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Regen am Donnerstag: Button vor Grosjean

Ein Training ohne Aussagekraft: Jenson Button geht als Monaco-Schnellster in den Ruhetag - Experten haben vor allem Lotus auf der Rechnung

(Motorsport-Total.com) - Am Vormittag war es zwar noch trocken, aber wirklich aussagekräftig war das Ergebnis des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco nicht, und auch die zweite Session im Fürstentum an der Cote d'Azur ließ keine echten Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis an diesem Wochenende zu. Schuld daran war Regen im zweiten Freien Training in Monte Carlo.

Jenson Button

Jenson Button sicherte sich die Bestzeit am ersten Trainingstag in Monaco

"Diese Bedingungen sind sehr schwierig für uns", meinte Force-India-Teammanager Andy Stevenson nach knapp einer halben Stunde der geplanten 90 Minuten. "Die Strecke ist zu feucht, um konstruktiv zu fahren, aber nicht nass genug für Intermediates. Da wäre mir stärkerer Regen sogar lieber, denn laut Wettervorhersage soll es am Wochenende regnen. So könnten die Fahrer zumindest ein paar Runden trainieren, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen."

Button-Bestzeit auf weichen Reifen

Ein Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte, denn erst trocknete es ein bisschen ab, ehe es wieder zu regnen begann - beim zweiten Mal etwas stärker. Von da an waren die gleich zu Beginn erzielten Zeiten in Stein gemeißelt. Jenson Buttons Bestzeit von 1:15.746 Minuten war jedoch kaum aussagekräftig, schließlich hatte der McLaren-Pilot noch vor einsetzendem Regen als einer der wenigen Piloten eine volle Runde auf den weicheren Supersoft-Pirellis zurückgelegt.

Romain Grosjean

Der Lotus von Romain Grosjean hinterließ heute einen sehr starken Eindruck

"Wir sind heute für einen Donnerstag in Monaco nicht viel gefahren. Hoffentlich wird das Wetter am Samstag ein bisschen besser", seufzt der Tagesschnellste, der es insgesamt auf 30 Umläufe brachte, 17 davon am Nachmittag. Zweiter wurde Romain Grosjean (Lotus), der mit seiner spektakulären Fahrweise immer wieder in Richtung Leitplanken driftete, aber jeden einzelnen Rutscher gekonnt abfangen konnte. Rückstand: 0,392 Sekunden.

Allerdings absolvierte Grosjean seinen gezeiteten Run noch auf der härteren Reifenmischung, "und die ist um ungefähr eine Sekunde langsamer als die weiche", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Eigentlich also ein gutes Zeichen für das Lotus-Team, dem die meisten Beobachter an diesem Wochenende eine starke Performance zutrauen, aber andererseits ist das Ergebnis wegen des Wetters und unterschiedlicher Benzinmengen noch verzerrter als sonst am ersten Trainingstag.

Massa in FP2 schneller als Alonso

Felipe Massa gewann das Ferrari-Stallduell am Nachmittag gegen Fernando Alonso, in der Gesamtwertung belegte Alonso aber mit 0,519 Sekunden Rückstand den dritten Platz - seine Bestzeit vom Vormittag konnte er in der zweiten Session nicht mehr unterbieten. In der inoffiziellen Regenwertung belegte Massa sogar den zweiten Platz, zwei Zehntelsekunden hinter Sergio Perez (5./Sauber/+0,965), der auf nasser Strecke in 1:26.6 Minuten am schnellsten war.


Fotos: Großer Preis von Monaco, Donnerstag


Nur diese fünf Fahrer lagen am Ende des Donnerstags innerhalb von einer Sekunde. Monaco-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren), Barcelona-Sieger Pastor Maldonado (Williams), Nico Rosberg (Mercedes), Kamui Kobayashi (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) komplettierten die Top 10. Vorjahressieger Sebastian Vettel wurde eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und 74 Tausendstelsekunden hinter Teamkollege Webber Elfter.

Marko klagt über schlechtes Wetter

"Wir hätten einige Änderungen am Auto. Da ist es natürlich schade, wenn man die Zeit jetzt auf keine Weise nützen kann", bedauert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Es war zu wenig nass für Intermediate- oder Regenreifen, aber nass genug, um Erkenntnisse unmöglich zu machen. Es hängt nur hier über der Rennstrecke eine Wolke, der Rest ist laut Radar in Ordnung. Heutzutage sind die Wetterprognosen sehr gut. Wir müssen schon mit eher schlechtem Wetter rechnen."

Sergio Perez

Im feuchten Teil der zweiten Session war niemand schneller als Sergio Perez

Am meisten trainierten im Regen die Toro-Rosso-Junioren - niemand war so fleißig wie Vergne/Ricciardo, die es als 16. und 17. auf insgesamt 101 Runden brachten. "Im Nassen zu fahren, ist immer wichtig", erklärt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Wenn es im Qualifying das gleiche Wetter hat, weißt du, wie sich das Auto verhält. Die Strecke ist natürlich rutschig, aber es ist wichtig, zu trainieren. Nur so findest du heraus, wo es rutschig ist und wo es Grip hat."

Offensichtlich keinen Grip hatte es in der Bremszone vor der Mirabeau-Kurve, in der in den letzten Minuten beide Williams-Piloten, Perez und Massa Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Der Crew von Maldonado dürfte das Herz stehen geblieben sein, als der Venezolaner in dem schmalen Notausgang mit einem Burnout wenden wollte, doch kurz vor dem Einschlag in die Leitplanken kam er dann doch zu Sinnen und ließ sich von den Streckenposten helfen.

Kovalainen wieder in Problemen

Den Schlusspunkt setzte wie schon am Vormittag Heikki Kovalainen (21./Caterham/+4,283) - diesmal allerdings nicht mit einem Motorschaden im Tunnel, sondern mit einem Ausritt in Mirabeau. Der Finne konnte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht weiterfahren, sodass die letzten Minuten der Session unter gelben Flaggen stattfanden. Landsmann Kimi Räikkönen trainierte in Session zwei umso fleißiger: 25 Runden, dreieinhalb Sekunden Rückstand, 20. Platz.

Michael Schumacher

Nur 25 Runden: Michael Schumacher trainierte weniger als alle anderen Fahrer

"Der Lotus scheint ziemlich stark zu sein, was Traktion und mechanischen Grip angeht", analysiert Experte Alguersuari. "Dem stimme ich zu", meint der ehemalige Formel-1-Ingenieur Gary Anderson und ergänzt: "Button und Hamilton machten heute Morgen durch die Schwimmbad-Passage einen sehr starken Eindruck. Ich glaube, die werden mitmischen." Alguersuari rechnet außerdem mit Ferrari, rätselt aber: "Schwer zu sagen, wo Red Bull im Moment steht."

Positiv ist, dass alle komfortabel innerhalb der 107-Prozent-Zeit lagen, weniger positiv hingegen, dass niemand einen Longrun mit den roten Supersoft-Option-Pirellis fahren konnte. "Was den Abbau der Reifen angeht, wird es eine Reise ins Unbekannte", twittert Ferrari nach dem Training. "Niemand konnte Longruns fahren. Das ist ein weiteres Fragezeichen für das Rennen." Jetzt steht aber ohnehin erst einmal der Ruhetag auf dem Programm.

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