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Glock und das tückische Gangrad

06. August 2007 - 17:18 Uhr

Timo Glock wurde im Sprintrennen in Budapest Opfer des bekannten GP2-Getriebeproblems - Vorsprung auf einen Punkt geschrumpft

Timo Glock
Timo Glock lag gut im Rennen, bis ihn ein Getriebeschaden stoppte
© xpb.cc

(MST/Speed-Academy.de) - Timo Glock muss sich phasenweise so vorkommen wie ein Fußballer vom FC St. Pauli. Höhenflüge wechseln sich mit Rückschlägen ab. Die GP2-Saison verläuft im Fahrstuhl-Stil. In Budapest, unmittelbar vor den dreiwöchigen Motorsport-Sommerferien, rauschte es mit dem Odenwälder mal wieder abwärts. In beiden Rennen im Talkessel des Hungarorings ging der 25-Jährige punktelos aus; sein Vorsprung in der Gesamtwertung schmolz auf nur noch einen Zähler zusammen.

Dabei hatte das Sonntagsrennen für den gelernten Gerüstbauer so viel versprechend begonnen: Nach einem guten Start ackerte er sich schnell auf Rang 6 nach vorn. Dann machte sein Teamkollege Andreas Zuber einen Fehler. Glock übernahm dessen fünften Rang. Damit lag er direkt hinter Lucas di Grassi, seinem einzigen echten Verfolger im Titelrennen. Auf den machte er schnell Boden gut.

Lautes Krachen aus dem Getriebe

"Ich hing ihm schon direkt im Heck", so Timo. "Aber dann fing mein Getriebe an zu spinnen. Acht Runden lang kriegte ich den vierten Gang schon nicht mehr richtig rein; jedes Mal, wenn ich ihn eingespannt hatte, haute das Getriebe automatisch wieder den dritten rein." Nachdem er das Getriebeproblem ein paar Runden lang überfahren und die gewünschte Fahrstufe im Nachfassen doch noch reinbringen konnte, vernahm er auf einmal ein lautes Krachen. Damit war das Gangrad des vierten Ganges endgültig im Eimer.

"Am Gangrad war nicht ein einziger Zahn mehr dran."
Timo Glock

Als die iSport-Mechaniker das Getriebe nach dem Rennen öffneten, stellten sie laut Timo fest: "Am Gangrad war nicht ein einziger Zahn mehr dran. Es gibt keine Erklärung, warum uns das passieren musste." Timo blieb nur die Aufgabe. "Ich bin sicher, dass ich di Grassi hätte überholen können. Denn trotz des spinnenden Getriebes konnte ich sein Tempo locker mitgehen", bedauerte er. Motoren und Getriebe erweisen sich dieses Jahr als Achillesferse der GP2-Boliden - nicht nur bei Timos iSport-Team, sondern im Fahrerlager rauf und runter.

"Wir bauen nur die Gangräder ein, die wir geliefert bekommen", präzisiert Timo. "Das Team nimmt daran keinerlei Entwicklungsarbeiten vor. Die Gangräder haben eine Mindest-Laufleistung von 800 Kilometern. Mein Zahnrad vorm vierten Gang hatte erst 400 Kilometer auf dem Buckel. Von daher hätte es also nie und nimmer kaputtgehen dürfen."

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