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GP3-Crash in Monte Carlo sorgt für Diskussionen

29. Mai 2012 - 15:01 Uhr

Zu viel Gegenwehr mit waidwundem Auto oder einfach nur grobe Fahrlässigkeit: Was hat den heftigen GP3-Unfall in Monte Carlo verursacht?

Conor Daly
Da war noch alles in Ordnung: Conor Daly mit seinem GP3-Lotus in Monte Carlo
© D. Kalisz/GP3

(Motorsport-Total.com) - Meist sorgt die GP3 an einem Wochenende nicht für die größten Schlagzeilen, doch beim Großen Preis von Monaco war die Meisterschaft durchaus ein Gesprächsthema. Der Grund dafür war ein heftiger Crash zwischen Conor Daly (Lotus) und Dmitri Suranowitsch (Marussia), der einen üblen Abflug zur Folge hatte. Zum Glück kamen Fahrer und Streckenposten dabei unverletzt davon.

Der Ärger über diesen Zwischenfall ist aber gewaltig. Vor allem bei Daly, denn er landete unsanft in den Fangzäunen und anschließend hart auf dem Asphalt des Monaco-Stadtkurses. "Es geht mir gut", sagt der US-amerikanische Nachwuchspilot gegenüber dem Blog von Will Buxton. Im tue nach dem Crash allerdings "jeder einzelne Muskel" in seinem Körper weh. Zudem habe er einige blaue Flecken.

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Am Wichtigsten ist aber: Die Sicherheitsvorkehrungen an Rennwagen und Rennstrecke haben Daly vor Schlimmerem bewahrt. Doch hätte der Unfall an sich auch verhindert werden können? Davon ist der GP3-Fahrer fest überzeugt, zumal sich sein Gegner ohnehin mit stumpfen Waffen gegen ein Überholmanöver zur Wehr setzte. Das Suranowitsch-Auto hatte nämlich keinen Heckflügel mehr.

Diesen hatte Daly seinem Konkurrenten abgefahren, als dieser sich - zum wiederholten Male, wie es Daly beschreibt - einen Tick zu extrem nach hinten verteidigte. "Er schaute mehr in seine Rückspiegel als nach vorn. Vor Kurve drei wäre er beinahe in der Mauer gelandet, weil er mich beobachtete", sagt Daly. Am Scheitelpunkt in der Haarnadel nahm Suranowitsch schließlich zu sehr an Tempo heraus.

"Er wollte mir das Herausbeschleunigen vermiesen", meint Daly. "Es kam zur Berührung zwischen uns und ich rasierte ihm den Heckflügel ab. Das hatte ich natürlich nicht geplant gehabt. Mein Auto war aber noch in gutem Zustand, also machte ich weiter Druck. Es wurde nun aber langsam gefährlich, weil er jetzt ohne Heckflügel fuhr, seine Augen aber weiterhin nur im Rückspiegel hatte."

Der Unfall an der schnellsten Stelle

"Er bremste scheinbar zufällig auf der Strecke, damit er vor mir bleiben konnte", erklärt Daly, der sich davon aber nicht von seinem Vorwärtsdrang abhalten lassen wollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er nämlich schon zahlreiche Konkurrenten überholt. Suranowitsch sollte der nächste in dieser Reihe sein, "doch er blockte jeden meiner Versuche ab", sagt Daly. Zum Teil mit einer "Schlangenlinie".

"Ich wagte ein frühes Manöver und er wehrte sich."
Conor Daly

Die Rennleitung schien das nicht zu kümmern und auch Daly bewahrte einen kühlen Kopf. "Mir war klar: Auf der Tunnel-Geraden würde ich eine Chance haben. Ich wagte ein frühes Manöver und er wehrte sich. Ich beschloss daher, bis zum Ausgang des Tunnels zu warten. Ohne Heckflügel konnte er eh nicht so spät bremsen wie ich. Ich wählte sofort die Innenseite und rechnete mit einem Konter."

Und Suranowitsch warf ihm tatsächlich die Türe zu. "Ich fuhr also auf die Außenseite", berichtet Daly weiter. "Selbst auf dieser Linie hätte ich ihn ausbremsen können. Er zog dann ebenfalls rüber - und das überraschte mich. Ich sagte mir: 'Ein drittes Mal wechselt er nicht die Linie.' Ich wollte also wieder zurück nach Innen, doch er bremste dann derart früh, dass ich über seine Hinterreifen aufstieg."

Wie sehr darf man blockieren?

Der GP3-Rennwagen Dalys segelte erst durch die Luft, ehe er in die Fangzäune vor der berühmten Hafenschikane einschlug - just zwischen zwei erhöhten Beobachtungsstellen der Streckenposten, die mit dem Schrecken davonkamen. Daly und sein Fahrzeug kamen jedoch nicht sofort zum Stillstand, sondern fielen zurück auf die Strecke und strandeten schließlich unsanft in der großen Auslaufzone.

"Einen solchen Unfall möchte ich nicht noch einmal erleben."
Conor Daly

Mit Totalschaden am Auto, denn am Lotus von Daly war nicht mehr viel ganz. Der US-Amerikaner konnte dem Wrack aber noch aus eigener Kraft entsteigen und sagt nun: "Einen solchen Unfall möchte ich nicht noch einmal erleben. Und ich will auch nicht, dass einer meiner Rivalen einen solchen Crash durchmachen muss." Deshalb macht sich Daly für eine gründliche Aufarbeitung stark.

Mit der nachträglichen Disqualifikation von Suranowitsch sei es nämlich nicht getan. "Ich denke, die Strafe sollte viel härter ausfallen", meint Daly. "Im Fahrermeeting wird dir schließlich gesagt, dass du deine Konkurrenten respektieren sollst. Wir alle kennen die Regeln, was das Blockieren angeht. Und wenn man das so treiben darf wie Suranowitsch, dann brauchen wir eigentlich gar keine Regeln ..."

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