Strafversetzungen in der Startaufstellung

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Seyan
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Strafversetzungen in der Startaufstellung

Beitrag von Seyan » Di Sep 05, 2017 8:10 am

Da das Thema nach Monza wieder sehr akut ist (aber ohnehin schon lange brodelt) und nach Lösungsansätzen gesucht wird (auch wenn keine Schnellschüße gewünscht sind), würde ich die Frage gerne in den Raum werfen, und zwar einerseits wie man das ganze lösen könnte und vor allem, welche Bedingungen eine Lösung erfüllen müsste.

In meinen Augen sind folgende Aspekte relevant:
- Transparenz bzw. Verständlichkeit (aktuell kaum gegeben, warum jemand eine Strafe bekommt, ist noch erklärbar, aber weshalb diese und jene Strafe nun zuerst angerechnet wird usw. ist kaum vermittelbar)
- Fairness (auch schwierig, wie man an dem Einwurf von Haas sieht, dass RedBull einfach den Motor tauscht, von ganz hinten starten müsste und dennoch fast aufs Podium fährt)
- Anwendbarkeit (die Strafe muss einfach umsetzbar bleiben)

Fakt ist, man möchte die Kostenersparnis beibehalten. Was wäre also denkbar? Ich denke erstmal muss man zwei Dinge unterscheiden: Strafen vor und nach der Qualifikation.

Bei Strafen, die für Vergehen vor der Qualifikation vergeben werden, sollte diese nach Möglichkeit auch sofort angewandt werden. Hier könnte man doch statt der Startplatzstrafe einfach eine Zeitenstrafe für die Qualifikation einführen (analog wie es Zeitenstrafen auch im Rennen gibt). Je nach Vergehen eine entsprechende angepasste. Dies führt im Effekt zu ähnlichen Auswirkungen wie die aktuellen Strafversetzungen, allerdings wird es auf der Strecke ausgefahren. Allerdings wäre es leicht verständlich für den Zuschauer (Fahrer X bekommt wegen der Vergehen Y auf jede gezeitete Runde +z Sekunden), es gäbe keine Verwirrungen, in welcher Reihenfolge die Strafen angewendet werden und vor allem wäre es fair in Hinblick auf kleinere Teams. Wenn ich in den Top10 starte, dann weil ich auch am Q3 teilgenommen habe. Gerade für die kleinen Teams ist die Medienpräsenz wichtig. Warum also sollte z.B. Red Bull bis ins Q3 fahren dürfen und Medienpräsenz erhalten, obwohl sie bewußt Strafen in Kauf genommen haben? Die Anwendung ist auch leicht.

Für Strafen nach der Qualifikation würde ich dann anders vorgehen: technischer Grund (z.B. Getriebetausch)? Start aus der Boxengasse. Wenn mehrere aus der Boxengasse starten müssen, Reihenfolge entsprechend der Qualifikation. Anderweiteriger Grund (Blockade, etc.)? Start von ganz hinten (aber nicht Boxengasse), auch hier analoges Verfahren bei mehreren bestraften.

Das sollte auch ausreichend abschrecken, damit nicht einer auf die Idee kommt "Dann wechseln wir halt das Zeug erst nach der Qualifikation, damit wir uns weit vorne präsentieren."

arkani ex-rombo
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Beitrag von arkani ex-rombo » Di Sep 05, 2017 9:55 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Seyan:
<strong> .....
Fakt ist, man möchte die Kostenersparnis beibehalten. Was wäre also denkbar? Ich denke erstmal muss man zwei Dinge unterscheiden: Strafen vor und nach der Qualifikation.
.... </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Ich frage mich "werden wirklich Kosten gespart?"
Auf Produktionsseite ja, aber auf Entwicklungs- und Prüfstandtestseite sind die Kosten und der Aufwand entsprechend höher.
Ich weiß nicht wie viel in Summe wirklich gespart ist

Und 2tens frage ich micht "will ich eine F1 in der am Motor gesprart werden muss?"

Berge_von_Grips
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Beitrag von Berge_von_Grips » Di Sep 05, 2017 10:19 am

Die Regelung mit den Strafversetzungen erheitert mich schon lange. Manchmal bewundere ich diejenigen, die überhaupt noch austüfteln können, in welcher Reihenfolge eigentlich gestartet werden muss bzw. was richtig sein könnte.

