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Grosjean-Interview: Rookie mit großen Ambitionen

25. Februar 2008 - 16:44 Uhr

Romain Grosjean geigte beim ersten Rennen der GP2-Asia-Serie groß und freut sich schon auf seine erste Ausfahrt im Formel-1-Boliden von Renault

Romain Grosjean
Sonnenschein pur für Romain Grosjean: GP2-Pilot und Renault-Testfahrer
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im vergangenen Jahr Champion in der Formel-3-Euroserie, in diesem Jahr schon Sensations-Debütant in der GP2. Keine Frage, Romain Grosjean ist auf dem Sprung nach ganz oben. Die eingefahrenen Resultate sind auch der Königsklasse nicht entgangen und so sicherte sich Renault die Dienste des 21-jährigen Youngsters, der künftig für die Franzosen testen darf.

Frage: "Romain, beim Debütrennen der GP2-Asia-Serie in Dubai konntest du gleich Geschichte schreiben, weil du als erster Rookie die Pole-Position und dann noch zwei Rennsiege geholt hast. Welche Chancen hattest du dir zu Beginn des Wochenendes auf einen Sieg eingeräumt?"
Romain Grosjean: "Wenn man in einer neuen Serie antritt, dann kann man nie genau abschätzen, was beim ersten Mal passiert. Aber wir hatten vier sehr positive Testtage vor dem Wochenende, waren an jedem Tag schnell unterwegs und gingen mit guten Gefühlen ins Qualifying."

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Viel Neues bei der GP2-Premiere

"Die Pole-Position zu holen war klasse, aber wir mussten mit einer Menge unbekannter Faktoren für das Rennen klarkommen."
Romain Grosjean

"Die Pole-Position zu holen, war klasse, aber wir mussten mit einer Menge unbekannter Faktoren für das Rennen klarkommen: die Kupplung am Start oder beispielsweise die Boxenstopps. Ich wusste aber, dass wenn ich gut durch die erste Runde und den Boxenstopp kommen würde, ich in einer guten Ausgangsposition liegen könnte. Im Hauptrennen nutzten sich meine Hinterreifen stark ab, für das Sprintrennen konnten wir dieses Problem allerdings lösen."

#Frage: "Und dann am Rennwochenende überraschenderweise Regen und Kälte. Inwieweit hat das eure Pläne beeinflusst?"
Grosjean: "Alle haben hohe Temperaturen erwartet und viele Teams hatten Probleme damit, die harten Reifen aufzuwärmen. Da hatten wir wohl einen kleinen Vorteil, denn gleich zu Beginn der Tests sind wir auf etwas gestoßen, was uns die Reifennutzung erheblich erleichterte."

Frage: "Der Sieg im Hauptrennen in Dubai war sicherlich ein hervorragender Start in die Saison, aber kaum einer hätte mit einem Sieg vom achten Startplatz aus gerechnet..."
Grosjean: "Ja, ganz genau. In Dubai ist das Überholen sehr schwierig. Ich dachte, dass ein Podium vielleicht drin sein könnte. Die Probleme bei Luca Filippi und Adrian Valles bedeuteten für mich zwei Konkurrenten weniger auf der Piste."

Gutes Gefühl im Auto

"Das Auto fühlte sich prima an."
Romain Grosjean

"Nach dem Safety-Car hatte ich einen tollen Restart und hatte auch prompt ein gutes Gefühl, dass etwas gehen könnte. Das Auto fühlte sich prima an, aber das hatte ich so nicht erwartet. Alles lief einfach wie am Schnürchen. Das ist freilich nicht immer so, darum habe ich diese Momente besonders genossen. Wir müssen als Team weiter an einem Strang ziehen und unsere solide Basis weiterentwickeln. Für die kommenden Rennen sollten wir unsere Form beibehalten und uns gleichzeitig auch über zukünftige Entwicklungen Gedanken machen."

Frage: "Aber so glatt lief es dann doch nicht..."
Grosjean: "Ja, am letzten Trainingstag crashte ich bei der Einfahrt in die Boxengasse. Das ist vollkommen neu für mich - schnell reinfahren, kräftig pushen und erst auf den letzten Drücker in die Eisen steigen, um die 60-km/h-Marke nicht zu übertreten, und prompt traf ich die Mauer. Boxenstopps waren komplettes Neuland für mich und die Anspannung dabei ist groß. Darum bin ich froh, diese Erfahrungen bereits im ersten Rennen gemacht und daraus gelernt zu haben."

Frage: "Du wurdest kürzlich als Testfahrer des Renault-Teams in der Formel 1 vorgestellt. Wie kam es dazu?"
Grosjean: "Kurz vor der Preisverleihung der Formel-3-Euroserie setzten sich die entscheidenden Puzzlestücke zusammen. Das ist eine tolle Sache, aber so ganz realisiert habe ich das noch nicht. Da wartet noch eine große Portion Arbeit auf mich, bis das alles für mich komplett zur Wirklichkeit wird. Meine erste Testchance im Formel-1-Wagen habe ich nach der Rückkehr vom GP2-Rennen in Indonesien erhalten. Das wird eine große Sache, weil ich zum ersten Mal in einem Formel-1-Renner Gas geben werde. Ich freue mich schon sehr darauf."