndyCar und NASCAR, von der Technik Lichtjahre von der Serienentwicklung entfernt (uns zwar bis zur kleinsten Schraube herunter).

Man braucht keine Motorsportabteilung, um erfolgreich Autos zu entwickeln.

Synergieeffekte könnte man sich noch am ehesten bei reinen Tourenwagenserien wie WTCC vorstellen, aber diese werden von den Herstellern (nicht nur von ihnen) dermaßen lieblos und stiefmütterlich behandelt, dass man nicht eine Sekunde glauben braucht, dort passiere etwas zum Nutze der PKW-Forschung.

Die Behauptung, aus dem Motorsport lassen sich Erkenntnisse für die Serienentwicklung ableiten sind purer Bullshit und reine Werbeslogans der in Serien engagierten Hersteller...der am ehesten für die PKW-Produktion nützliche Synergieeffekt aus dem Motorsport ist und bleibt "Win on sunday, sell on monday". Bild

korsar
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Technologietransfer Motorsport (Speziell F1) / Serie

Beitrag von korsar » Mo Feb 18, 2013 8:47 pm

Motorsport -> Serie
Leichtbau mit Titan, Kohlefaserwerkstoffen, Aluminium, Magnesium (Motor/Karroserie/Felgen), Keramikbremsen, Allradantrieb, Doppelkupplungsgetriebe, sequentielle Automatik, aktive Motorlager, Biosprit, HP Vollsynthetische Motoröle, Drive-by-Wire, Gasturbinen, elektronische Kupplungen, Datarecorder, aktive Radaufhängungen, diverse Fertigungsverfahren, etc.

@ Minardi
Es braucht keine Motorsportabteilung, aber sie nützt durchaus. Dem Motorsport nützt die Serie und umgekehrt und dass ist ein FAKT.
Aber ich lass dich mal dein Lied weiterträllern... Ich mach' mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt Bild

obi
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Technologietransfer Motorsport (Speziell F1) / Serie

Beitrag von obi » Mo Feb 18, 2013 9:23 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Stefan P:

...und worauf reiten sie herum? Auf dem Cw-Wert, dessen deutliche Reduzierung ja wohl auch das Ziel war. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Und schon wieder kommt "Aber in der Serie suchen sie keinen Abtrieb", das mag zwar richtig sein habe ich aber auch nicht behauptet bzw. spielt der Abtrieb in der Serie nur eine geringe Rolle...

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">
Und woher hat Audi die Erkenntnisse, so ganz ohne F1-Produktion?
</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Ich zitiere nochmal mich:

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Bei wirklich Werkinternen Motorsportteams a la BMW oder Audi sieht das wohl anders aus. (Bezieht sich jetzt nicht auf die Formel1 aber egal)</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Jetzt gibt man dir ein Beispiel, dann hängst du dich am Punkt Formel1 auf. Ich hab das ganze aber nie komplett auf die Formel1 bezogen, vielleicht hast dus auch überlesen, weiten wir also das ganze einfach auf das Gebiet Motorsport aus. Ob in LMP1 oder F1-Entwicklung macht man nicht großartig was anderes, Reglements sind halt unterschiedlich. Nochmal das Zitat aus dem Artikel ausm Spiegel:

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">"Darüber hinaus gibt es eine Menge technologischer Detailtransfers", sagt Schloßmacher ( Audi Sprecher). Als Beispiel nennt er neben dem Leichtbau Verbesserungen der Aerodynamik, die sich unter anderem in strömungsgünstig verkleideten Unterböden bemerkbar machen. Allerdings würden die Motorsport-Erfahrungen niemals eins zu eins umgesetzt.</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Irgendwie machen hier einige den Trugschluss, dass keine Erkenntnisse aus dem Motorsport gewonnen werden können, weil dort gänzlich andere Prioritäten als im Serienbereich vorherrschen. Allerdings frag ich mich wieso sich das ausschließen sollte, Grundlagenforschung in der Physik hat in der Regel auch absolut gar nichts mit der späteren Anwendung zu tun.

tamarillo
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Technologietransfer Motorsport (Speziell F1) / Serie

Beitrag von tamarillo » Mo Feb 18, 2013 9:35 pm

@korsar
Der Allradanrieb wurde im Lohner Porsche 1899 realisiert...wenn Du meinst der kommt aus dem Quattro...hmmm ist nicht so.