Ich führe seit vielen Jahren eine eigene F1-Doku, u. a. mit allen Startpositionen. Das ist in letzter Zeit oft chaotisch. Da gab es bereits mehrfach Fälle, in denen es Stunden dauerte, bis eine Startaufstellung endgültig feststand. Und dann nochmals geändert werden musste, weil irgendwer an irgendeinem Auto zw. Qualy und Rennen doch noch irgend ein Teil getauscht hat. Oft genug aus taktischen Erwägungen.

Nur ein Beispiel vom letzten Sonntag: Perez war nach dem Qualy 11.; am Abend wurde er, nachdem stundenlang auf verschiedenen Webseiten verschiedene Startreihenfolgen zu lesen waren, auf Pos. 12 geführt. Heute schaue ich mir nochmals die Startaufstellung an und sehe, dass er offenbar von 10 aus ins Rennen ging; also als Elfter mit 5 Plätzen "Rückstufung" als Zehnter startete. Das ist an Hirnrissigkeit nicht zu überbieten und klare Wettbewerbsverzerrung. Verstehen tut das sowieso absolut niemand mehr, nicht einmal diejenigen, die sich diesen Stuss ausgedacht haben.

Ein herrliches Beispiel dafür, wie die Macher der F1 etwas im Grunde Simples zu einem undurchschaubaren Murks gemacht haben.

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shuyuan
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Beitrag von shuyuan » Di Sep 05, 2017 10:28 am

Die sich den stuss ausgedacht haben, werden spätestens nächste saison ans limit kommen. denn dann dürfen ja noch weniger komponenten getauscht werden.
Und der Fahrer büsst für so einen schwachsinn.
Demnächst muss das auto mit allen komponenten für die ganze saison halten . Bild

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Maglion
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Beitrag von Maglion » Di Sep 05, 2017 10:55 am

Jetzt mal davon abgesehen, ob es sinnvoll ist, die Motoren und diverse andere Teile so stark zu limitieren, sollten die Strafen das Team und nicht die Fahrer treffen. Da bieten sich Abzüge bei den Konstrukteurs-WM-Punkten und Strafzahlungen an.

Ich bin grundsätzlich dafür, dass bei einer Rennserie, bei der es einen Fahrer- und eine Konstrukteurs-WM gibt, auch die Punkte und Strafen, so weit wie möglich trennt.

Krampine
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Beitrag von Krampine » Di Sep 05, 2017 11:29 am

Ist schwierig, halte von Punkteabzügen nix, auch nix von ganz hinten starten.

Sässe ich in der F1-Kommsion die für ihre Schnellschüsse bekannt ist, kann ich jedoch mitreden. Zu Qualizeit 1 oder 2 % dazu (60 sek. -> 0.6, 1.2 sek.). Dann kann man sich in der Quali schon noch anstrengen.

Ist aber völlig unausgegoren, wollte nur was sagen was noch nicht gesagt wurde Bild

arkani ex-rombo
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Beitrag von arkani ex-rombo » Di Sep 05, 2017 11:36 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Maglion:
<strong> Jetzt mal davon abgesehen, ob es sinnvoll ist, die Motoren und diverse andere Teile so stark zu limitieren, sollten die Strafen das Team und nicht die Fahrer treffen. Da bieten sich Abzüge bei den Konstrukteurs-WM-Punkten und Strafzahlungen an.

Ich bin grundsätzlich dafür, dass bei einer Rennserie, bei der es einen Fahrer- und eine Konstrukteurs-WM gibt, auch die Punkte und Strafen, so weit wie möglich trennt. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Das halte ich auch für schwierig umsetzbar, weil dann natürlich findige Teamchefs durchaus Strafen in Kauf nehmen könnten um dem Fahrer zu helfen, was wiederum nicht "fair" wäre. Der Fahrer der das Glück hat einen solche Teamchef zu haben der KWM Punkte opfert hätte einen entscheidenden Vorteil

Die Trennung ist ja schon deshalb schwierig weil die Fahrer evtl. wegen des Autos verlieren, aber eben auch wegen des Autos gewinnen

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flingomin
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Beitrag von flingomin » Di Sep 05, 2017 1:03 pm

Ich würde einem Fahrer einfach für jede Komponente die unerlaubt getauscht wird 5KG Extragewicht ans Auto schrauben.
Nicht nur für dieses Rennen (sonst hört die Taktiererei nie auf), sondern für den Rest der Saison.

