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Rechenfehler: Leere Tanks in der GP2

28. August 2008 - 15:10 Uhr

Im Hauptrennen von Valencia blieben unter anderem die Titelanwärter mit leerem Tank liegen - GP2-Technikchef Didier Perrin über das Benzindrama im Hafen

Giorgio Pantano
Giorgio Pantano hatte den Sieg vor Augen, als ihm das Benzin ausging
© GP2

(Motorsport-Total.com) - Es ist der Albtraum jedes Autofahrers: Plötzlich beginnt der Motor zu stottern, dann geht gar nichts mehr, das Auto rollt aus - Tank leer. Dieses Schicksal ereilte im Hauptrennen der GP2 in Valencia gleich mehrere Piloten, darunter auch die Titelanwärter Giorgio Pantano und Bruno Senna. Die Teams hatten sich bei ihrer Benzinkalkulation verrechnet.

"Es war das erste Rennen auf dieser neuen Strecke, deshalb konnten die Teams ihren Benzinverbrauch nur anhand der Freitagsdaten analysieren - den Daten aus einer halben Stunde Training und einer weiteren halben Stunde Qualifikation", erklärte GP2-Technikchef Didier Perrin auf der Internetseite der Serie. "Da dieser Kurs für alle neu war - auch für uns - haben wir mit den Teams über alle technischen Aspekte des Rennens gesprochen, auch über den Benzinverbrauch."

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Thema in den Meetings

Einführungs-, Installations- und 34 Rennrunden, dass das knapp werden würde, war allen Beteiligten schon vorher klar. Dennoch wurde die Renndistanz nicht verkürzt - auch wenn der Sprit in den Tanks damit auf alle Fälle gereicht hätte. "Alle Teams wurden am Freitagabend dazu befragt und alle haben gesagt, dass es okay sein sollte, auch wenn es knapp wird", verteidigte Perrin diese Entscheidung der GP2.

"Alle Teams wurden am Freitagabend dazu befragt und alle haben gesagt, dass es okay sein sollte, auch wenn es knapp wird."
Didier Perrin

Zudem sei es Teams freigestanden, noch einmal nachzutanken, betonte Perrin: "Während des Meetings, das wir immer mit allen Teilnehmern ein paar Stunden vor dem Rennen abhalten, haben wir noch einmal klargestellt und bestätigt, dass das GP2-Reglement eindeutig erlaubt - und es immer getan hat - dass in der Boxengasse noch einmal aufgetankt werden kann, bevor die Autos auf die Startaufstellung geschickt werden."

Die meisten Teams nutzten diese Option, gingen nach den Installationlaps noch einmal tanken - und kamen ins Ziel. Andere verzichteten darauf und übten sich lieber im Spritsparen. So machte Tabellenführer Pantano nicht einmal Startübungen, um nur ja nicht zuviel Benzin zu verbrauchen. Sein Konzept schien aufzugehen: Der Italiener fuhr dem vermeintlich sicheren Sieg entgegen und holte sich in der vorletzten Runde auch noch die schnellste Rundenzeit.

Das Ziel vor Augen...

Doch das rächte sich: Mit dieser Zeitenjagd hatte Pantano so viel Treibstoff verbraucht, dass er drei Kurven vor dem Ziel mit leerem Tank strandete. Rivale Senna konnte mit bereits stotterndem Motor zumindest noch bis ins Ziel rollen, mit Platz neun ging er aber leer aus. Sein iSport-Teamkollege Karun Chandhok blieb schon eine Runde vor dem Ziel mit leerem Tank liegen, auch Supernova-Pilot Alvaro Parente ging das Benzin aus.

Die Teams mussten feststellen: Sie hatten zwar schon vorher damit gerechnet, dass es knapp werden könnte, zusätzlich war der Benzinverbrauch im Rennen dann aber auch noch höher als erwartet.

"Während des Rennens waren die Rundenzeiten schneller als erwartet, weil mehr Gummi auf der Strecke war und die Fahrer auf der für sie neuen Strecke mehr Selbstvertrauen hatten", analysierte GP2-Technikchef Perrin. "Zudem war die Lufttemperatur niedriger als im Qualifying. Das hat in Kombination mit den schnelleren Rundenzeiten dazu geführt, dass der Benzinverbrauch höher war, als alle vorher errechnet hatten. Vielleicht erklärt das, warum manche Teams sich dazu entschieden haben, vor dem Start in der Boxengasse noch einmal aufzutanken, während andere lieber riskiert haben, es nicht zu tun..."

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