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Wolffs Nordschleifen-Crash: Das Himmelfahrts-Kommando

Wirbelfrakturen, Gehirnerschütterung, abgerissene Nerven: Toto Wolff spricht über seinen schweren Unfall 2009 auf der Nürburgring-Nordschleife

(Motorsport-Total.com) - Vielen ist Toto Wolff vor allem in seiner Rolle als Motorsportchef von Mercedes bekannt. Seit 2013 ist der 45-jährige Österreicher für die Motorsport-Aktivitäten des deutschen Autobauers und damit auch für das Formel-1-Programm verantwortlich. In diese Position ist Wolff zwar durch seine Tätigkeit als Finanzinvestor gekommen, doch ein reiner Motorsport-Theoretiker ist der Österreicher nicht. 17 Jahre lang war er selber als Rennfahrer aktiv, fuhr unter anderem in der Formel Ford, der österreichischen Rallye-Meisterschaft und in der FIA-GT-Meisterschaft. Doch nach dem 15. April 2009 war es damit vorbei.

Toto Wolff

Toto Wolff wäre sein Ehrgeiz beinahe teuer zu stehen gekommen Zoom

An diesem Tag wurde Wolff sein Ehrgeiz auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt zum Verhängnis. Ein schwerer Unfall auf der Nürburgring-Nordschleife veranlasste ihn dazu, seinen Helm endgültig an den Nagel zu hängen. "Ich habe versucht, einen Rundenrekord auf der Nordschleife für GT-Fahrzeuge aufzustellen", erinnert sich Wolff im Gespräch mit der 'Bild'-Zeitung.

Nebenbei wollte er bei dieser Gelegenheit auch den Rekordwert seines Freundes Niki Lauda unterbieten. Der war 1975 in der Formel 1 eine Zeit von 6:58,4 Minuten gefahren und ist damit der einzige Fahrer, der den alten, 22,835 Kilometer langen Nürburgring in einem Formel-1-Auto in unter sieben Minuten umrundet hat. 24 Jahre später wollte Wolff diesen Rekord mit einem Porsche 911 GT3 RSR, der vom erfahrenen Rennteam Land Motorsport vorbereitet wurde, auf der nun 20,832 Kilometer langen Nordschleife unterbieten.

Abflug mit Tempo 268

Entgegen dem erklärten Rat von Lauda. "Niki hat gesagt, das ist das dümmste Himmelfahrts-Kommando, von dem er in seinem ganzen Leben gehört hat", hatte Wolff schon vor dem Unfall erzählt. Doch Wolffs Ehrgeiz blendete die Warnung Laudas aus. Nachdem er seine ersten Runde auf der Nordschleife in einer Zeit von 7:03 gefahren war, wollte e den Rekord angreifen - obwohl er ein Problem mit den Reifen seines Porsches bemerkt hatte.


"Aber ich habe die Runde nicht abgebrochen. Ich war schon zwei oder drei Sekunden schneller. Ich wusste, ich fahre unter sieben Minuten", sagt Wolff. Doch dieses Risiko sollte sich rächen. In der Fuchsröhre, einem der schnellsten Abschnitte der Nordschleife, platzte in einer Senke bei Tempo 268 der rechte Hinterreifen des Porsches.

Die verwackelten Bilder der Onboard-Kamera lassen nur erahnen, mit welcher Wucht das Auto Wolffs in die Leitplanken einschlug, die dort wie an den meisten Stellen der Nordschleife nur wenige Meter neben der Fahrbahn stehen. Trotz des brutalen Einschlags und schwerer Verletzungen stieg Wolff, der noch völlig unter Adrenalin stand, aus eigener Kraft aus dem Auto aus. Doch dann kollabierte er.

Der Unfall beendet seine Rennfahrer-Ambitionen

"Ich kann mich daran gar nicht erinnern. Man fand mich hinter der Leitplanke mit aufgesetztem Helm auf dem Rücken im Rasen liegen", sagt er. Erst nach dem Transport ins Krankenhaus wurde das ganze Ausmaß seiner Verletzungen offensichtlich. In der Klinik haben sie festgestellt, dass ich Wirbelfrakturen hatte, Geschmacks- und Geruchsnerven abgerissen und eine schwere Gehirnerschütterung."

Nachdem Wolff an jenem Apriltag auf der Nordschleife einem schlimmeren Schicksal von der Schippe gesprungen war, entschloss er sich, auf weitere Rekordversuche zu verzichten und den Helm an den Nagel zu hängen. "Das war der Moment, wo ich gesagt habe: Ich mach das nicht mehr: Auch wegen Susie und der Kinder", so Wolff, der damals mit seiner heutigen Frau Susie liiert war, aber schon zwei Kinder aus einer früheren Ehe hatte.

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