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Maglion
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Beitrag von Maglion » Di Sep 05, 2017 1:25 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von arkani ex-rombo:
<strong> </font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Maglion:
<strong> Jetzt mal davon abgesehen, ob es sinnvoll ist, die Motoren und diverse andere Teile so stark zu limitieren, sollten die Strafen das Team und nicht die Fahrer treffen. Da bieten sich Abzüge bei den Konstrukteurs-WM-Punkten und Strafzahlungen an.

Ich bin grundsätzlich dafür, dass bei einer Rennserie, bei der es einen Fahrer- und eine Konstrukteurs-WM gibt, auch die Punkte und Strafen, so weit wie möglich trennt. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Das halte ich auch für schwierig umsetzbar, weil dann natürlich findige Teamchefs durchaus Strafen in Kauf nehmen könnten um dem Fahrer zu helfen, was wiederum nicht "fair" wäre. Der Fahrer der das Glück hat einen solche Teamchef zu haben der KWM Punkte opfert hätte einen entscheidenden Vorteil

Die Trennung ist ja schon deshalb schwierig weil die Fahrer evtl. wegen des Autos verlieren, aber eben auch wegen des Autos gewinnen </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Dieses Problem haben ja eher neue Hersteller, wie Honda.
Zudem legen die Teams sehr viel Wert auf die K-WM und die Punkte, da es dafür ja viel Geld gibt.
Damit das Ganze nicht ausgenutzt wird, könnte man die Strafeln staffeln und ins Verhältnis zum Budget und dem Punktestand setzen.
Punktabzug z.B. X% der aktuellen K-WM-Punkte und X% von den Einnahmen aus der F1-Vermarktung. Bei weiteren Verstößen erhöht sich der Anteil um X%.

Das würde es den kleinen Teams und den neuen Motorenherstellern leichter machen zu den Top-Teams aufzuschließen, da für sie zu viele Teile-Wechsel nicht so große Konsequenzen hätte.
Die Top-Teams müssten da deutllich tiefer in die Tasche greifen und könnten deutlich mehr WM-Punkte und evtl. die K-WM verlieren.

Die Strafgelder könnte man über die Saison sammeln und dann in Form von Freikarten für die nächste Saion, unter den Fans verlosen oder alle Tickets günstiger anbieten.

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Jan
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Beitrag von Jan » Di Sep 05, 2017 1:37 pm

Ich denke man sollte so eine Art Punktesystem einführen, denn wo es den Team am meisten weh tut, ist wenn man denen die Kohle entzieht.

Und am Ende wird dann Kohle abgezogen, und zwar richtig Fett, das das den Top Teams auch richtig Weh tut, die Kohle sollten dann die letzten 3 Teams bekommen.

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Beitrag von Berge_von_Grips » Di Sep 05, 2017 4:19 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Krampine:
<strong> Zu Qualizeit 1 oder 2 % dazu (60 sek. -> 0.6, 1.2 sek.). Dann kann man sich in der Quali schon noch anstrengen. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Wenn man den Strafenquark schon beibehalten will, würde ich es auch so ähnlich angehen. Für jede Position, die es durch die Strafe nach hinten geht, einen best. Zeitbetrag zur Qualy-Zeit dazu addieren. Wie groß dieser Zeitbetrag wäre, müsste die FIA möglichst sinnvoll festlegen.

Beispiel: 0,5 Sek./Position. Bei Getriebewechsel also 5 x 0,5 = 2,5 Sekunden drauf zur Qualy-Zeit. Wenigstens hätte man dadurch relativ schnell eine Zeitentabelle und damit eine transparente und nachvollziehbare Startaufstellung. Nicht so ein Blödsinn mit "Team A hat den Teilewechsel von Fahrer X um 17:25 Uhr gemeldet, also wird dessen Rückversetzung eingerechnet, bevor die von Fahrer Y eingerechnet wird, dessen Teiletausch von Team B um 17:38 Uhr gemeldet wurde." Falls das überhaupt noch so läuft, denn wer weiß schon genau, wie z. B. die Startaufstellung für letzten Sonntag ermittelt wurde. Ich jedenfalls nicht. Dafür muss man wahrscheinlich einen FIA-Fortbildungskurs besuchen.

