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Schweizer hoffen auf eine Fiesta Mexicana
Das Schweizer A1GP-Team tritt am Wochenende in Mexiko als Gesamtleader an und will sich diese Position nicht streitig machen lassen
(Motorsport-Total.com) - Das Schweizer Team nimmt das letzte Drittel der A1GP-Serie als Leader in Angriff. Vor den beiden schwierigen Rennen in Mexico City beträgt der Schweizer Vorsprung zehn Punkte auf Frankreich und 20 auf Neuseeland. Die Ausbeute des Schweizer Teams aus den bisherigen 14 Rennen kann sich sehen lassen: Neel Jani hat drei Siege, acht Podestplätze sowie zwölf Ränge unter den Top 10 eingefahren und dazu vier Mal die schnellste Runde zurückgelegt, was jeweils einen weiteren Punkt einbringt.
Als Schweizer Rookie tritt in Mexiko Rahel Frey auf den Plan. Sie soll das Auto in den ersten Trainings am Freitag für Jani vorbereiten,
also Reifen sowie Getriebe einfahren und eine Grundabstimmung
erarbeiten. Die 22-jährige Frey hatte Ende November in Sepang bei ihrem Einstand als Rookie einen guten Eindruck hinterlassen. Das Team wertet es als gutes Omen, dass Jani nach Freys Vorarbeit in Sepang zweimal die Pole-Position eroberte und beide Rennen gewann.
Jani und die "Rumpelpiste"
Im vergangenen Jahr war Jani in Mexico City wegen einer Lebensmittelvergiftung nicht einsatzbereit. Für ihn nahm damals Marcel Fässler im Schweizer Cockpit Platz. Trotzdem betritt Jani kein Neuland. Vor vier Monaten war er im "Autodromo Hermanos Rodriguez" am Westrand der 20-Millionen-Stadt als ChampCar-Fahrer im Einsatz.
"Die Rumpelpiste fordert dem Fahrer alles ab", erinnert sich der Berner. "Auf der Zielgeraden schlägt es dir fast die Plomben aus den Backenzähnen. Im Übrigen gibt es hier neben sehr schnellen auch langsame Kurven, die viel Konzentration und präzises Fahren erfordern." Dass wegen der verschmutzten Luft manchmal die Augen brennen, macht die Aufgabe nicht leichter.
Auf 2265 Metern Höhe gesellt sich auch noch Atemnot für Mensch und Maschine hinzu. Die Höhenlage schmälert die Leistung der Achtzylinder-Saugmotoren um rund zwölf Prozent von 550 auf circa 485 PS. Die 4,464 km lange Strecke gibt auch den Technikern Probleme auf. Die 1,2 Kilometer lange Vollgas-Gerade bekommt dem Motor schlecht, die vielen Buckel den Radaufhängungen und die Schlängelkurven im hintern Teil dem Getriebe. Die berühmt-berüchtigte, um 180 Grad nach rechts auf die Zielgerade führende "Churubusco", die wegen ihrer Überhöhung auch "Peraltada" genannt wird, wurde inzwischen durch eine Schikane entschärft. Früher spielten sich dort etliche Dramen ab.
Welti gibt sich vorsichtig
Teamchef Max Welti formuliert die Ziele für Mexiko bewusst vorsichtig: "Wir möchten die an sich schon erfreuliche Bilanz dieses Winters ausbauen. Weitere Siege zu fordern wäre angesichts der Besonderheiten der Strecke vermessen. Hier kann wirklich viel passieren. Ich wäre zufrieden, wenn wir zweimal aufs Podest gerufen würden und unsere direkten Gegner in Schach halten könnten."
Der Formel-1-Zirkus gastierte 15 Mal in Mexico City - von 1963 bis 1970 und von 1986 bis 1992. Der unweit des internationalen Flughafens "Benito Juarez" liegende Kurs ist nach den Brüdern Rodriguez benannt.
Ricardo kam 1962 im Training zum Grand Prix von Mexiko in der "Churubusco"-Kurve ums Leben, Pedro starb 1971 nach einem Unfall in einem Sportwagenrennen in Nürnberg.









