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Agag: Formel E hat aus Fehlern der A1GP gelernt

11. Januar 2013 - 13:32 Uhr

Formel-E-Promoter Alejandro Agag spricht über die Fehler der gescheiterten Rennserien, "coolen" Sound und die Möglichkeit, Formel-1-Fahrer zu verpflichten

Alejandro Agag sieht seine Formel-E-Rennserie auf einem guten Weg
© GP2

(Motorsport-Total.com) - Mit Drayson steht das erste Team bereits fest, mit Rom und Rio de Janeiro sind zudem zwei Rennevents fest eingeplant. Die 2014 startende Formel E, die umweltfreundlichen elektrischen Rennsport bieten will, nimmt immer weiter Gestalt an. Promoter Alejandro Agag, nebenbei Teamchef der GP2-Mannschaft von Barwa Addax, sagt gegenüber 'jamesallenonf1.com' den Erfolg der Rennserie voraus: "Wir sind F1- und GP2-Fans, aber wir glauben, dass es auch einen Markt für elektrischen Rennsport gibt."

"Als die FIA mit dem Vorschlag kam, dachten wir uns, dass dies ein fantastisches Projekt ist", so Agag. "Das ist das, was die Sponsoren wollen und was die Industrie braucht. Die Elektroauto-Industrie wird immer populärer, trotzdem kaufen Menschen auch weiterhin keine Elektrofahrzeuge. Deswegen muss man die elektrische Revolution unterstützen, damit sie sich verbreitet und damit Leute auch daran glauben."

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Ob eine neue Rennserie dafür der richtige Weg ist, wird sich zeigen, schließlich sind in der jüngsten Vergangenheit viele Serien ins Leben gerufen worden, um sie wenige Jahre später wieder einzustampfen. Die A1GP-Serie, die Superleague Formula oder sogar die Formel 2 dienen als abschreckende Beispiele, doch Agag glaubt, aus den Fehlern der gescheiterten Serien gelernt zu haben.

Gründe für Untergang der A1GP erkannt und abgewendet

"Einer der Hauptgründe, warum sie keinen Erfolg hatten, ist, dass sie versucht haben, mit der Formel 1 zu konkurrieren. Und das ist sehr schwer", weiß der Spanier. "Wir denken, dass wir anders sind, denn wir fahren Rennen in Städten und sind vollkommen elektrisch. Diese einzigartige Sichtweise kann der Grundstein zu unserem zukünftigen Erfolg werden. Wir haben von der A1GP gelernt, dass sie einige gute Dinge hatte und dass sie schnell eine globale Meisterschaft aufstellen konnte, aber dass ihr das Geld ausgegangen ist, weil ihr Geschäftsmodell nicht funktioniert hat. Wir haben ein gutes Geschäftsmodell und eine gute Vision von Kostenkontrolle, die wir von Beginn an erzwingen können."

Was die Serie den Modellen der A1GP und der Superleague aber nachempfinden möchte, ist die zunehmende Rennübertragung via Internet. Agag hält die Technologie mittlerweile reif genug für diesen Schritt: "Die heutige Technik erlaubt es Menschen auf der ganzen Welt, unsere Rennen im Internet zu verfolgen." Deswegen sei die Formel E auch sehr flexibel in Bezug auf ihre Rennorte. "Es ist sehr wichtig für uns, eine globale Reichweite zu haben", sagt der Spanier, "also verbreiten wir uns renntechnisch auch geographisch in diese Richtung."

"Und das mit Erfolg", fügt Agag an. "Wir haben 15 Städte, die uns bei sich haben wollen. Wir können aber 2014 nicht in allen fahren, es wird zehn Austragungsorte geben. Seit wir Rom bekanntgegeben haben, haben sich vier Städte von selbst angeboten. Manchmal ist es der Bürgermeister, der uns kontaktiert und manchmal ist es auch jemand anderes. Aber in jedem Fall unterschreibt der Bürgermeister den formellen Brief an uns."

Städte wollen die Formel E haben

Den Grund dafür, glaubt der 42-Jährige zu kennen: "Bürgermeister sehen dies als politischen Gewinn an. In Städten auf der ganzen Welt gibt es ein Anliegen, Verschmutzung zu reduzieren; und der Einsatz von elektrischen Fahrzeugen ist ein Schlüsselfaktor dazu. Also sehen Bürgermeister die Serie als Element ihrer Politik, die sich mit anderen Grundsätzen vereinbaren lässt, um sauberere Mobilität zu erlangen."

"Es wird richtig cool klingen - so ähnlich wie ein futuristischer Kampfjet."
Alejandro Agag über den Motorensound

Dies sei auch ein Grund, warum sich die Serie auf den Einsatz in den Zentren wichtiger Städte konzentriert. "Die Leute sollen Elektroautos als sichtbare Lösung für ihr Leben präsentiert bekommen", sagt Agag. "Also müssen die Leute die Autos dort sehen, wo sie nützlich sind - und das ist eben in den Städten. Jean Todt (FIA-Präsident, Anm. d. Red.) und ich hatten in dem Fall die gleiche Vision. Wir haben in der Formel E immer eine Serie gesehen, die nicht für Rennstrecken gemacht ist."