Bild

Helldriver
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Beitrag von Helldriver » Di Sep 05, 2017 7:14 pm

Für mich ist die Sache klar: Einfach Konstrukteurspunkte abziehen.

Derzeit liegt McLaren mit 11 Punkten an vorletzter Stelle, gefolgt von Sauber.
Eigentlich sollte McLaren aufgrund der ganzen Tauscherei ganz hinten sein, das ist zumindest meine Meinung.

Geldstrafen braucht es keine, bei den Herstellerpunkten geht es ja bereits um Platzierungen und Kohle.

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Maglion
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Beitrag von Maglion » Di Sep 05, 2017 9:25 pm

@Helldriver
wenn man nur Punkte streicht, könnte das klar in der K-WM führende Team dazu bringen, ihrem Fahrer der in einem knappen Rennen um die WM steht, einfach eine komlett neue Antriebseinheit zur Verfügung stellen, ohne dass die K-WM in Gefahr ist.

So würde diese Lösung dafür sorgen, dass ein dominates Team noch dominanter sein kann. Bild

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flingomin
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Strafversetzungen in der Startaufstellung

Beitrag von flingomin » Mi Sep 06, 2017 7:04 am

Deswegen werden diese Punkte- oder Geldstrafen auch nie funktionieren.
Sanktionieren muss man Fahrer und Team gleichzeitig und direkt (Startaufstellung, Zusatzgewichte, Zeitstrafen).
Sonst tuts nicht weh.
Was sich er geändert werden muss: Strafen nur für dieses eine Rennen, und dann ab dem nächsten den Vorteil eines frischen Motors.
Dieser bringt einen Vorteil für die gesamte Saison, somit muss auch die Strafe in der gesamten restlichen Saison wirken.

(Siehe Monza: Strecke liegt Team X ohnehin nicht, also sichert es sich dort einen Vorteil für die nächsten Rennen)
Kanns eigentlich nicht sein.

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Maglion
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Beitrag von Maglion » Mi Sep 06, 2017 10:00 am

Aber es ist Schwachsinn, dass ein Fahrer, der auf Pole steht, von ganz hinten starten muss, weil er einige Teilen wechseln musste - da würde eine Deckelung bei +10 Plätze völlig reichen - mir würden auch schon 5 Plätze reichen und dafür zusätzlich Punktabzug bei der K-WM.

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Beitrag von gpXracer » Mi Sep 06, 2017 10:27 am

Das schlimmste an diesen Regeln ist gar nicht einmal, dass ein Fahrer bestraft wird für etwas das sein Team oder sogar ein Hersteller eines Zulieferteils verbockt hat (das ist tief in der F1 verwurzelt), sondern, dass die Bestrafungen auch saisonübergreifend (da ständig geändert) auch objektiv unfair sind.

Monza zeigt einen Teil dieser unfairness ganz klar. Durch die massive Wechselflut, kamen die Strafen für viele Autos gar nicht so zum Tragen, wie sie es laut Geist des Reglements eigentlich sollten. Wenn ein Team das Problem an einem anderen Wochenende hat, steht es ganz hinten, in diesem Rennen aber ggf. nicht, weil andere noch mehr gewechselt haben. Fair ist was anderes.

Auch über die Saison hinweg ist es unfair: Hamilton konnte noch in der letzten Saison einfach viele Motoren in einem Rennen "anhäufen". Diese Regel wurde zu dieser Saison angepasst. Insgesamt ist das unfair, da sich Hamilton noch einen Vorteil in der WM verschaffen konnte, ein Bottas, Vettel oder auch eben wieder Hamilton können das aber dieses Jahr nicht mehr, sie haben also nicht die gleichen Möglichkeiten, am WM-Kampf teil zu haben, wie letztes Jahr. Fair ist was anderes.

Ich bin noch immer dafür, alle Begrenzungen bei Motor und Getriebe abzuschaffen und glaube nicht, dass kleine Teams darunter leiden, da sich die Kosten die Waage halten werden.

