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Neues Auto: Die GP2 wird teurer!

12. September 2007 - 01:32 Uhr

Wegen des neuen Autos, das bereits getestet und 2008 kommen wird, steigen in der GP2 die Preise - 1,5 Millionen Euro für eine Saison

GP2/08
Das neue GP2/08-Chassis ist etwas teurer als sein Vorgängermodell
© GP2

(Motorsport-Total.com) - Die GP2 ist nicht nur die derzeit wahrscheinlich wichtigste Nachwuchsserie im europäischen Motorsport, das klassische Sprungbrett in die Formel 1, sondern auch eine Eliteliga - und zwar in finanzieller Hinsicht: Während ein Fahrer selbst für die Formel-3-Euroserie mit rund 600.000 Euro pro Saison auskommt, wird ihn das GP2-Jahr 2008 in einem Topteam satte 1,5 statt wie bisher 1,2 Millionen Euro kosten.

Diese Preissteigerung hängt in erster Linie mit dem neuen Auto zusammen, das alle Teams in der kommenden Saison einsetzen werden. Der GP2/08, der seine ersten zwei Tests mit Nelson Piquet jun. und Olivier Pla am Steuer bereits hinter sich hat, kostet nämlich mehr als das bisherige Modell, das vor der GP2-Premiere im Jahr 2005 um 250.000 Euro pro Stück erworben werden konnte. Wie stark der Preis ansteigen wird, steht noch nicht fest, an den Mehrkosten führt aber kein Weg vorbei.

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"French Connection" zu Renault

Gebaut wird das GP2-Chassis übrigens bei Dallara, die Motoren und das Getriebe kommen von Renault-Tochter Mecachrome. Diese "French Connection" ist kein Zufall: Chef der GP2-Serie ist nämlich Bruno Michel, ein Franzose, der unter anderem auch die Managementfirma von Renault-Formel-1-Teamchef Flavio Briatore leitet. Dort stand bis Ende 2006 ja unter anderem auch Doppelweltmeister Fernando Alonso unter Vertrag.

Unabhängig davon, dass Chassis, Motor und Getriebe teurer werden, dürften auch die Kosten für die Bremsen ansteigen: "Es gibt eine weltweite Knappheit an Karbon, daher werden die Preise für die Bremsen, die Brembo verlangt, nach oben gehen", erklärte Paul Jackson, Teamchef des in der Meisterschaft führenden iSport-Rennstalls von Timo Glock und Andreas Zuber, gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Grundsätzlich ist das neue Auto freilich eine gute Sache für die GP2, denn mit dem aktuellen Modell gab es immer wieder Zuverlässigkeitsprobleme - vor allem das Getriebe quittierte quer durch die Boxengasse bei allen immer wieder den Dienst. Zuber kann davon ein Liedchen singen, denn wegen eines fehlerhaften Gangs kam der für die Vereinigten Arabischen Emirate fahrende Österreicher zu Saisonbeginn nur selten vom Start weg.

Getriebeprobleme bald Vergangenheit?

Paul Jackson
iSport-Teamchef Paul Jackson ist neuer Kolumnist bei 'Motorsport-Total.com'
© GP2

Das soll nun besser werden: "Wir haben neue Gänge bekommen, die aus einem robusteren Material sind. Die scheinen okay zu sein", so Jackson. "Soweit ich weiß, werden die auch auf das 2008er-Auto übertragen. Das Innenleben des Getriebes wird mehr oder weniger unverändert bleiben, aber es gibt ein neues Gehäuse, das kleiner und leichter ist. Das wirkt sich positiv auf die Aerodynamik aus, weil das Bodywork dadurch kompakter designt werden kann."

Der Brite rechnet damit, dass die Teams das erste Auto Mitte Januar erhalten werden, für Ende Februar sind die ersten Tests geplant: "Das Auto", erklärte er, "ist eine natürliche Evolution des aktuellen Autos, unsere Arbeitsmethoden werden also weitgehend gleich bleiben. Die größte Veränderung ist im Bereich der Aerodynamik, die wurde verbessert. Um das Beste daraus zu machen, werden wir mit dem neuen Auto sofort in den Windkanal gehen, sobald wir es haben."

Genau darin liegt übrigens auch das Geheimnis der massiven Unterschiede zwischen den einzelnen Teams in der GP2, denn trotz der einheitlichen Autos dürfen die Teams natürlich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen daran arbeiten, das Maximum aus dem Paket herauszuholen. Und wer vor dem ersten Rennen mehr Stunden im Windkanal verbringt als die anderen, wird in der Regel naturgemäß besser mit dem Auto umgehen können...

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