Abgesehen davon waren viele der Entwicklungen gar nicht beabsichtigt: Doppelkuplungsgetriebe hat Piech(ja persönlich) für Porsche in Le Mans gemacht weil das Getriebe immer kaputt gegangen ist (zu viel Dremo). Im ernsthaften Motorsport schaltet man mit Zündunterbrechung, eine zweite Kupplung samt Betätigung will man doch gar nicht mitschleppen.

Der Transfer Flugzeug->Auto ist viel größer als Motorsport->Serienauto.

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Stefan P
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Beitrag von Stefan P » Mo Feb 18, 2013 9:44 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von obi:
...bzw. spielt der Abtrieb in der Serie nur eine geringe Rolle...</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">dabei sind wir uns ja einig.

Ich gebe zu nicht gewusst zu haben, daß die neue A-Klasse einen Unterboden samt Diffusor hat...aber ist ja auch ziemlich neu. Aber auch an diesem Unterboden (der sich extrem vom UB eines F1 unterscheidet) sieht man, daß der Einfluß aus der F1 (und mir ging es immer nur darum) sehr gering ist, da es keinerlei Einschränkungen durch Sportregeln gibt. Da werden eher die F1 Leute neidisch auf die Möglichkeiten der Serien-Kollegen sein.
</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Ich hab das ganze aber nie komplett auf die Formel1 bezogen, ... </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">...aber ich und andere auch, vielleicht hast Du das überlesen.

korsar
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Beitrag von korsar » Di Feb 19, 2013 12:49 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von tamarillo:
<strong> Der Transfer Flugzeug->Auto ist viel größer als Motorsport->Serienauto. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Flugzeug->Motorsport->Serienauto Bild

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Beitrag von GoaSunrise » Di Feb 19, 2013 8:01 am

In Wirklichkeit ist es so: Flugzeug->Serienauto->Motorsport

Das kannst du an jedem deiner Beispiele nachvollziehen.

MattMurdog
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Beitrag von MattMurdog » Di Feb 19, 2013 9:57 am

Naja bei Kers könnte eventuell das F1-Geld mal wirklich einen Technologieschub oder Vorserienreife von vielversprechenden Ansätzen für Hybrid- und Elektroautos bringen. Dazu müsste aber wohl eine kontinuierliche Anpassung des Regelwerkes stattfinden, eben damit genau in dem Bereich eine eingesetzte Forschungsmillion den meisten Leistungsgewinn verspricht....

Aber ob das jeder Verantwortliche oder gar F1-fan will, ist wohl eher zweifelhaft...

F 312-T2
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Beitrag von F 312-T2 » Fr Mär 01, 2013 8:35 pm

Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass der Motorsport und im Speziellen die F1 die Serie bei einigen Technologien bereichert. Oft ist es auch nur eine Beschleunigung der Entwicklungen, die aber sehr wichtig ist, um innovativ zu sein.

Vieles ist ja schon genannt worden. Noch ein gutes Beispiel ist z.B. die Einspritztechnik. 2014 werden Einspritzdrücke von 500 bar in der F1 realisiert werden. Die Serie denkt auch schon lange daran, aber hier ist und kann der Rennsport einfach Vorreiter sein, weil man nicht soviel Randbedingungen und Sicherheiten nachweisen muss, bevor man die Technik im Feld einsetzt.

Die CAE-Software-Entwicklung ist vielleicht etwas eingeschränkt zusehen. Eine Software-Entwicklungsfirma wird natürlich eher zur Serie schauen, weil dort der größere Umsatz mit den großen Automobilfirmen gemacht werden kann. Aber einige Berechnungsmodelle, gerade im hochdynamischen und strömungstechnischen Bereich, wären sicherlich ohne den Motorsport noch nicht da, wo sie jetzt sind.

Eine absolut Stellung in der Argumentation nimmt in meinen Augen die Werkstoffkunde, Fertigungsgenauigkeit und Qualitätssicherung ein. Die Fertigungsmöglichkeiten und QS-Prozesse zeigen der Serie, was möglich ist. Sie muss das dann natürlich für die Massenproduktion im gegebenen Kostenrahmen umsetzen.

Nicht umsonst hatte man bei Honda die jungen Ingenieure früh für die F1 arbeiten lassen, um sie dann nach kurzer Zeit mit den gesammelten Erfahrungen für die Serienentwicklung einzusetzen.

Es müssen nicht direkt ganze Aero-, Motor-, oder Getriebekonzepte sein. Ideen erstmals umsetzen, Prozesse und Effizienz im Team zu optimieren, auch das kann für Firmen wichtig sein.

Motorsport bereichert die Serie Bild

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