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flingomin
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Beitrag von flingomin » Mi Sep 06, 2017 11:59 am

Das ein Fahrer von Vorteilen oder Nachteilen die sein Team zu verantworten hat ist in der Formel 1 generell so.
Genau so fährt der Fahrer im besten Auto um die WM und der im Mittelklasseteam eben nicht.
Dieses Gefälle gibts nun mal (leider).

Was die Strafen momentan angeht, so wirken sich diese situationsbedingt immer relativ zu anderen, zu genau einem Zeitpunkt aus und das ist nicht in Ordnung.
Ist Fahrer X der einzige mit einem Motorenwechsel so startet er im dümmsten von ganz hinten, ist (wie in Monza) das halbe Feld betroffen und er hat als erster die Hand gehoben, so fällt die Strafe vergleichsweise milde aus.
Das ist das große Problem an Startplatzstrafen (oder auch Zeitstrafen, denn dann wäre es genau so).
Geld klappt auch nicht, da sich reiche Teams ihr Zusatzmotorenkontingent dann ganz einfach kaufen können.


</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv"> Auch über die Saison hinweg ist es unfair: Hamilton konnte noch in der letzten Saison einfach viele Motoren in einem Rennen "anhäufen". Diese Regel wurde zu dieser Saison angepasst. Insgesamt ist das unfair, da sich Hamilton noch einen Vorteil in der WM verschaffen konnte, ein Bottas, Vettel oder auch eben wieder Hamilton können das aber dieses Jahr nicht mehr, sie haben also nicht die gleichen Möglichkeiten, am WM-Kampf teil zu haben, wie letztes Jahr. Fair ist was anderes. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Das wiederum sehe ich nicht so.
Vettel, Rosberg, Ricciardo oder wer auch immer hatten hinsichtlich ihrer Motorenkontingente 2016 genau die gleichen Chancen wie Hamilton. Auch ihnen stand es frei so viele Motoren wie sie wollten "anzuhäufen".
Es galt für alle, 2017 ist es anders und auch das gilt für alle.
Regeln ändern sich eben.
Erkenne daran nichts unfaires.

<small>[ 06.09.2017, 12:06: Beitrag editiert von: flingomin ]</small>

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Beitrag von KiesbettdesGrauens » Mi Sep 06, 2017 1:32 pm

Für mich sind Startplatzstrafen ein rotes Tuch! Braucht kein Mensch! Daher mein Vorschlag:
Die Startplatzstrafen in Zeitstrafen für das Rennen umwandeln! Sprich +15Startplätze = +15Sekunden länger beim Boxenstopp stehen!
Das hätte den Vorteil das Qualiergebnis auch die Startaufstellung ist! Punkt!

Seyan
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Beitrag von Seyan » Mi Sep 06, 2017 2:19 pm

Ein weiteres Problem ist ja, dass die Strafen immer erst am Ende der Saison entstehen, wenn es um die Wurst geht. Man stelle sich mal vor, die beiden WM-Kandidaten gehen fast punktgleich ins Finale, qualifizieren sich auf 1 und 2 fürs letzte Rennen, aber einer von beiden muss dann von ganz hinten starten, weil Getriebe oder Motor oder sonst was getauscht werden musste und das Kontingent aufgebraucht ist.

Dann sollen sie es lieber wie bei den Strafpunkten der Fahrer machen (= techn. Strafkonto), die je nach Vergehen gesammelt werden (z.B. Getriebetausch fünf Punkte, Motorwechsel 20 Punkte). Hat man eine bestimmte Anzahl Punkte -> Fahrzeug wird für das nächste Rennen gesperrt und Konto gelöscht. Eine Rennsperre tut nämlich verdammt weh (mehr als Strafversetzungen), man ist aber danach nicht sofort wieder in der Situation, erneut gesperrt zu werden, falls was passiert.

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Beitrag von Helldriver » Mi Sep 06, 2017 8:51 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Maglion:
<strong> @Helldriver
wenn man nur Punkte streicht, könnte das klar in der K-WM führende Team dazu bringen, ihrem Fahrer der in einem knappen Rennen um die WM steht, einfach eine komlett neue Antriebseinheit zur Verfügung stellen, ohne dass die K-WM in Gefahr ist.

