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GP2-Sprint in Istanbul: Hunde auf der Strecke!

11. Mai 2008 - 11:32 Uhr

Unglaublich, aber wahr: Im Sprintrennen sorgten zwei Hunde auf der Strecke für Chaos - Sieg für bärenstarken Romain Grosjean

Romain Grosjean
Romain Grosjean hat gut lachen: Sieben Punkte gab es für seinen Sieg
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Einen kuriosen Rennverlauf nahm das heutige GP2-Sprintrennen in Istanbul: In der elften Runde streunten auf einmal zwei Hunde (!) auf die Strecke, wegen denen das Safety-Car ausrücken musste! Doch Bruno Senna (iSport) hatte Riesenpech, rammte im letzten Sektor einen der beiden bei voller Geschwindigkeit mit der rechten Vorderradaufhängung und schied an sechster Stelle liegend aus.

Während sich das "Problem" des einen Hundes durch den tragischen Zwischenfall quasi von selbst erledigte, mussten die Streckenposten den zweiten Hund während der Safety-Car-Phase einfangen, ehe es weitergehen konnte. Doch wer glaubt, dass es so etwas im Motorsport noch nie gegeben hat, der irrt: Cristiano da Matta ist im August 2006 bei einem ChampCar-Test in Elkhart Lake mit einem Hirsch kollidiert und lag nach dem Horrorunfall sogar einige Tage in einem künstlichen Koma.

Drohen Istanbul nun Konsequenzen?

Den Streckenbetreibern in Istanbul dürfte diese Fahrlässigkeit wohl eine saftige Geldstrafe kosten, schließlich mussten die Kollegen in Budapest vor einigen Jahren eine Million US-Dollar bei der FIA berappen, als Fans nach Ende eines Formel-1-Rennens auf die Strecke strömten. Zum Glück ist das Chaos heute - abgesehen für den Hund natürlich - gut ausgegangen, aber die Situation hätte auch anders ablaufen können. Und dass Senna fuchsteufelswild war, versteht sich von selbst...

Den Sieg sicherte sich mit einer überlegenen Vorstellung GP2-Asia-Champion Romain Grosjean (ART), der sich vom siebenten Startplatz sukzessive durch das Feld arbeitete, während der Safety-Car-Phase bereits in Führung lag und diese bis zum Rennende nach 23 Runden auf 8,019 Sekunden ausbaute - und obendrein den Punkt für die schnellste Runde abstaubte. Guter Zweiter wurde der Russe Vitaly Petrov (Campos) vor dem Schweizer Sébastien Buemi (Arden).

Eine erste Safety-Car-Phase hatte es gleich zu Beginn gegeben, denn der Start verlief alles andere als diszipliniert: Zuerst blieb Ho-Pin Tung (Trident) auf dem Grid stehen, dann schob in der ersten Kurve Jérôme D'Ambrosio (DAMS) den schuldlosen Super-Nova-Piloten Andy Soucek weg. Auch Andreas Zuber (Piquet) hatte einen kurzen Arbeitstag: Erst kam er fast nicht von der Linie weg, dann schlitterte er ein paar Kurven weiter ins Aus.

Polesetter Carroll gleich zu Beginn out

Bruno Senna
Pechvogel: Bruno Senna kollidierte mit einem Hund und schied aus
© GP2

Weitere Opfer der ersten Runde waren Polesetter Adam Carroll (FMS), Adrian Valles (BCN), Yelmer Buurman (Arden) und Pastor Maldonado (Piquet). Vorne lag hinter dem Safety-Car zunächst Petrov vor Buemi, Javier Villa (Racing Engineering), Grosjean, Giorgio Pantano (Racing Engineering), Mike Conway (Trident), Karun Chandhok (iSport) und Roldan Rodriguez (FMS) in Führung. In der vierten Runde erfolgte dann der Restart.

Grosjean schnappte sich Villa gleich in der vierten Runde, Buemi in der siebenten und Petrov in der zwölften, wobei der Russe seine Führung lange tapfer verteidigt hatte. Auch Pantano arbeitete sich nach dem Sieg gestern von Platz acht auf Platz vier nach vorne und sammelte damit drei wertvolle Punkte für die Meisterschaft, in der er weiterhin in Führung liegt. Die beiden restlichen Punktepositionen gingen an Conway und Ben Hanley (Campos).

Chandhok verschenkte sichere Zähler, als er in der zwölften Kurve Villa attackierte, aber viel zu spät bremste und durch den logischen Dreher zunächst auf Platz 15 zurückfiel. Villa war nach dem Zwischenfall gar nur noch 17., beide spielten für die Entscheidung keine Rolle mehr. Das amtierende Meisterteam iSport blieb damit heute ohne Zähler, weil ja die Chancen von Chandhok-Stallgefährte Senna wenig später im wahrsten Sinne des Wortes vor die Hunde gingen...

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