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A1GP und die Formel 1

13. September 2007 - 23:41 Uhr

"Mister Formel 1" Bernie Ecclestone und Ferrari-Sportchef Stefano Domenicali zeigen neuerdings Interesse an der A1GP-Serie

Tony Teixeira und Michael Schumacher
Verbindung zu Ferrari: A1GP-Chef Tony Teixeira und Michael Schumacher
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bei den A1GP-Testfahrten in Silverstone Ende August war ein Gast anwesend, mit dem man nicht unbedingt rechnen würde: Stefano Domenicali, der Sportchef des Ferrari-Formel-1-Teams. Und A1GP-Geschäftsführer Tony Teixeira wurde beim Grand Prix von Italien in Monza an der Seite von Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone gesichtet. Alles Zufall?

Eher nicht: Domenicali, so munkelt man, war nicht nur in Silverstone, um dem italienischen Team die Daumen zu drücken, sondern um sich ein Bild von der Serie zu machen, denn Ende der kommenden Saison laufen die Ausrüsterverträge der Einheitshersteller Lola (Chassis) und Zytek (Motor) aus. Ferrari könnte ein Interesse daran haben, ab der Saison 2008/09 beides zur Verfügung zu stellen, weil man sich auf diese Weise ein bisschen Kleingeld für die Formel 1 dazuverdienen könnte.

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Kleingeld für die Ferrari-Kasse?

Das klingt zunächst einmal unwahrscheinlich, weil sich Ferrari in jüngerer Vergangenheit nicht werksseitig an anderen Formelserien als der Formel 1 engagiert hat, doch bei näherem Hinsehen würde ein solcher Deal durchaus Sinn machen: Weil die Motorenentwicklung in der Formel 1 wegen der Homologierungsregel praktisch auf Eis liegt und auch die Chassisentwicklung immer weiter eingeschränkt wird, könnte man die freigewordenen Ressourcen anders zu barer Münze machen.

Über genau dieses Thema könnten sich Teixeira und Ecclestone bei ihrem Treffen in Monza unterhalten haben, denn ein Partner wie Ferrari würde die strauchelnde A1GP-Serie natürlich enorm aufwerten. Und ein gewisser Willi Weber hätte damit ebenfalls seine Freude: Dem Manager von Rekordweltmeister Michael Schumacher gehört das deutsche A1GP-Team - und "Schumi" war ja schon Stargast bei der Meisterschaftsehrung 2007/08. Die Verbindung zu Ferrari ist also da.

Teixeiras Besuch in Monza hat aber mit Sicherheit auch noch einen anderen Hintergrund, denn 'Motorsport-Total.com' hat erfahren, dass er auch ein Angebot für das Spyker-Formel-1-Team abgegeben hat - allerdings wollte er dafür zehn Millionen US-Dollar weniger in die Hand nehmen als der indische Geschäftsmann Vijay Mallya, der nur noch die Bücher des Rennstalls prüft und ihn wahrscheinlich Ende September offiziell übernehmen wird.

Teixeira zu Prodrive oder Super Aguri?

Als Geschäftsführer der A1GP-Serie hatte es Teixeira in den ersten beiden Jahren nicht leicht, so dass er nun an einem Umfeldwechsel in Richtung Formel 1 interessiert sein soll. Unbestätigten Gerüchten zufolge könnte er sich vorstellen, in irgendeiner Form bei Prodrive oder Super Aguri zu investieren - wahrscheinlich als Anteilseigner. Am nötigen Kleingeld würde es jedenfalls nicht scheitern, denn Teixeira zählt zu den wohlhabendsten Männern Südafrikas.

Ecclestone wiederum hat vor der A1GP-Serie keine Angst, schließlich konkurriert sie - alleine schon wegen der Termine im Winter - nicht direkt mit seiner Königsklasse, aber andererseits haben Nico Hülkenberg und Co. den großen Grand-Prix-Stars zumindest in einigen weniger wichtigen Ländern Marktanteile weggenommen. Der Plan, Teixeira in die Formel 1 zu verhelfen und damit die A1GP-Serie zu schwächen, hätte für den "Mister Formel 1" also durchaus seinen Reiz...