So würde diese Lösung dafür sorgen, dass ein dominates Team noch dominanter sein kann. Bild </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Was wäre daran denn so schlimm?

Das dominierende Team würde dadurch begünstigt.
Die haben sich das dann auch verdient, oder?

Ein Strafsystem für diese bescheurte Komponentenbegrenzung soll ja keine Balance of Performance Regel sein.

Mit einem Abzug in der KWM werden ausschliesslich die Teams und deren Motorenhersteller für ihr Unvermögen bestraft.

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Beitrag von Maglion » Mi Sep 06, 2017 9:04 pm

....wenn man ein dominates Team noch dominater macht, schadet das der Formel 1.

Es wird über die Regeln immer wieder versucht, dass die Teams weiter zusammenrücken, was gut für den Sport ist, so lange diese Regeln nicht Leistung bestrafen, so wie z.B. Zusatzgewichte, Luftmengenbegrenzung oder Ladedruckreduzierung.

Gerad wenn es so läzft wie aktuell, dass Mercedes mit beiden fahrern viele Punkte sammelt, aber Ferrari nur einen zuverlässigen Top-Scorer hat.
Da kann Mercedes einfach mal zig Punkte gegen neue motoren tauschen, damit Hamilton immer technisch im Vorteil ist - das will niemand sehen.
Da ist es besser, wenn eine technischer Vorteil zumindest bei der Startaufstellung einen angemessenen Nachteil zur Folge hat und da sind 5 Startplätze okay, trotzdem sollte man technische Verstöße zusätzlich mit Punktabzügen bestrafen.

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Beitrag von flingomin » Do Sep 07, 2017 9:25 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Helldriver:
<strong>
Was wäre daran denn so schlimm?

Das dominierende Team würde dadurch begünstigt.
Die haben sich das dann auch verdient, oder?

Ein Strafsystem für diese bescheurte Komponentenbegrenzung soll ja keine Balance of Performance Regel sein.

Mit einem Abzug in der KWM werden ausschliesslich die Teams und deren Motorenhersteller für ihr Unvermögen bestraft. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Da möchte ich gerne mal das Geplärre, Geheule und Gestampfe hier erleben, wenn Hamilton nachdem die KWM fix ist jedes Rennen (für ihn straffrei) mit einer nagelneuen BU an den Start geht um locker die FWM einzufahren, während Vettel mit seinem letzten Gebrauchtmotor haushalten muss, da Ferrari in der KWM noch mit RBR um P2 kämpft.

Wobei: Unterhaltungswert hätte es ganz sicher und für Traffic wäre auch gesorgt.

<small>[ 07.09.2017, 09:32: Beitrag editiert von: flingomin ]</small>

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Beitrag von shuyuan » Do Sep 07, 2017 10:31 am

Christian Horner sagt es richtig:

Durch die limitierung der Komponenten soll Geld gespart werden und ein grüner anstrich her.

Ist aber völliger Unsinn ,weil das Geld in der Forschung und Herstellung haltbarer komponenten verbrannt wird. Zudem kommen die ja sowieso zum einsatz, wenn auch unter Gridstrafen.

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Beitrag von shuyuan » Do Sep 07, 2017 10:34 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Maglion:
<strong>

Da ist es besser, wenn eine technischer Vorteil zumindest bei der Startaufstellung einen angemessenen Nachteil zur Folge hat und da sind 5 Startplätze okay, trotzdem sollte man technische Verstöße zusätzlich mit Punktabzügen bestrafen. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">es wird doch nur kosmetisch eingegriffen.
Wieso sollte technischer Fortschritt bestraft werden ?
Das ist doch nicht im Sinne der Königsklasse?
Hier gehts doch vordergründig nur um Kosteneinsparung .

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Beitrag von flingomin » Do Sep 07, 2017 11:04 am

Und das eben nur vordergründig.
Die Entwicklung geht ja nach vie vor Volldampf weiter und die Ersatzmotoren werden ja trotzdem gebaut und natürlich auch vorsorglich verschickt.
Dazu sind die Leasingkosten für einen Motor für Kunden so hoch wie noch nie.

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