Eingefleischte Motorsportfans sehen die Elektroserie hingegen überwiegend kritisch. Besonders die fehlenden Motorengeräusche im Vergleich zum Benzinmotor waren bisher einer der größten Abschreckungspunkte. Doch Agag kann die soundbezogenen Befürchtungen nicht teilen: "Es wird richtig cool klingen, besonders wenn es schnell wird. Der Motor wird Sound haben - so ähnlich wie ein futuristischer Kampfjet. Ich kann es nicht mehr erwarten, den neuen Motor zu hören, der im Juni kommen wird."

Fans bekommen völlig neue Geräusche zu hören

"Außerdem werden wir noch andere Geräusche haben, die man in anderen Serien nicht hört - Reifengeräusche zum Beispiel. In der Serie wird viel gedriftet werden, denn die Stadtkurse werden sehr rutschig sein. Dabei setzen wir reifentechnisch auf Haltbarkeit und Nachhaltigkeit anstatt auf Performance und Boxenstopps. Ein Satz reicht dann vielleicht für mehr als ein Rennen. Ach und übrigens wird man auch Aero-Geräusche wahrnehmen, die man im Formelsport sonst nie hört."

Dies werde zwar nicht jeden Formel-1-Fan ansprechen, dies sei laut Agag aber auch gar nicht das Ziel. "Wir visieren einen neuen Markt an - und nicht unbedingt die ewig gestrigen F1-Zuschauer. Es ist eine Meisterschaft für jüngere Leute, die technologieinteressiert sind und auch etwas für die Umwelt übrig haben. Wir möchten Leute, die heute 14-16 Jahre alt sind, damit sie dazu angeregt werden, dass ihr erstes Auto ein Elektroauto sein wird."

Allerdings sollen die Jugendlichen dann nicht ständig das Auto wechseln, wie es derzeit in der Formel E angedacht ist. Eine längere Renndistanz ist mit Elektrorennwagen derzeit nicht möglich, deswegen sind Boxenstopps mit Autowechseln in Planung. In der Zwischenzeit kann das gefahrene Fahrzeug wieder aufgeladen werden.

Rennmodus zeigt Schwächen der Elektroautos

"Man kann nicht 25.000 Leute in die Stadt einladen, um dann ein 20-minütiges Rennen auszutragen. Das ist nicht angemessen. Man muss eine Show bieten, die für die Zuschauer lang genug ist, um sich hinzusetzen und sie anzuschauen. Zumindest muss man nah an eine Stunde kommen", verrät Agag die Überlegungen.

"Natürlich zeigen wir so die offensichtlichen Einschränkungen von Elektroautos."
Alejandro Agag

In welchem Modus das Rennen ablaufen soll, hat der Unternehmen auch schon im Kopf: "Es wird Auto A und Auto B geben. Nach rund 30 Minuten wird der Fahrer Auto A verlassen und eine bestimmte Strecke zu Auto B zurücklegen, damit fahren, und wieder zurück zu seinem ersten Auto kommen, das in der Zwischenzeit kurz auf rund 50 Prozent aufgeladen wurde. Und mit 25 plus 25 plus zehn Minuten hat man eine Stunde gefüllt."

"Natürlich zeigen wir so die offensichtlichen Einschränkungen von Elektroautos", ist sich der Spanier bewusst. "Aber über die Jahre zeigen wir auch die Entwicklung der Fahrzeuge und der Batterien. Wir versuchen, eine Menge Dinge in dieser Meisterschaft auszuprobieren."

Serie attraktiv für Fahrer aus F1, GP2 und IndyCar

Nachdem bereits über die Teams, Strecken und den Rennmodus gesprochen wurde, bleibt die Frage nach den Fahrern, die in der neuen Formel E zum Einsatz kommen sollen. Zwar möchte die Serie nicht mit der Formel 1 konkurrieren, dennoch spricht sie einen ähnlichen Fahrerpool an: "Wir möchten eine Serie mit Topfahrern sein, also kommen sie von der GP2, den IndyCars oder der Formel 1. Es ist egal, ob sie jung oder erfahren sind, aber es sollten Racer in der Mitte ihrer Karriere sein."

Agag spricht besonders die Reihe erfahrener GP2-Piloten an, für die die neue Formel-E-Serie eine Möglichkeit wäre. Für sein Team Barwa Addax fuhren in der Nachwuchsserie beispielsweise Romain Grosjean, Witali Petrow, Charles Pic, Giedo van der Garde oder Lucas di Grassi. Aber auch Piloten, die aus der Formel 1 kommen, könnten in der Elektroserie eine neue Chance erhalten.

"Diese Fahrer können nicht zurück in die GP2 gehen, aber sie könnten zur Formel E stoßen. Das gleiche gilt auch für IndyCar-Fahrer. Wir denken, dass die Sportler dies als gute Karrieremöglichkeit sehen, wenn sie einmal einen bestimmten Punkt erreicht haben", so Agag abschließend.

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